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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Hier gibt’s bald 670 Vögel zu sehen

14.07.2018

Rostrup Rund 150 Quadratmeter ist er groß, der Ausstellungsraum. Nun ja, Ausstellungsraum ist ein recht hochtrabender Begriff angesichts der Lagerhalle, die sich derzeit noch hinter dem gläsernen Schauraum im Park der Gärten in Bad Zwischenahn befindet. Doch die Pläne für das Gebäude versprechen einiges, denn dort soll innerhalb der nächsten Monate ein kleines Museum für Vogelkunde entstehen.

„Heimischen Vögeln ein Zuhause geben“ lautet das Motto – und das ist sprichwörtlich zu nehmen, auch wenn hier nicht die Rede von lebenden, sondern von toten Vögeln ist, genauer gesagt von rund 670 präparierten Vögeln wie Schwan, Habicht oder auch Amsel. Ein Großteil der Präparate soll in dem Schauraum präsentiert werden – aufgeteilt nach Themen von „Siedlungen, Parks und Gärten“, Wald, „Wiesen, Felder und Moore“ oder auch „Greifvögel“, dargeboten in Form moderner Museumsgestaltung – schauen, fühlen, mitmachen. Darauf einigten sich die Kooperationspartner, die seit längerer Zeit dabei sind, die Vogelschau zu realisieren.

Das Konzept

Die Ausstellung „Heimischen Vögeln ein Zuhause geben“ verfolgt das Ziel, Besuchern die Lebensräume der Vögel vor Augen zu führen. Dabei soll aufgezeigt werden, was Vögel benötigen, um artgerecht zu leben, und wie sie geschützt werden können. Der Bogen wird vom eigenen Garten bis hin zu Wald, Feld oder auch Moor gespannt. Es wird Audio-, Multimedia- und Filmangebote geben, alles barrierefrei angelegt.

Nicht alle Exponate werden ständig gezeigt, sind aber später für Aus- und Fortbildungszwecke der Jäger stets zugänglich.

Neben den Lebensräumen wird auch ein Bereich unter der Überschrift „Kinderstube“ eingerichtet. Dort können Besucher verschiedenen Vögeln ins Nest schauen und mehr über die Fütterung der Jungen erfahren. Im Außenbereich sollen Schwerpunkte zum Thema gesetzt bzw. gezielt darauf hingewiesen werden. Dazu zählen Nisthilfen und vogelfreundliche Pflanzen.

Der Eintritt zur Ausstellung wird im Eintritt zum Park der Gärten beinhaltet sein.

Allen voran ist da Georg Wilts zu nennen, ohne den die Schau überhaupt nicht möglich wäre. Denn Georg Wilts – heute 80 Jahre alt – begann 1959 mit dem Präparieren von Vögeln. „Als Autodidakt“, wie er nicht ohne Stolz mitteilt. Denn alles, was er kann, hat er sich selbst beigebracht. Seinen ersten Vogel stopfte er noch als reines Hobby mit Tabak aus. Nach und nach folgten mehr Vögel, die ihm von Bekannten und Freunden vorbeigebracht wurden. Er wurde immer professioneller. Aus dem Hobby wurde ein Nebenerwerb, aus dem Nebenerwerb ein Beruf. „Das war 1971, da habe ich bei der Bundesbahn gekündigt und mich selbstständig gemacht“, sagt Georg Wilts. Er fertigte viele Auftragsarbeiten, vor allem von Jägern, aber ergänzte auch seine Sammlung immer wieder um neue Exemplare. Nicht zuletzt auch zur Freude von ganzen Schulklassen, die bei Georg Wilts vorbeischauen durften, um die heimische Vogelwelt einmal aus der Nähe zu betrachten.

1980 war dann Schluss mit dem Sammeln: Das neue Naturschutzgesetz verbat das Präparieren von geschützten Vögeln für den Privatgebrauch. Vor acht Jahren dann stand bei Georg Wilts ein Umzug an und es stellte sich die Frage, wohin mit den rund 670 Exponaten. Die Gemeinde Bad Zwischenahn sprang ein und lagerte die Präparate ein. „Verkaufen wollte ich die Sammlung nicht, sie ist viel zu einmalig“, so der 80-Jährige. Vor zwei, drei Jahren habe er dann mit Christian Wandscher vom Park der Gärten über die Sammlung gesprochen, und in beiden sei die Idee gereift, dass die Präparate irgendwie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. „Ohne Herrn Wandscher wären wir heute nicht so weit.“

Aus der Idee wurden im Laufe der vergangenen Jahre und Monate konkrete Pläne. Die Arbeitsgruppe mit Wilts, Wandscher, Vertretern von Umweltbildungszentrum, Jägerschaft Ammerland, Gemeinde, Nabu und fachkundigen Ornithologen sowie der Firma Erlebniskontor Bremen arbeitete den Plan für die Ausstellung aus. Kaum stand das Konzept, wurde die benötigte Summe von 625 000 Euro eingeworben. Unter anderem gaben Gemeinde, Stiftungen und Jägerschaft, aber auch die Bingo-Lotterie Geld dazu. Darüber hinaus konnten Fördertöpfe angezapft werden. Bis September geht es jetzt in die Ausführungsplanung, im Oktober beginnen die Umbauarbeiten. Wann genau mit der Fertigstellung zu rechnen ist, bleibt abzuwarten. Sicher ist: In den Sommerferien 2019 wird das Museum fertiggestellt sein und den Gästen die heimische Vogelwelt näher bringen.

Anuschka Kramer
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2602

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