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KONZERT: Technische Brillanz mit großer Lockerheit verbunden

01.06.2005

WESTERSTEDE WESTERSTEDE - Zu einem Konzert mit einem Nachwuchs-Bläserquartett hatte jetzt die Vortragsvereinigung Westerstede eingeladen. In den Räumen der Ammerländer Wohnungsbaugesellschaft, besser gesagt in deren akustisch überaus reizvollem Treppenhaus, waren vier Instrumentalisten mit vielsagenden Lebensläufen zu Gast. Für die jungen Musiker, allesamt ausgezeichnet mit renommierten Preisen nationaler und internationaler Wettbewerbe, war es das letzte Konzert in dieser vom Landesmusikrat geförderten Besetzung.

Samuel Seidenberg (Horn), Fabian Schäfer (Oboe), Balazs Taiger (Klarinette) und Phillipp Zeller (Fagott) boten ein publikumswirksames Programm. Zu Beginn des Konzertes erklang das Bläserquartett Es-Dur op. 8 Nr.2 von Carl Stamitz, technisch und musikalisch auf höchstem bläserischen Niveau, hervorragend intoniert und auffallend homogen in der Artikulation, sowie fein abgestimmt im agogischen wie auch dynamischen Bereich. Hier überzeugte ein frisches und junges Musizieren sowohl in den forschen Tempi der Ecksätze als auch in der ausgeprägten Melodieführung und der dezenten Begleitung der Mittelstimmen im Horn und Fagott.

Die Akustik bereitete wohl leichte Probleme im Zusammenspiel auch im zweiten Werk des Abends, einigen bekannten Arien aus Mozarts Zauberflöte. Hier wäre eine leichtere Artikulation angebracht gewesen, bisweilen klang es etwas schwerfällig.

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Nach der Pause gab es Musik von Schantl, Freischützanalogien nach Weber sowie Variationen Beethovens über das Thema „La ci darem la mano" aus Mozarts Don Giovanni. In beiden Werke in jeweils unterschiedlicher Triobesetzung überzeugten die Musiker durch anspruchsvolle und souveräne Klanggestaltung, weg von dem dezent verspielten hin zu voller Klangpracht ihrer Instrumente. So interpretierten im Freischütz besonders Horn und Klarinette lange Kantilenen sauber und musikalisch mit großen Gesten. In den Beethovschen Variationen erwies sich der Fagottist Zeller als einfühlsamer Begleiter, konnte aber auch in seinen Fagottvariationen technisch und vor allem musikalisch brillieren. Eindrucksvoll wie sich die vier Musiker bei aller Virtuosität Zeit nahmen, einzelne Phrasen zu gestalten, Verzierungen förmlich zelebrierten und musikalisch detailgenau arbeiteten.

Im Schlusswerk des Abends, Sätzen aus einer Fledermaus-Suite von Strauß, bewiesen die vier Bläser noch einmal gekonnt frisches, beschwingtes Musizieren, im letzten Satz und der Zugabe „Stoßt an" fast im Sinne von Unterhaltungsmusik, bei der man bei dem Klarinettisten dessen ungarisches Blut spüren konnte. Ein souveräner Auftritt eines viel versprechenden jungen Ensembles, das zeigte, wie sich technische Brillanz mit lockerem Musizieren vereinbaren lassen.

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