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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Grammy für einen Ammerländer

31.01.2018

New York /Berlin /Westerstede Es war die große Nacht eines gebürtigen Westersteders. „The Grammy goes to... Martin Kistner, Andreas K. Meyer and Robert Russ“, hieß es am Sonntagabend (Ortszeit) in New York.

Martin Kistner stammt aus Westerstede. Hier wurde er 1983 geboren, hier machte er 2003 sein Abitur. Heute arbeitet er als Tonmeister in dem Berliner Studio B-Sharp.

Und in dieser Funktion erhielt er nun den wichtigsten Musikpreis der Welt. Ausgezeichnet für die 25 CDs umfassende Sammlung „Leonard Bernstein – The Composer“ in der Kategorie „Historisches Album“.

„Bei den ersten zehn CDs war mein Kollege Meyer, bei den anderen war ich federführend. Wir haben die alten Aufnahmen auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, sie an moderne Hörgewohnheiten angepasst“, sagt Kistner, als ihn die NWZ am Dienstagmorgen kurz nach der Landung seines Flugzeugs in Berlin per Telefon erreicht. Der 34-Jährige weiter: „Ich sage ganz bewusst ,wir‘, denn ohne das Team hätten wir diesen Preis nicht gewonnen.“

Die Wahrscheinlichkeit stand zwei zu fünf, einen Grammy in der Sparte „Historisches Album“ zu bekommen. Denn Kistner und seine Kollegen waren nicht nur für die Bernstein-Sammlung, sondern auch für ein zweites Projekt (die Bearbeitung von 1955 entstandenen Aufnahmen der Goldberg-Variationen) nominiert. „Als dann unsere Namen genannt wurden, war ich trotzdem perplex. Gerechnet hatte ich nicht wirklich mit dem Preis. Schließlich weiß man nicht, was die Konkurrenz so abgeliefert hat und was die Juroren bevorzugen.“ Die Überraschung merkte man Kistner denn auch an, als er auf der großen Grammy-Bühne seine kurze Dankesrede hielt. Es sei in New York „furchtbar aufregend“ gewesen, berichtet der 34-jährige zweifache Familienvater.

Aufregend war es auch für Kistners Eltern. „Wir haben mit dem Tablet auf den Knien auf unserem Sofa gesessen und uns die Veranstaltung live im Internet angesehen. Immer wieder ist die Übertragung abgebrochen“, erzählt Mutter Cornelia Kistner, die als Französisch- und Erdkundelehrerin am Gymnasium Westerstede arbeitet. Ihr Mann Harald ist stellvertretender Leiter der Kreismusikschule Ammerland. „Mein Mann hat die musikalische Ausbildung unseres Sohnes angeschoben und gefördert. Martin hat Klavierspielen gelernt. Aber er wollte auch schon immer was mit Technik machen. Also hat er in Berlin das Tonmeister-Studium absolviert. Das verbindet beide Bereiche“, sagt Cornelia Kistner.

„Irgendwie war es unwirklich, als Martins Name genannt wurde“, erinnert sich die Mutter an die Verleihungszeremonie. „Ich habe schlecht geschlafen in der Nacht und immer wieder von dem Satz geträumt ,The Grammy goes to...‘“, verrät die 62-Jährige.

Den Grammy gewonnen hat er zwar. In den Händen halten durfte Kistner die goldglänzende Trophäe in Form eines Grammophons aber zunächst nur für Fotos. „Ich bekomme den Preis zugeschickt. Er muss erst noch graviert werden. Unser Studio hat übrigens vorher schon zwei Grammys gewonnen“, erzählt Martin Kistner. Und in seiner Stimme klingt Zufriedenheit mit – 36 Stunden nach der großen Nacht des gebürtigen Westersteders.

Kerstin Buttkus
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2603

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