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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Mit mächtigen Worten auf schulischem Horrortrip

02.04.2014

Klein Scharrel Er mag hintersinnigen Humor und brüchige Realitäten, Satire und Sinnlichkeit, düstere Geschichten, den Zynismus in Monty Pythons „Upper class twit of the year“ („Trottel der feinen Gesellschaft“) und fantastische Welten. All das gehört zur literarischen Handschrift seines „Erstlings“: Dr. Axel Brandt, Wahl-Klein Scharreler und Lehrer für Latein, Griechisch und Philosophie in Oldenburg, hat einen Roman veröffentlicht: „Schott“ oder „Die Macht der Worte“ heißt das Werk, das im A. Fritz-Verlag in Frankfurt erschienen ist.

Es war ein langer Prozess, bis die „Macht der Worte“ die Intensität hatte, wie es sich Brandt (und andere) wünschte(n). 15 Jahre dauerte das Suchen und Ringen.

Damals in Göttingen, wo der 53-Jährige auch studiert hatte (das Referendariat folgte in Braunschweig), entstand während der Promotion die Grundidee. Titelheld Schott sollte anfangs Polizist sein. „Doch im Schreibprozess stellte ich schnell fest, dass ich nähere Einblicke in den Polizeialltag gebraucht hätte“, sagt der gebürtige Zevener.

Da die Zeit für ein Praktikum bei der Polizei nicht reichte, erhielt „Schott“ eine andere literarische Bühne, ein Umfeld, das Brandt vertraut ist: Sein Titelheld wurde zum Lehrer der Philosophie, der am fiktiven Schlossgymnasium zu Oldenburg unterrichtet und plötzlich von einem heimtückischen, rätselhaften Sprachvirus befallen wird. Schott werden über Nacht im wahrsten Wortsinn Hörner aufgesetzt.

Doch er bleibt nicht der einzige, dem durch das schattenhafte Böse Unheil widerfährt. Schotts Zwillingsbruder verschwindet, anderes Unerklärliches und selbst ein Mord geschehen – das Schlossgymnasium wird zum Horror für alle, die sich nur in die Nähe sprachlicher Bilder begeben. Durch die „Macht der Worte“ hebelt Autor Brandt Naturgesetze aus, lässt sprachliche Bilder Wirklichkeit werden und das Blut buchstäblich gefrieren...

Bis „Schott“ veröffentlichungswürdig war, hat der Klein Scharreler, der sich intensiv mit Handwerk und Techniken des Schreibens beschäftigte, sein Manuskript mehrfach grundlegend überarbeitet. Inzwischen war er von Göttingen nach Oldenburg gewechselt, arbeitete als Lehrer zunächst einige Jahre am Alten Gymnasium und am Gymnasium Eversten, bevor er zum Oldenburg-Kolleg wechselte.

Ein Lektoratsstipendium der Stadt Oldenburg ermöglichte es ihm 2012 schließlich, seinen Roman zu beenden. „Einfach war es nicht, für einen fantastischen Roman einen Verlag zu finden“, sagt Brandt, der sich zunächst an verschiedene Literaturagenturen wandte und auf den Nischenverlag A. Fritz in Frankfurt aufmerksam wurde. Dort hat der Vater dreier Söhne, dessen literarische Gehversuche zu Studentenzeiten mit einem poetischen Tagebuch und Gedichten begann, bereits veröffentlicht. In der Kurzgeschichtensammlung „Ein Drache im Rotlichtviertel“ findet sich auch Brandts Episode „Wie der Drache zu seinem Personalausweis kam“. Daraus entwickelt der Klein Scharreler jetzt einen (weiteren) fantastischen Roman. Schreiben hat Suchtpotenzial.

Bei A. Fritz soll auch ein weiterer Brandt erscheinen – das Hörspiel „Nosferatu“, ein „heiteres Endzeitstück in fünf Akten“, das in jenen Jahren entstand, als der Klein Scharreler noch mit „Schott“ rang. Endzeit – wohl Brandts Thema.

Doris Grove-Mittwede
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2605

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