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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Vier Tage lang leben wie im Mittelalter

16.05.2015

Rastede „Die meisten Kleidungsstücke sind selbst genäht“, sagt Jessica Bakenhus. Die Rastederin spricht von jener dem Spätmittelalter nachempfundenen Kleidung, die sie und ihre Mitstreiter von den „Rasteder Löwen“ während des noch bis Sonntag auf dem Rasteder Turnierplatz stattfindenden Mittelalterlich Phantasie Spectaculums tragen. Seit mittlerweile 17 Jahren gibt es die Gruppe, seit 17 Jahren ist sie beim Spectaculum mit Begeisterung dabei. In diesem Jahr zeigen die derzeit 19 Aktiven des harten Kerns aus vielen Teilen Deutschlands in ihrem Lager ganz stolz ihre brandneue Standarte.

Die Waffen und die Ritterutensilien, die Ehemann Dirk trägt, sind jedoch gekauft. „Auch hier in Rastede gibt es viele Stände aus Tschechien, die diese Utensilien bezahlbar und in vernünftiger Qualität anbieten – vom Ritterhelm bis zum Schwert“, weiß Bakenhus. Er und die anderen „Löwen“ sind nicht nur in Rastede aktiv – auch Treffen in Bückeburg, Telgte oder Hamburg-Öjendorf werden übers Jahr besucht.

„Die Saison beginnt aber in Rastede“, erklärt Jessica Bakenhus, die mit ihren Mitstreitern beim aktuellen Spectaculum dem Lager wie im vergangenen Jahr auch einen „Gören-Pferch“ angegliedert hat, in dem Eltern ihre Kleinkinder – ohne Betreuung – mal aus dem Kinderwagen heben können. „Sonst werden die Kleinen zwischendurch quakig“, weiß die Rastederin.

Die „Löwen“ haben ihr Lager ebenso zugewiesen bekommen wie alle anderen teilnehmenden Gruppen des Spectaculums auch. „Wenn man das erste Mal mitmachen will, dann muss man sich regelrecht bewerben“, erzählt Dirk Bakenhus von einer straffen Organisation der gewaltigen Veranstaltung. Und jedes Jahr müssen sich die Gruppen wieder mindestens ein halbes Jahr vor der Veranstaltung anmelden.

Während des Festivals leben die „Löwen“ in ihrem Lager, schlafen und kochen dort – und entschleunigen für ein paar Tage ihren sonst doch deutlich hektischeren Alltag. Auch die Abstinenz jeglicher Technik wie Handy oder Computer tut den Teilnehmern außerordentlich gut, wie sie einräumen.

„Schön ist zudem, dass wir beim Spectaculum und ähnlichen Treffen mit Gleichgesinnten zusammenkommen“, verdeutlicht Dirk Bakenhus, dass Geselligkeit und Freundschaft auch bei den regelmäßigen Treffen der Gruppe das Wichtigste sind. Wie wohl alle Gruppen auf dem Rasteder Turnierplatz freuen sich auch die „Löwen“ über die vielen Besucher, die bei ihnen Station machen und ihnen Löcher in den Bauch fragen über die Kleidung etwa – oder übers Kochen auf offenem Feuer.

Das übrigens geschieht möglichst „mittelalterlich“. So sind etwa Kartoffeln eigentlich verpönt, weil es die damals in Europa noch nicht gab. So richtig eng sehen es die Rasteder denn letztlich allerdings doch nicht mit der Authentizität: „Da werden sich in diesen Tagen wohl auch mal Buchstaben-Nudeln in die mittelalterliche Suppe schleichen“, sagt Jessica Bakenhus und lacht.


Infos zum Programm unter   www.spectaculum.de 

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