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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Kriminalroman für Roten Salon

27.03.2006

WESTERSTEDE /OLDENBURG Das Bild wurde auf einem Dachboden gefunden. Es zeigt einen (bislang) Unbekannten.

Von Karsten Krogmann WESTERSTEDE/OLDENBURG - Er hat noch schnell ein paar Stühle aufgestellt, und eine Flasche Sekt gibt es auch. „Naja“, sagt Udo Elerd lächelnd, „das ist ja auch ein denkwürdiger Akt.“ Mitten im Raum steht auf einer Staffelei ein kaum 30 Zentimeter großes Bild, das der stellvertretende Museumsdirektor gleich im Roten Salon des Oldenburger Stadtmuseums aufhängen wird. Doch jetzt muss er erst den Kriminalroman zum Bild erzählen.

„Wer ist der junge Mann auf diesem Bild?“, fragt Elerd. Der Jüngling, dessen Porträt auf einem Dachboden in dem Dorf Burgforde gefunden wurde, ist vielleicht 25 Jahre alt, trägt eine modische Frisur und einen flotten Gehrock. Die Kirchengemeinde Westerstede als Eigentümerin des Bildes bat die Kunstexpertin Melanie Luck von Claparède um Rat. „Erbärmlicher Zustand“, diagnostizierte die Vorsitzende der Oldenburgischen Museumsgesellschaft, „aber ein Werk von besonderer Feinheit.“ Sie datierte das Pastellbild aufs Jahr 1820 – aber wer der so schick gekleidete und aufwendig porträtierte Mann darauf ist, ließ sich nicht klären.

Der Oberkirchenrat und die Kirchengemeinde gaben Geld, damit das Bild restauriert werden konnte. Melanie Luck von Claparède fuhr es zur Hildesheimer Fachhochschule für Restaurierung und bei „Eis und Schnee und Regen“ wieder zurück. Udo Elerd nahm derweil kriminalistische Ermittlungen auf: War der Jüngling auf dem Bild vielleicht ein Junker von Wittenheim? Oder doch eher einer von Fikensolt? Kann nicht sein, stellte Elerd fest: Beide Familien waren 1820 bereits ausgestorben.

Und jetzt steht da das Bild fein herausgeputzt auf seiner Staffelei. Elerd freut sich über das kostbare Beispiel für „Kulturgutbewahrung“, schenkt Sekt nach und hat dann doch einen Verdacht: Der Mann auf dem Bild könnte ein Herr Schönfeld sein. Eine Familie dieses Namens hatte in den 1820er-Jahren Ländereien in Burgforde gepachtet, und auf einem Schriftstück sei der Hinweis aufgetaucht, „hierselbst im Schönfeldschen Wirtshause“ gebe es ein (weibliches?) Gegenstück zu dem Bild.

Dieses Gegenstück hätte Elerd nun gern, aber vorerst muss er sich mit dem jungen Mann oben im Roten Salon zufrieden geben. Und selbst der soll nicht für immer in Oldenburg bleiben: „Irgendwann“, hofft Willy Bergner von der Westersteder Kirchengemeinde, „haben wir auch bei uns ein vernünftiges Museum – und dann kann das Bild zurückkehren!“

Hinweise zum Mann auf dem Bild nimmt Udo Elerd im Stadtmuseum unter Tel. 235-2883 entgegen.

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