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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Winterstück: Kleider machen (Theater-)Leute

23.10.2013

Westerstede Emsige Geschäftigkeit herrscht in der Theaterschneiderei am Pastorenpadd. Ein Trenner wird gesucht, um Nähte aufzuribbeln. Elke Welp weiß Rat. In einer Schublade wird sie fündig. Sie ist seit 1991 mit von der Partie und hat schon so einige Kostüme für die Freilichttheatergemeinschaft geschneidert, umgenäht oder geflickt.

In dem gut bestückten Fundus neben dem Rathaus lagern so einige hundert fertige Kleidungsstücke, darunter auch Raritäten wie das kostbare Kleid von der „Bruut van Fikensolt“ und der rote Mantel des Bräutigams. Manche Kostüme, wie das Kleid der Sarah von Bentinck, werden an Nachbarbühnen weiterverliehen. Wenn die Schneiderinnen andere Aufführungen sehen, dann bleibt ihr Blick immer an den Kostümen hängen. „Man guckt kritisch, oder man denkt sich: So eins würde ich wohl auch mal gerne schneidern“, erzählt Elke Welp.

Solchen Gedanken nachzuhängen, dafür haben die sechs Frauen momentan keine Zeit. Sie sind vollauf mit den Vorbereitungen auf das Winterstück beschäftigt. Winfried Wessels kommt herein. Der Westersteder gibt den „Trödel-Niklas“ im „Michel aus Lönneberga“. Er wird von Erika Kruse in groben braunen Stoff gehüllt. „Das passt. Die Kleidung sollte herausfordern, aber den Kindern keine Angst machen“, findet er. Er wird in dieser Saison gleich ein paar Mal die Schneiderei aufsuchen müssen. „Ich spiele nämlich drei ganz unterschiedliche Rollen, neben dem Trödel-Niklas noch einen Bauern und einen Arzt“, sagt er lachend. Die Prozedur des Einkleidens kennt der langjährige Mitspieler schon. Auch für den Nachwuchs ist das kein Problem, wie Alexander Ahrens erzählt. Der Elfjährige ist einer der beiden Michel – gespielt wird in Doppelbesetzung. „Man muss Unmengen von Kleidern anprobieren. Na ja, da steht man dann lange rum“, weiß er, hat aber trotzdem seinen Spaß.

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In der Theaterschneiderei geht alles Hand in Hand. Leiterin Erika Kruse beispielsweise sucht nach passenden Schnittmustern und schneidet auch die Stoffe zu. Ein Stapel liegt schon bei Erika Welp auf dem Tisch, und die Nähmaschine rattert. Zwei Tage oder auch länger dauert es, bis ein Kostüm fertig ist. Sieben neue und 15 geänderte Kleidungsstücke werden für das neue Theaterstück benötigt.

Die meisten in der Gruppe haben übers Hobby zur Schneiderei gefunden, wie Andrea Jelschen, die bei einem Kursus der Kreisvolkshochschule die ersten Kniffe gelernt hat und später für ihre Kinder geschneidert hat. Jetzt genießt sie die Gemeinschaft ebenso wie ihre Mitstreiterinnen Magdalene Petershagen, Helga Hannibal und Hildegard Dreesmann.

Die Tür geht auf: Herein kommt Regisseurin Inge Misegades-Kroll und wird in der Runde herzlich begrüßt. Bei der Auswahl der Stoffe und Kostüme hat sie das letzte Wort. Jetzt greift sie ein: „Die Farben sehen zu ähnlich aus. Ton in Ton: Auf der Bühne wirkt das wie eine Front“, erklärt sie, während sie grundsätzlich aber mit der Wirkung des löchrigen, zerlumpten Rockes zufrieden ist. Jetzt wird nach grünem Stoff gesucht. Sie weiß, dass sie sich auf die Frauen verlassen kann und lässt ihnen bei vielen Fragen freie Hand. Die sechs Schneiderinnen sind ein eingespieltes Team.

Wenn alle Kostüme sitzen, dann ist die Arbeit für die Ehrenamtlichen noch lange nicht getan. Auch bei den Aufführungen sind sie mit Nadel und Faden dabei – wenn mal eine Naht aufgeht oder andere kleine Missgeschicke passieren. Bei den Affenkostümen im „Dschungelbuch“, da sei immer etwas kaputt gewesen, erinnert sich das Team.

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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