• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Mit dem Bodenradar auf Burg-Suche

03.11.2012

Specken „Wir können die Burg zwar nicht sehen, aber sie ist da.“ Wo genau, vermochte aber auch Henning Dierks bei der Vorstellung eines Projektes nicht sagen, mit dem der Ortsverein Specken Geschichte „sichtbar“ und im Idealfall auch „fassbar“ machen will – noch nicht.

Für das Sichtbarmachen sind Bauingenieur-Studenten der Jade Hochschule zuständig. Mit einem Bodenradar nehmen sie seit Freitag auf einer 100 mal 50 Meter großen Fläche den Untergrund unter die Lupe. Dabei werden Störungen in den oberen Schichten des Erdbodens durch Reflexion elektromagnetischer Strahlung sichtbar. So können Wälle und Gräben oder auch Fundamente und Mauerreste entdeckt werden. In jeweils einem Meter breiten Bahnen schieben sie dafür das Messgerät über die Fläche auf der vor einigen Jahrhunderten die Burg gestanden haben soll.

Fassbar machen könnten die Reste der Burg des Junker von Specken auf Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse dann ehrenamtlich tätige Archäologen der Oldenburgischen Landschaft. „Man darf sich allerdings keine falschen Vorstellungen machen, von dem, was bei Ausgrabungen entdeckt werden kann“, meinte der frühere Bezirksarchäologe Dr. Jörg Eckert von der Arbeitsgemeinschaft Archäologischen Landschaftspflege. Er wäre zufrieden, wenn die Grabungen, die voraussichtlich im Frühjahr stattfinden werden, Aufschluss geben könnten über Breite und Tiefe der Gräben, den Zugang zur Burg, Innenbebauung und die Lage der Vorburg. Immerhin: „Es wird sicher Funde geben.“ Diese werden von der Arbeitsgemeinschaft dann bearbeitet, gesäubert, sortiert und zusammengesetzt. Dierks hofft, dass diese Funde „reichhaltig“ ausfallen, nicht zuletzt, weil die Burg bis ins 17. Jahrhundert bewohnt gewesen sei. Und er plant schon weiter: Mögliche Funde sollen der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert werden.

„Bis heute wurde die Burg nie nach wissenschaftlichen Maßstäben untersucht“, sieht Dierks, der das Projekt mit Brigitta Berg und weiteren Mitgliedern des Ortsvereins vorantreibt, dazu jetzt die Möglichkeit. Nach ersten Überlegungen Anfang dieses Jahres ging alle ganz schnell: Die Oldenburgische Landschaft, deren Präsident Thomas Kossendey sich Freitag vor Ort informierte, und Jade Hochschule ermöglichten die Untersuchungen. Für die Studenten besonders interessant sei, so Prof. Thomas Priesemann, der Vergleich mit der nahe gelegenen, aber besser zu erkennenden Scusselburg in Ekern.

Die Burg Specken wurde vermutlich Ende des 13. Jahrhunderts errichtet. Bisher ist allerdings nur ihre ungefähre Lage bekannt. Der frühere Bezirksarchäologe Dieter Zoller hatte die Burg 1952 wiederentdeckt. Umfangreiche Grabungen fanden in dem Gebiet des heutigen Landschaftsparks Wiesengrund allerdings nicht statt. Zoller, dessen Sohn Dirk den Ortsverein unterstützt, war auf die Überreste von wahrscheinlich zwei Gebäuden der Burg gestoßen.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/ammerland