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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

„Spieletag wichtiger als der Arzttermin“

24.01.2007

EDEWECHT Seit 2002 gibt es das Angebot. 30 Seniorinnen und Senioren kommen regelmäßig.

von Christian quapp EDEWECHT - Es ist 9 Uhr am Dienstagmorgen. Menschen, die nicht zur Arbeit müssen, frühstücken oder liegen gar noch im Bett. Ganz anders ist das bei Senioren in Edewecht. Sie, oder zumindest einige von ihnen, sitzen um diese Zeit bereits an Tischen im „Haus der Begegnung“.

„Kurz vor Weihnachten im Jahr 2002 haben wir uns zum ersten Mal getroffen“, erinnert sich Ilse Fuß. Die 72-Jährige kümmert sich gemeinsam mit Helge Kahnert um das Programm „Klönen und Spielen“ des Seniorenbeirats.

Jeden Dienstag von 9 bis 11.30 Uhr treffen sich rund 30 ältere Menschen im „Haus der Begegnung“. „Zu Anfang waren wir höchstens zehn Leute“, erinnert sich Ilse Fuß. „Aber wir wurden immer mehr. Besonders schön finde ich es, dass auch so viele Männer zum Klönen und Spielen kommen.“

Bei Kaffee, Tee und Keksen sitzen die Frauen und Männer in kleinen Gruppen an Tischen und spielen. Doppelkopf, Skat, aber auch das Spiel Rummikub. sind hier sehr beliebt. „Wir haben auch schon ’mal versucht, ein anderes Programm anzubieten, um etwas Abwechslung zu schaffen. Wir wollten beispielsweise eine Lesung veranstalten. Aber unsere Seniorinnen und Senioren haben das abgelehnt, die wollen einfach nur spielen“, erklärt Ilse Fuß.

Das bestätigt auch Margrit Woida. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ohne unseren Spieletag wäre. Dafür verschiebe ich sogar Arzttermine.“ Sie spielt gerade mit Gerda Bruns und Waltraud Richert Rummikub, nebenbei unterhalten sich die drei Damen. „Ich bin erst vor einem Jahr zugezogen“, erzählt Gerda Bruns. „Der Spieletag ist dann schon eine tolle Sache, man findet hier leicht Anschluss.“ Ganz ähnlich geht es Waltraud Richert, auch sie lebt erst seit kurzer Zeit in der Gemeinde und freut sich über die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und mit den anderen Gästen ins Gespräch zu kommen.

Während gespielt wird, geht Ilse Fuß von Tisch zu Tisch, verteilt Kaffee und Tee und sorgt für Kekse. „Ich selbst spiele gar nicht mit“, erzählt sie, „dafür bleibt mir nicht die Zeit.“

Das „Haus der Begegnung“ kann die Gruppe kostenlos nutzen, heiße Getränke und Gebäck werden über eine Kaffeekasse finanziert. „Die Leute kommen so gerne, weil sie zu nichts verpflichtet sind“, glaubt Ilse Fuß. „Bei uns wird geklönt und alle sin zufrieden.“ Sogar an Weihnachten, zu Ostern und zum Karneval gibt es Spieletage. „Dann gibt’s etwas besonderes zu essen und gespielt wird obendrein“, erklärt die Organisatorin.

Auch Donnerstagmorgen wird „Klönen und Spielen“ im „Haus der Begegnung“ angeboten. „Da kommen aber wesentlich weniger Leute“, so Ilse Fuß.

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