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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Von Goggos und Eiern als Währung

31.05.2018

Klauhörn „Es gibt so vieles aus meinem Heimatdorf Klauhörn zu berichten, dass meine Chronik noch locker hätte hundert Seiten mehr haben können“, sagt Johann Hasselhorst. „Nun sind es 712 Seiten mit diversen Fotos und Zeichnungen, Zeitungsartikeln, Dokumenten, selbst geschriebenen Gedichten, Liedtexten und vielfältigen Informationen über Klauhörns Geschichte geworden.“

„Ick bün in Klauhörn to Hus – Meine Heimat Klauhörn“ heißt das Heimatbuch, an dem der 68-Jährige rund 20 Jahre arbeitete. Diesen Sonntag, 3. Juni, wird die Chronik, die 50 Euro kostet und in der Druckerei Berg in Bockhorn entstand, ab 14.30 Uhr bei Kaffee, Tee und Kuchen im Boßelerheim Klauhörn vorgestellt.

Johann Hasselhorst ist Klauhörner. Er wurde in dem 95 Einwohner zählenden Dörfchen geboren, wuchs hier auf und lebt fast sein ganzes Leben hier. „Schon als Jugendlicher – ich bekam 1964 zu meinen Konfirmation einen Fotoapparat – habe ich mich für alles im Dorf interessiert und später immer gern den Gesprächen der Älteren zugehört“, sagt der ehemalige IT-Manager, der in seinem Dorf Vorsitzender des Heimat- und Boßelervereins ist, obendrein SPD-Gemeinderatsmitglied und Apens stellvertretender Bürgermeister ist.

Dieses heimatkundliche Interesse sei auch die Triebfeder für die Chronik gewesen. Schon vor 20 Jahren begann Hasselhorst damit, das, was ihm berichtete, aufzuschreiben. Diese Familiengeschichten aus allen 40 Klauhörner Häusern früher und heute werden im Heimatbuch beschrieben, aber nicht nur sie: Hasselhorst berichtet über die Entstehungsgeschichte Klauhörns, das möglicherweise die erste Siedlung im Ammerland ist. Wie archäologische Funde (Feuersteinklingen) beweisen, lebten bereits vor 10 000 Jahren Menschen in der Region Klauhörn.

Doch vor allem die nähere Vergangenheit Klauhörns, das 1839 in einer Karte erstmals erwähnt wurde, beleuchtet der engagierte Rentner. Hasselhorst berichtet über den Alltag auf dem Land früher und heute, über die Ernten und das Schlachten und die Feste, die Freude über das erste Auto und die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft.

„Es gab Zeiten, vor allem nach den Weltkriegen während der Inflation, da waren Eier eine hervorragende Währung“, so der 68-Jährige und zeigt auf das Foto eines 10-Millionen-Mark Scheins aus den Jahren 1922/23, der als Einkaufsbon für Dorfladeninhaberin Helene Deppe diente. Auf der Rückseite des Scheins wurde der Kauf von Malz, Tabak und Zucker für 98 Pfennige aufgelistet. Bezahlt wurde mit acht Eiern für 96 Pfennig, zwei Pfennig Bargeld mussten noch abgeben werden.

Die Klauhörner Chronik ist nur das erste von drei Büchern, die Hasselhorst veröffentlichen will. Erscheinen werden ab 2019 noch Chroniken über die Bauerschaft Augustfehn II, III und Klauhörn sowie den Heimat- und Boßelerverein. Ein Großteil der Arbeit dafür ist bereits fertig.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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