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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Klangvolles mit Herz gefertigt

17.11.2006
NWZonline.de NWZonline 2015-07-15T12:02:08Z 280 158

MUSIK:
Klangvolles mit Herz gefertigt

FRIEDRICHSFEHN Die Arbeiten des gebürtigen Oldenburgers sind Einzelstücke, die auf die jeweiligen Gitarrenspieler abgestimmt sind. An einer Gitarre arbeitet Stark bis zu einem Jahr.

Von Doris Grove-Mittwede

FRIEDRICHSFEHN - Der Geruch von Hölzern zieht einem in die Nase, wenn man Daniel Starks Reich betritt. Im Dachgeschoss des Gebäudes an der Brüderstraße 31 B lebt und arbeitet der 25-Jährige, der einen nicht alltäglichen Beruf hat: Der gebürtige Oldenburger ist studierter Musikinstrumentenbauer.

Für seine Tätigkeit benötigt der Neu-Friedrichsfehners auch allerlei Holz: Aus Nadelhölzern wie Fichte und Zeder wird eine Gitarrendecke gefertigt, aus Harthölzern wie Palisander, Kirsche und Nussbaum der Korpus. „Das Holz, das ich verarbeite, muss abgelagert sein und mindestens fünf Jahre liegen“, sagt Daniel Stark und verweist darauf, das Gitarrenbauer „immer ein Auge für Holz haben“ und aufgrund der langen Lagerungszeiten auch ständig Holz kauften. Schon zu Studienzeiten habe er Geld in Holz investiert.

„Eigentlich wollte ich niemals studieren“, erzählt Daniel Stark, der das Neue Gymnasium in Oldenburg besuchte. Etwas Handwerkliches habe ihm vorgeschwebt, z.B. eine Ausbildung zum Industriemechaniker..

„Als 15-Jähriger habe ich mit dem Gitarrenspielen begonnen und war so fasziniert von dem Instrument, dass ich mich bald auch für Gitarrenbau interessierte“, so der junge Mann. Nach dem Abitur habe er ein zehnmonatiges Praktikum bei einem Gitarrenbauer in Worpswede absolviert. „Ich habe während dieser Zeit bei Stephan Schlemper vieles gelernt und konnte am Ende meine erste, eigene Gitarre bauen.“ Während des Praktikums erfuhr Daniel auch davon, dass man an der Fachhochschule im sächsischen Markneukirchen Musikinstrumentenbau studieren könne. Der Oldenburger bestand die Eingangsprüfung, absolvierte sein Studium im Vogtland, lebte noch ein Jahr in Weimar und kehrte schließlich ins Oldenburger Land zurück, um sich selbstständig zu machen. Nicht zuletzt dank der Hilfe seines Freundes Holger Harms-Bartholdy, eines Gitarrenbauers aus Westerstede, fand Daniel Stark sein neues Zuhause mit Arbeitsmöglichkeit in Friedrichsfehn.

Künstlergitarren will er jetzt in seinem Gitarrenatelier bauen, das heute eröffnet wird. Die Einzelstücke, die auf die jeweiligen Spieler exakt abgestimmt werden und in die vielfach bis zu einem Jahr Arbeit stecken, haben ihren Preis: Ab 2500 Euro ist ein Einsteigermodell zu haben, 5000 bis 6000 Euro muss durchschnittlich pro Musikinstrument gezahlt werden. „Mittelfristig will ich auch Schülerinstrumente verkaufen.“ Derzeit suche er Firmen, die ihm bezahlbare Schülerinstrumente von guter Qualität liefern.

Mittwoch ist stets geöffnet

Zu finden ist das Gitarrenatelier Stark an der Brüderstraße 31 B (beim Café Musée) in Friedrichsfehn.

Jeden Mittwoch ist das Atelier geöffnet, und zwar in der Zeit von 10 bis 19 Uhr. Darüber hinaus können sich Interessierte nach telefonischer Absprache über die Arbeit des Instrumentenbauers informieren. Bislang ist der junge Existenzgründer nur über Handy erreichbar ( 0176/21180067).

Diese NWZ-Serie stellt Menschen aus dem Ammerland vor, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagten.