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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Hier fällt nichts weit vom Stamm

17.04.2018

Jeddeloh I Es war ein ganz persönliches Erlebnis, das Wolfgang Schürmann im wahrsten Sinne auf den Baum brachte. „In der Straße, in der ich meine Kindheit verbracht habe, wurde 2003 eine gesunde, rund 100-jährige Eiche gefällt. Und das nur für einen Anliegerweg.“ Auch 15 Jahre später schwingt noch etwas von der einstigen Empörung in Schürmanns Stimme mit.

Beliebte Buchen

Der Münsteraner, der vor seinem Ruhestand in der Kommunalverwaltung tätig war, machte sich den Baumschutz zur Aufgabe. „Ich bin zum Beispiel im Naturschutzbund Nabu aktiv“, erzählt der 65-Jährige. Unter dem Motto „Na-Tour-Denkmal“ entwickelt, organisiert und begleitet er zudem Fahrradausflüge zu außergewöhnlichen Baumbeständen im Norden und Osten der Republik.

Und weil er auch noch sehr gerne fotografiert, lichtet er auf seinen Touren knorrige und gerade gewachsene, kleine und große, alte und junge Bäume ab. Vom 13. Mai an sind 27 dieser eindrucksvollen Aufnahmen im (zum Veranstaltungsraum umgestalteten) alten Bullenstall auf dem Hof von Brun und Anke zu Jeddeloh in Jeddeloh I zu sehen. Dazu stellt die Edewechter Drechslermeisterin Birgit Oetje Holzobjekte aus.

„Dass Frau Oetje ihre Arbeiten bei uns zeigt, hat schon Tradition“, erzählt Anke zu Jeddeloh. Für Wolfgang Schürmann ist es eine Premiere. Allerdings keine Ammerland-Premiere. „Ich habe vor ungefähr zehn Jahren schon mal Fotografien im Park der Gärten ausgestellt.“ „Damals haben wir uns kennengelernt“, ergänzt Anke zu Jeddeloh. Dieser alte Kontakt wird nun neu belebt.

„Ich finde, die Fotografien passen ganz hervorragend in das Ambiente des Bullenstalls“, lobt die Gastgeberin. Das sieht auch der Aussteller so. „Ein idealer Ort.“ Und so hängen an den hell gekalkten Wänden und zwischen alten Balken Baum-Fotos, deren Rahmen Schürmann aus Ast-Schnitt selbst gestaltet hat.

„In Jeddeloh sind nur Bilder von Bäumen in Deutschland zu sehen. Fast jedes Bundesland ist vertreten. Den Schwerpunkt bilden Bäume aus Niedersachsen“, erzählt Schürmann. Dazu zählt die alte und rekorddicke Linde im emsländischen Heede.

Schürmanns Lieblinge – das sind die Buchen. Am wenigsten gern mag er Fichten. „Ich bin kein großer Freund von Nadelbäumen“, gesteht der 65-Jährige. Da wundert es nicht, dass in der Ausstellung nur ein Zypressen- und ein Kiefern-Bild zu sehen sind.

„Es gibt Leute, die behaupten, dass ich meine Urlaube nach dem Baumbestand plane. Das stimmt aber nicht. Na ja, vielleicht doch.“ Schürmann lacht. Noch in diesem Jahr wird er nach Kanada fliegen. „Auf Vancouver Island gibt es eine regenwaldähnliche Vegetation“, erklärt er die Wahl des Reiseziels. In den USA, in Afrika, in Neuseeland und in vielen Ländern Europas war er bereits. Seine Erfahrungen helfen ihm bei der Betreuung eines Internetregisters zu Bäumen (www.baumkunde.de).

Mit Erklärtexten

Sein Wissen vermittelt er auch in der Jeddeloher Präsentation, die den Titel „Mythos Baum – Baumveteranen in Deutschland“ trägt. Zu jeder Aufnahme gibt es einen Erklärtext, der unter anderem über Standort, mögliches Alter und Besonderheiten informiert. „Ich freue mich auf die Ausstellung“, sagt der Fotograf. „Man trifft bei solch einer Eröffnung viele interessierte Leute. Genauso wie am Fuße eines großen Baumes.“

Kerstin Buttkus
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2603

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