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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Kunstwerk: 70 000 Steine gehen auf Reisen

08.02.2019

Westerstede 50 Jahre thronte das sechseinhalb Meter hohe und fast zweieinhalb Meter breite Kunstwerk von Georg Schmidt-Westerstede aus gläsernem Mosaik an der Wand der Neuapostolischen Kirche im Bohmsende in Westerstede. Doch jetzt ist es verschwunden. Wo vorher das goldfarben strahlende Kreuz im blauen Gewand die Blicke der Kirchgänger fesselte, sind nur noch karge weiße Steine und Zement zu sehen.

Von Montag bis Donnerstag trug der Restaurator und Designer Klaus-Peter Dyroff aus Dippoldiswalde in Sachsen gemeinsam mit seiner Tochter Anna das alte Kunstwerk Stück für Stück ab. Denn es soll eine neue Heimat finden: Die Außenwand des Neubaus der Neuapostolischen Kirche an der Kuhlenstraße. „Es war der Wunsch der Gemeinde, dass das Mosaik in irgendeiner Form am neuen Ort wieder zu sehen ist“, so Gottfried Fink, Architekt des Neubaus. „Wir haben uns für die Außenfassade entschieden, damit es nicht nur die Besucher der Kirche sehen können.“ Zudem sei es eine Wertschätzung dem Künstler gegenüber.

Schrittweise, von oben nach unten haben sich die Restauratoren vorangetastet: „Die ersten Teile, die wir geborgen haben, waren noch sehr klein. Jetzt, wo wir hier am Mittelteil des Kreuzes sind, kommen wir von drei Seiten ran und können größere Teile herausnehmen“, sagte Dyroff am Donnerstag.

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Mit einem Winkelschneider, der mit einer Diamantscheibe ausgerüstet ist, lösten die Restauratoren das Kunstwerk. Dabei musste sehr vorsichtig gearbeitet werden, um das Mosaik nicht zu beschädigen. Zwischen sieben und fünfzehn Zentimeter sind die herausgeschnittenen Stücke dick. Davon ist der Großteil Mörtel und Klebstoff, nur wenige Millimeter nimmt das gefärbte Flachglas ein.

Bei der mühsamen Arbeit durfte nicht aufs „Geratewohl drauf losgeschnitten werden“, das hätte keinen Sinn gehabt. „Du musst gucken, wo kann das nächste Teil am besten herausgenommen werden, wo ist eine gute Trennfuge – und dann mit der Fuge schneiden“, sagte der Restaurator. Einfach einen Schnitt durch das Mosaik dürfe nicht gemacht werden, das sehe man, wenn es wieder zusammengesetzt wird.

Waren die Stücke erst einmal von der Wand gelöst, mussten sie für den Transport nach Sachsen und die nachfolgende Bearbeitung gesichert werden: „Das heißt, die Ansichtsseite des Mosaiks wird mit wasserlöslichem Leim abgeklebt und ein Vlies darauf gelegt“, sagte Dyroff. So könne es durch Erschütterungen beim Transport nicht auseinanderfallen. Ein Stück Holz half für zusätzlichen Halt und Schutz. „Wenn es dann in den Regalen gelagert wird, ist es auch in Ordnung und ein erleichterndes Gefühl“, wie Dyroff gestand. Damit die Restauratoren nicht den Überblick verlieren, wurde jedes Stück nummeriert. „Es ist wie ein Puzzle“, erläuterte Dyroff.

Bis Ostern haben die Restauratoren Zeit, das Kunstwerk wieder aufzuarbeiten. Dann soll es an den Neubau der Neuapostolischen Kirche befestigt werden. „Ich mache mir keine Herzschmerzen, dass das nichts wird“, versicherte Dyroff.

Soeke Heykes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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