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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Medienpädagoge An Kgs Rastede: Gehirnwäsche mit den Mitteln des Films

07.02.2020

Rastede An zwei Tagen beschäftigten sich 220 Schülerinnen und Schüler der Kooperativen Gesamtschule Rastede jetzt mit einem brisanten Thema: Wie werden Spielfilme genutzt, um Menschen für Ideologien zu gewinnen?

Im Zentrum stand ein berüchtigter NS-Propagandafilm: „Hitlerjunge Quex“. Im Jahr 1933, unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten konzipiert und in Auftrag gegeben, und dann innerhalb weniger Monate gedreht und fertig gestellt, setzt der Film ein Credo von Propagandaminister Josef Goebbels um: „Jene Propaganda ist die beste, die unsichtbar bleibt.“ Indirekt soll sie wirken und den Zuschauer, der eigentlich nur unterhalten werden will, beeinflussen.

Die Geschichte des Hitlerjungen Heini sollte die damaligen jungen Zuschauer für die Hitlerjugend und den Bund Deutscher Mädel begeistern und bei den Erwachsenen die Akzeptanz für den Nationalsozialismus voranbringen.

So subtil ist die Beeinflussung des Publikums, dass der Film ein Vorbehaltsfilm ist, den die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung als Rechteinhaber nur mit entsprechender Vor- und Nachbereitung zur Vorführung freigibt. Daher war Medienpädagoge Michael Kleinschmidt vom „Institut für Kino und Filmkultur“ nach Rastede gekommen und diskutierte mit den Schülerinnen und Schülern über die verwendeten filmischen Mittel und ihre Wirkung im Film und auf die Zuschauer.

Es gab manches Aha-Erlebnis, obwohl die teilnehmenden neun Klassen, die aus allen drei Schulzweigen der KGS kamen, sich im Unterricht intensiv auf Film und Diskussion vorbereitet hatten. „Bei mir hätte der Film auch funktioniert“, war oft zu hören.

Kleinschmidt lobte die Schülerinnen und Schüler für ihr aufmerksames Studium des Films und ihre kritischen und teilweise sehr detaillierten Beiträge. „Die Mittel der Beeinflussung funktionieren auch in heutigen Filmen noch“, resümierte Kleinschmidt. Die Schülerinnen und Schüler der KGS werden Filme künftig aber sicher wesentlich sensibler wahrnehmen, so Thorsten Meyer, Leider des Fachbereichs Sozialwissenschaften an der KGS.

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