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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Ein echtes Juwel für die Region

30.07.2019

Rastede Eine der seltenen Gelegenheiten, an einer Führung durch das Rasteder Schloss teilzunehmen, hatten am Wochenende 150 Interessierte. Auch dieses Mal waren die drei halbstündigen Besichtigungen mit je 50 Personen in Windeseile ausgebucht gewesen, so dass eine lange Warteliste eröffnet werden musste.

Große Vorfreude herrschte bei den teils historisch gut vorgebildeten Teilnehmern. Ist es doch sonst nahezu unmöglich, einen Blick in das Innere des Schlosses zu werfen. Einer von ihnen war Dieter Menke aus Oldenburg, der die Oldenburger Geschichte interessiert studiert. Im vergangenen Jahr hatte er es nur auf die Warteliste geschafft. Hildegard Hoffmann, ebenfalls aus Oldenburg, war von Freundinnen animiert worden, sich um einen Platz zu bemühen. Ihr Interesse galt dem historischen Ursprung des Schlosses.

Caroline Herzogin von Oldenburg ließ es sich zu Beginn nicht nehmen, alle Teilnehmenden persönlich mit Handschlag zu begrüßen. Anschließend begann sie ihren mit großem Engagement und Herzblut rhetorisch hervorragend dargebotenen Vortrag. In einer guten halben Stunde wurde über die letzten 500 Jahre der Geschichte des Schlosses und der Familie im Speziellen sowie die europäische Weltgeschichte im Großen referiert.

Der kleine Rundgang begann auf den Gemäuern des altehrwürdigen Benediktiner-Klosters. Graf Anton Günther hatte sich 1643 auf ihnen ein barockes Jagdschloss als Sommerresidenz errichten lassen. Mangels erbfähiger Nachkommen fiel der Besitz anschließend an die Dänen, später an den bürgerlichen Justiziar Christoph Römer. 1777 erwarb der Großherzog Peter Friedrich Ludwig (PFL) das Anwesen für 11 000 Reichstaler.

Architekt Heinrich Gottlieb Becker und Landschaftsgärtner Carl Ferdinand Bosse, der den Rhododendron ins Ammerland brachte, befreiten das Schloss noch nicht von seinem barocken Charakter. Erst nach der Vertreibung durch die napoleonischen Kriege und der Rückkehr von „PFL“ aus dem russischen Exil in St. Petersburg (1813) reiften die Pläne für den jetzigen klassizistischen Stil des Schlosses.

Carl Heinrich Slevogt und Otto Lasius entwarfen den Nordflügel neu und veränderten das Dachgeschoss. Ein Brand im Jahre 1969 zerstörte den Mittelbau, der aber anschließend unter großer Anteilnahme der Rasteder Bevölkerung schnell wieder aufgebaut werden konnte.

Heute lebt die Familie von Oldenburg auf dem Gut Güldenstein in Ostholstein. „Der schulpflichtigen Kinder wegen, mussten wir uns festlegen. So oft es geht, sind wir gerne immer wieder in Raste-de,“ erläuterte Caroline von Oldenburg. Mindestens jedoch zum Oldenburger Landesturnier mit seinem berühmten Empfang für 150 bis 200 Reiter und den Rasteder Musiktagen, bei denen Christian von Oldenburg Schirmherr ist. Gleichzeitig engagiert sich Caroline von Oldenburg ehrenamtlich als 1. Vorsitzende im Verein der Freunde des Elisabeth-Krankenhauses, der aktuell für ein Musikhaus sammelt.

Aber auch die Umwelt beschäftigt die Familie von Oldenburg zurzeit. So hatte man sich am vergangenen Wochenende bewusst gegen die Bewässerung des Parks ausgesprochen, um die Trinkwasserressourcen zu schonen.

Dankbarer Applaus der Teilnehmer beendete die Führung durch das Rasteder Schloss. Christine von Oepen aus Bad Zwischenahn sprach am Ende sicherlich für viele Besucher: „Das war eine sehr informative Führung. Die Privaträume begeistern. Das Schloss ist ein echtes Juwel für unsere Gegend.“

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