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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Trauriger Ritter weiß zu begeistern

26.11.2018

Rostrup Wenn ein verwirrter alter Mann die Texte in seinen Ritterromanen für die Realität hält, können sich irre Geschichten und fantastische Abenteuer entwickeln. Vor allem, wenn der Mann in einer selbstgebastelten Ritterrüstung durch die Lande ziehen will.

Bestens unterhalten waren am Samstagabend die 65 Zuschauer in der Motormühle Rostrup. Sie sahen die Premiere des Theaterstückes „Don Quixote“, dem ersten Bürgertheater-Projekt des Fördervereins „Kirchmühle“. Maßgeblich gefördert wurde das Projekt durch Mittel des Kulturparlaments „Oldenburgische Landschaft“.

Zwei Monate hatte das Ensemble in mehreren Workshops unter Leitung der Berufsschauspieler Christoph Huber und Stefan Dehler vom freien Theaterkollektiv „stille hunde“ aus Göttingen geprobt. Seinen besonderen Reiz bezieht das Stück nach Romanvorlage von Miguel de Cervantes daraus, dass Dehler (Don Quixote) und Huber (Sancho Panza) fünf Laiendarsteller zur Seite stehen, von denen vier Platt sprachen.

Vorhang auf, Bühne frei, das Spiel beginnt: Herr Quesada, in seiner Zerbrechlichkeit und Verwirrtheit hervorragend von Austermann gespielt, wird auf Anraten des Pastors (gespielt von Torsten Scheweling) seiner Ritterromane beraubt. Das soll Ouesadas Geist reinigen und seine Verwirrtheit stoppen.

Richtig Fahrt nimmt das Stück auf, weil eine fiktive Theatertruppe die vermeintlichen Erlebnisse von Quesada als Don Quixote, dem Ritter von der traurigen Gestalt, mit seinem treuen Knappen Sancho Panza auf dem Marktplatz probend nachspielt. Mit spartanischen Kulissen, Requisiten und Kostümen wurden die Zuschauer in eine dichte Atmosphäre und die kuriosen Abenteuer des Ritters eingebunden.

Dabei hatte die vor Spielfreude glühende Waltraut Boyken als Haushälterin mit unverfälschtem Platt die spontanen Lacher auf ihrer Seite. Christine Kollmannsperger, die die extra aus Sevilla angereiste Schwester von Quesada spielte, ging in der Rolle der Städterin auf, die sich in der kargen Mancha deplatziert vorkommt.

Durch mitreißendes Spiel und Situationskomik schafften es die Darsteller, permanent Lacher als Ausdruck inneren Mitgehens zu provozieren. Großen Anteil daran hatte auch Jonnie Vogelsang, der ebenfalls vor Spielfreude sprühte und sich nicht zu schade war, im Löwenkostüm aufzutreten. „Mein Mann war vor dem Auftritt gar nicht nervös. Er spielt super und witzig. Sein Ostfriesisch ist eine Sonderform des Plattdeutschen“, kommentiert eine stolze Ehefrau Marion.

Stefan Dehler und Christoph Huber waren von der tollen Atmosphäre in der Motormühle begeistert. „Das Publikum ist super mitgegangen. Großes Lob an unser Ensemble, das sich richtig reingekniet hat und zu einer verschworenen Einheit zusammengewachsen ist“, lautete das Urteil des Experten. Weitere Aufführungen des Stückes folgen im Mai 2019.

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