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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Von der Seefahrt zur Malerei

09.10.2014

Bad Zwischenahn „Maritime Inspirationen“ heißt die Ausstellung, die derzeit beim Verein der Kunstfreunde zu sehen ist. Hier zeigt der Moormerländer Maler und Grafiker Herbert Buß eine Auswahl seiner Werke. Dass der Künstler Ostfriese „durch und durch“ ist, eng verbunden mit der Seefahrt, zeigt ein Besuch in seinem Atelier und seiner Galerie in Boekzetelerfehn. Hier, in einem denkmalgeschützten, liebevoll restaurierten Gulfhaus, einem alten Familienbesitz mitten in der Fehnlandschaft unmittelbar am Fehnkanal gelegen, lebt er mit seiner Familie seit mehr als 30 Jahren.

Und hier, im weitläufigen Atelier entstehen seine maritimen Werke, von denen man sich gleich eine Tür weiter in seiner Galerie „Navalis“ ein Bild machen kann: Ob große Seestücke oder dramatische Regattabilder, Schiffsporträts, Bilder von Ebbe und Flut, Radierungen oder auch experimentelle Arbeiten, die Vielfalt der Arbeiten ist überraschend und zeugt von einem erstaunlichen künstlerischen Spektrum. Besonderer Schwerpunkt des Malers sind Seeschiffe. Herbert Buß hat sie auf seinen Seefahrerzeiten selbst kennen gelernt als Ort harter Arbeit unter oft schwierigen Bedingungen. Schiffe auf dem Meer – Frachtschiffe, Segelschiffe, Kutter – seien alle „Persönlichkeiten“, die er darstellen möchte. Daher befasst er sich mit ganz konkreten ostfriesischen Schiffen wie dem Frachter „Johann Schulte“, den auch sein Vater als Kapitän geführt hat. „Für mich haben Schiffe eine Seele. Ich bin an Bord, wenn ich sie male“, bekennt Herbert Buß.

Gestochen scharf, wie durch eine Lupe, detailgenau bis zur letzten Luke, zeichnen sich die Schiffskörper von den Wellen ab. Dabei weiß der Maler aus eigener Erfahrung, wie sich Schiffe im Spannungsfeld von Wellen und Sturm verhalten und wie sie im Wasser liegen. Er malt seine Schiffsporträts teils in völlig ruhigem Wasser, dargestellt in der Tradition der früheren „Kapitänsbilder“, oft aber auch in wild bewegter, oder schwerer See in ihrem Kampf mit den Naturelementen.

Im Schaffen des Künstlers dreht sich alles ums Maritime und so wundert es nicht, dass sich aus dem Werkbereich „Marinebilder“ die „Regatta-Bilder“ entwickelten. Sie zeigen die Dynamik und Dramatik des Kampfes des Menschen mit Wellen und Wind im Wettstreit mit sportlichen Gegnern, aber auch die Ästhetik und Harmonie des Wettkampfes. Die maritime Thematik greift der Künstler auch in grafischen Arbeitstechniken wie in seinen Radierungen auf. Hier werden Formen, Strukturen und Farbgebung auf das Wesentliche reduziert wie in der „Juist-Serie“ oder bei den „Windloopers“.

Herbert Buß wurde 1949 in Warsingsfehn geboren. Er stammt aus einer Seefahrerfamilie und fuhr als Schüler und später als Student oft zur See. Nach seinem Wirtschaftsstudium war er unter anderem Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Ostfriesland. Seine künstlerische Laufbahn begann er als Autodidakt. In den letzten 20 Jahren konnte er seine Arbeit durch ständige intensive Fortbildung weiterentwickeln in Richtung Professionalität. Mit zahlreichen Ausstellungen in der Region hat er sich einen Namen gemacht. Dabei ist er bescheiden geblieben: „Ich male für mich, nicht für andere“, betont Herbert Buß.

„Maritime Inspirationen“ ist noch bis zum 31. Oktober montags bis freitags jeweils von 10 bis 12.30 Uhr und 15 bis 17.30 Uhr beim Verein der Kunstfreunde, Bahnhofstraße 7, zu sehen.

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