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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Werke einer großen Satirikerin

05.08.2014

Rastede Zur Vernissage der Ausstellung „Überwiegend heiter, teils wolkig“ mit Werken von Helga Kreuzritter aus Bad Zwischenahn war das Palais Rastede am Sonntag voll besetzt.

Palais-Leiterin Dr. Claudia Thoben wies besonders auf die Vielseitigkeit der Künstlerin hin. Die Skulptur „Traum vom Fliegen“, die aus Metall und textilem Material besteht, zeuge davon, sagte Claudia Thoben. „Soll man schmunzeln, weil das Gerät aerodynamisch sowieso nicht fliegen kann?“, fragte sie das Publikum.

Es könnte aber auch ein Appell an den Fortschrittswahn in der Technologie sein. Die Künstlerin wolle unbequem sein und provozieren, aber auch mit Witz und Humor überraschen, hatte Claudia Thoben bei den Vorbereitungen der Ausstellung festgestellt.

Dr. Peter Schütt, Schriftsteller und Kunstkritiker aus Hamburg, stellte fest, dass die deutsche Kunst, vor allem die Malerei, Weltruf erlangt hätte. Die größten Galerien würden zurzeit besonders deutsche Kunst verkaufen. Auch die Werke von Helga Kreuzritter seien dabei, wenn international bekannte Kunsthändler Sammlungen in alle Welt verkaufen würden.

„Unter den deutschen Künstlern der postmodernen Gegenwart bildet Helga Kreuzritter eine absolute Ausnahme“, meinte Schütt. „Sie geht mit viel Ernst an ihre häufig gesellschaftskritischen Themen heran. Und doch zeigt sie ein bewunderungswertes Maß an Humor, an Selbstironie und clownesken Inszenierungen. Sie ist eine begnadete Satirikerin“, sagte Schütt. Er war der Meinung, dass Helga Kreuzritter konsequent eigensinnig „mit einer niederdeutschen Sturheit“ ihre eigenen Wege geht. Sie würde keiner Mode folgen, keiner Schule und keiner Kunstrichtung und Seilschaft.

Besonders hob Schütt die „Alu-Paintings“ von Helga Kreuzritter hervor, bei denen auf Aluplatten Farbe aufgetragen wird, aber Flächen frei bleiben, in denen der Betrachter, die Natur oder auch stehende Objekte sich spiegeln und dadurch immer wieder neue Bilder entstehen.

Die Ausstellung „Überwiegend heiter, teils wolkig“ – Malerei, Installation und Plastik ist bis zum 28. September im Palais Rastede zu sehen.

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