• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Schloss öffnet erstmals für Besucher

16.01.2014

Rastede Wer das Rasteder Schloss einmal von innen sehen wollte, musste bislang zu einem ausgewählten Kreis gehören. Das Schmuckstück am Rande des Schlossparks war der Öffentlichkeit bislang nämlich nicht zugänglich. Lediglich zu den Internationalen Rasteder Musiktagen und zum Oldenburger Landesturnier gab es Empfänge, bei denen eingeladene Persönlichkeiten einen Blick ins Innere des Gebäudes werfen konnten.

Künftig wird das Baudenkmal nun einem weiteren Personenkreis zugänglich gemacht. „Nach der Restaurierung werden wir das Schloss mindestens einmal im Jahr für Führungen öffnen“, kündigt Christian Herzog von Oldenburg an. Ein Termin für diese erstmalige Öffnung steht bislang aber noch nicht fest.

In Frage kämen drei Termine, sagt der Herzog. Möglich wären Führungen zu den Musiktagen oder zum Landesturnier, wenn die herzogliche Familie sich ohnehin in Ras­tede aufhält, oder zum Tag des offenen Denkmals, der am 14. September stattfindet. „Wir streben einen möglichst frühen Termin an“, sagt der Herzog.

Arbeiten fast beendet

Abhängig ist dies vom Fortschritt der Restaurierung. Wie berichtet, war im vergangenen Jahr begonnen worden, die Front des Gebäudes zu sanieren. Aus diesem Grund war das Schloss über mehrere Wochen eingerüstet gewesen. „Die Arbeiten an der Vorderseite sind so gut wie abgeschlossen“, berichtet der Herzog.

Die Tür und die denkmalgeschützten Fenster waren ebenso wie die Klappläden überarbeitet worden. Außerdem habe die Fassade einen neuen Schutzanstrich erhalten, sagt der Herzog. Darüber hinaus wurde das Dach auf Leckstellen überprüft und ausgebessert.

Zurzeit werde die Rückseite des Schlosses eingerüstet, damit dann auch dort Fenster und Fassade restauriert werden können. Außerdem sollen noch zwei Einläufe für die Regenrinnen vergrößert werden, kündigt der Herzog an. „Die Arbeiten sollen in Abhängigkeit von der Witterung zeitnah fortgesetzt werden.“

Finanzierung aufgeteilt

Nach Auskunft der Oldenburgischen Landschaft kostet die Restaurierung des Schlosses rund 400 000 Euro. Diese Summe teilen sich zu je einem Drittel die herzogliche Familie, private Sponsoren sowie öffentliche Geldgeber (unter anderem das Land Niedersachsen, der Landkreis Ammerland und die Gemeinde Rastede).

Im Herbst hatte der Herzog es noch ausgeschlossen, dass das Schloss für öffentliche Führungen zugänglich gemacht wird. Diese Ankündigung hatte für Irritationen gesorgt, weshalb sich die Oldenburgische Landschaft als Mittler zwischen der herzoglichen Familien und der Öffentlichkeit eingeschaltet hatte, sagt der Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Thomas Kossendey. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das berechtigte Interesse der Öffentlichkeit, das Schloss auch besichtigen zu können – zumal die Restaurierung aus Steuergeldern und mit der Unterstützung von privaten Sponsoren ermöglicht wird. Diese Irritationen seien inzwischen durch die Ankündigung des Herzogs, Führungen zu ermöglichen, ausgeräumt.

Dass das Schloss der Öffentlichkeit bislang verschlossen blieb, hat in der Bevölkerung immer wieder für Unverständnis gesorgt. Im Jahr 2008 fertigte der Rasteder Künstler Dieter Hagen aus diesem Grund ein Ölgemälde unter dem Titel „Schattendasein“ an. „Dieses Bild symbolisiert den Wunsch vieler Bürger und Besucher der Gemeinde Ras­tede, das Schloss Rastede der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit zur Besichtigung freizugeben“, sagt Hagen.

Das Bild zeigt ein vergilbtes Foto mit dem Rasteder Schlossmotiv, das mit drei Reißzwecken an einem Block befestigt wurde. Die linke obere Ecke des Fotos ist geknickt, so dass es scheint, als läge das Schloss im Schatten, erklärt Hagen.

Der Blick des Betrachters werde jedoch zunächst auf das Innere eines mechanischen Schlosses gelenkt, welches auf dem Block vor einem Stiefmütterchentopf und einem Schlüssel angeordnet ist. An der simplen Technik des Schlosses hat scheinbar „der Zahn der Zeit“ genagt: „Rostansatz und verharztes Öl lassen Schwergang vermuten, der sinnbildlich auf die bisher verweigerte Öffnung des Gebäudes zu übertragen ist“, erläutert der Künstler.

Der im Vordergrund liegende Schlüssel ist verformt. Der Versuch, die blockierte Mechanik zu überwinden, scheint gescheitert. „Am Schlüsselauge ist eine Kordel befestigt, an deren Schlaufe eine Quaste hängt, die einen Theatervorhang versinnbildlicht und die vielfältigen kulturellen Nutzungsmöglichkeiten dieses einzigartigen Profanbaus – wie etwa Konzerte, Ausstellungen und Lesungen – aufzeigt“, so Hagen. Das gegenüberliegende Erbprinzenpalais, das heute bereits als Kulturstätte genutzt wird und das Gemeindearchiv beherbergt, könne in diesem Zusammenhang vorbildhaft erwähnt werden.

Gemälde des Schlosses

Darüber hinaus erhebt sich aus dem Schatten des Schlosses, in Gestalt eines Stiefmütterchens, der Herzog mit einigen Ablegern. Die blass wirkende Blüte, die nicht besonders verheißungsvoll anmutet, unterstreicht die „stiefmütterliche Behandlung“ dieser Anlage, sagt Hagen, dessen Wunsch es ist, das Schattendasein des eindrucksvollen Schlosses zu beenden und es nicht bei „einem Blick durch das Schlüsselloch“ zu belassen. Ein Wunsch, der bald in Erfüllung gehen wird.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
Rufen Sie mich an:
04402 9988 2620
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.