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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Kirche: Neues Konzept für Friedhofskapelle

10.02.2015

Westerstede Am Neujahrsempfang der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Westerstede im Evangelischen Haus nahmen mehr als 100 Gäste teil, darunter auch Hans von Seggern (Oldenburg) mit seiner Familie. Der 100-Jährige war von 1951 bis 1958 als Pastor in Westerstede im Einsatz.

Der geschäftsführende Pfarrer Malte Borchardt blickte auf ein Jahre der „Veränderungen und Erneuerungen“ zurück. Unter anderem nannte er die Neubesetzung der Pfarrstelle Ihausen/Halsbek mit Pastorin Dr. Daniela Koeppler, den hervorragenden Besuch von mehr als 22000 Menschen der St.-Petri-Kirche anlässlich der Rhodo, der Weggang von Pastor Dr. Urs Muther und Krankenhausseelsorger Ullrich Ostermann, die Einstellung der Kirchenmusikerin Daniela Müller und die Aktion „5000 Brote für die Welt“. Allen haupt- und ehrenamtlich tätigen Menschen dankte er für „gelebtes lutherisches Gemeindeleben“.

In ihrem Vortrag über „Bestattungskultur im Wandel“ sprach Pastorin Sabine Karwarth über grundlegende Veränderungen, „vor denen wir als Kirchengemeinde nicht die Augen verschließen können und wollen“. Sie erinnerte daran, dass noch vor wenigen Jahrzehnten der „Tod eine öffentliche Angelegenheit war und die Gemeinschaft Anteil nahm“. Diese Kultur habe sich verschoben: „Die Bestattung wird zur Angelegenheit der Familie“, und immer weniger Menschen seien bereit, ein Grab zu pflegen, sei es aus zeitlichen, gesundheitlichen oder sozialen Gegebenheiten. Eine anonyme Bestattung sei auf dem Westersteder Friedhof jedoch nicht möglich: „Der Friedhof ist nicht nur Ruhestätte, sondern auch Kulturlandschaft, ökologischer Ruheraum und ein Dokument der Zeitgeschichte“.

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Architekt Bernhard Brakenhoff stellte ein Konzept des Umbaus der alten Friedhofskapelle aus dem Jahre 1875 zu einem Kolumbarium – einem oberirdischen Gebäude oder Gewölbe, das der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dient – vor. Geplant sei im Kapellenraum ein Kolumbarium mit 158 Fächern für Urnen, wobei die Ruhezeiten analog zum Friedhof für 30 beziehungsweise 25 Jahre festgesetzt werden. Der Zugang zum Kolumbarium werde über begrenzte Öffnungszeiten für jeden Friedhofsbesucher gestattet, darüber hinaus mittels eines Transponders für Angehörige.

Über die Bedürfnisse am Ende des Lebens sprach Hospizleiterin Kea Freymuth. Begonnen hatte der Empfang mit einem Gottesdienst mit Pastor Michael Kühn in der St. Petri-Kirche.

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