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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Kunst für alle Geschmäcker

13.09.2017

Westerstede „Durch Kunst und nur durch Kunst erreichen wir Vollkommenheit; durch Kunst und nur durch Kunst entgehen wir den grauenhaften Gefahren des Alltags“, schrieb einst der irische Schriftsteller Oscar Wilde (1854 bis 1900). Ob er recht hat, bleibt dahingestellt – doch vorsichtshalber ist es doch gut zu wissen, dass der Bahnhofsverein Westerstede für das neue Kulturjahr allerlei vorbereitet hat, um eben jenen „grauenhaften Gefahren des Alltags“ zu entkommen.

Konzerte, Kabarett, Ausstellungen – die Auswahl ist groß, die Genres ebenso. Cineasten und solche, die zwar nicht zu den Verehrern der Filmkunst und Kenner der Filmgeschichten zählen, aber dennoch auf etwas andere Filme stehen, sind bei den regelmäßigen Kino-Vorführungen richtig. Am Donnerstag, 21. September, beispielsweise flimmert „Von Bananenbäumen träumen“ über die Leinwand des Güterschuppens. Der Streifen erzählt von den Bewohnern eines Dorfes im Mündungsgebiet der Elbe, die eine neue Geschäftsidee entwickeln, um ihr Dorf zu retten.

„Abwechslung ist das Motto des Bahnhofsvereins bei der Programmauswahl“, wirbt Bernhard Brakenhoff, Vorsitzender des Bahnhofsvereins Westerstede, für das Jahresprogramm. Ausstellungen, Kabarett, Kino, Musik, Lesungen sowie Kunst- und Handwerksmarkt seien feste Bestandteile. Dabei setze der Zusammenschluss auf einen Mix von Bewährtem und Neuem. „Es werden Künstlerinnen und Künstler sowie Ausstellerinnen und Aussteller zu hören und zu sehen sein, die inzwischen zu unseren Stammgästen zählen, aber auch neue Gesichter stellen sich vor.“

Zurück in die 20er Jahre

Was erwartet die Besucher also? Zu nennen wäre da beispielsweise der Auftritt von Sigrid Grajek, die in die Rolle von Claire Waldoff schlüpft, eine Kabarett-Ikone der 1920er Jahren in Berlin. Von 1907 bis 1935 war sie ein Star, ihre Lieder wie „Hermann heeßt er“ oder auch „Raus mit den Männern aus dem Reichstag“ wurden auf der Straße gesungen. Claire Waldoff trat im Herrenanzug auf, rauchte Pfeife und Zigarre, liebte Nordhäuser Korn, fluchte wie ein Müllkutscher und lebte offen mit ihrer Lebensgefährtin zusammen. Für Schauspielerin Sigrid Grajek, die die 20er-Jahre-Kabarettistin auf der Westerstede Bühne zum Leben erweckt, ist Claire Waldoff „Urmutter aller Kabarettistinnen“. Das Publikum kann sich am 25. November davon überzeugen.

Und apropos bekannte Persönlichkeiten, die in Westerstede zu sehen und zu hören sind – auch Klaus Hoffmann schaut im Güterschuppen vorbei, und zwar am 14. April. Im Gepäck hat er eine musikalische Lesung. Hoffmann erzählt von der Suche nach den Spure seines Vaters, der schon früh verstarb. Alles dreht sich um das Sich-Finden und um den Kreislauf von verlieren, lieben und erneut verlieren.

Doch nicht nur Worte, auch Bilder erhalten ihren Raum im Kulturjahr, wenn auch teilweise in besonderer Form. Wie sagte der deutsche Schriftsteller Wilhelm Busch (1832-1908) einmal so schön. „Stets findet Überraschung statt, da, wo man’s nicht erwartet hat“ – und so gibt es tatsächlich noch keinen Hinweis darauf, was bei der Ausstellung Mail-Art im Januar gezeigt wird.

Kunst aus aller Welt

Doch das hat seinen Sinn: So sind Künstler aus aller Welt eingeladen, sich unter dem Motto „Was blüht uns dieses Jahr?“ auf dem Postweg mit Karten und Briefen an der Schau zu beteiligen. Denn das ist das Prinzip der Mail-Art, die sich in den 1960er Jahren als eine demokratische, spontan und aktuell auf das Zeitgeschehen reagierende Kunstform entwickelte. Eine Art Kommunikation der Kunst ohne Einschränkungen – aber mit Briefmarke.

Alles in allem stehen mehr als 20 Veranstaltungen auf dem Programm, die in Westerstede zu Abstechern in die Kunst- und Kulturszene verführen. Da hilft es vielleicht, sich erneut an Oscar Wilde zu halten: „Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!“

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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