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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Verschmähte Liebe führt zur Tragödie

13.03.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T12:51:24Z 280 158

Kultur:
Verschmähte Liebe führt zur Tragödie

Augustfehn Ein junger Mann sitzt in einem Rollstuhl und hört seiner Freundin zu, die ein Lied für ihn singt. Sein Lächeln drückt sein Glück aus, welches er in diesem Moment empfindet. Mit dieser Szene beginnt das Theaterstück „Angeklagt ist...“ der Theater-AG der OBS Augustfehn.

In den folgenden 50 Minuten wird in zahlreichen Rückblenden erklärt, wie es zu der eingangs beschriebenen Szene kam. Und mit jeder Minute wird das Publikum im voll besetzten Veranstaltungsraum der Schule weiter in eine Geschichte gesogen, die von unerfüllter Liebe und Angst handelt. Vom sogenannten Stalking, dem krankhaften Verfolgen und Belästigen eines Menschen. Sehr schnell wird auf der Bühne deutlich, welche Gefahren in diesem Verhalten liegen. Immer wieder wird der Täter J.T. im Gespräch mit einer Jugendpsychologin gezeigt. Im Laufe des Stücks öffnet er sich immer weiter und gibt Einblicke in seine Gedanken.

Die von ihm verfolgte Lucy sucht Hilfe bei ihrem Freund und der besten Freundin, ohne aber zu merken, dass sie schon längst im Netz des Stalkers gefangen ist. Schließlich kommt es zu einer Gewalttat, die das Leben aller Beteiligten verändern wird.

Die Mitglieder der Theater-AG haben sich auf Anregung der Schülerinnen Imke Martens und Ann-Kathrin Tamke mit dem Thema „Stalking“ auseinandergesetzt. Das Stück entstand in einer rund halbjährigen Probenphase.

Bemerkenswert ist: Sämtliche Texte sind nicht vorgeschrieben, sondern entspringen der Improvisation. „Wenn jemand das Stück mehrmals sieht, wird er immer andere Texte hören“, erklärt Imke Martens, die auch die Rolle des Stalkers J.T. spielt. Ann-Kathrin, die die Rolle der Lucy verkörpert, fügt hinzu, dass Lehrer Ingo Zach ihnen bei der Erstellung der Geschichte vollkommen freie Hand gelassen habe.

Mit Beleuchtungseffekten wird der Stalker als überlebensgroße Figur dargestellt, die als Schattenriss äußerst angsteinflößend wirkt. Lucy hingegen schimmert blass und verletzlich und passt so hervorragend in das Stück. Orio, der Freund von Lucy, wird – wie alle anderen Rollen im Stück – von einem Mädchen gespielt. Neben den Hauptdarstellern tritt der Rest der Gruppe als Schulklasse auf, die sich mal laut, mal leise zu Wort meldet.

Vor allem in einer Szene, die auf dem Schulhof spielt, ist bei den jungen Laien-Schauspielern aber zu merken, dass mit einem Augenzwinkern der ein oder andere Lehrer persifliert wird. So hat dieses sehr ernste Thema doch auch eine heitere Seite.