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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Abenteuerliche Wege in die Ferne

30.01.2018

Wiefelstede Der Wiefelsteder Völkerkundler Hans Joachim Schepker hat im Dezember sein zweites Buch veröffentlicht. „Hoffnungsvoll ins Ungewisse“ berichtet von 12 erstaunlichen Menschen und ihren erstaunlichen Lebenswegen als Auswanderer und Flüchtlinge über acht Jahrhunderte. Der Clou: „Alle diese Menschen haben wirklich gelebt “, sagt Schepker.

Wie Robert aus Littel Dunmow in England (1190 – 1242), Privatgeistlicher eines englischen Landherren – „superintelligent und sprachbegabt, der sich an der Revolte seines Landherren gegen King John beteiligte“, weiß Schepker: „Das war zu Zeiten von Richard Löwenherz.“ Robert muss fliehen, beteiligt sich am Kreuzzug ins Heilige Land, kämpft in Ägypten und landet über diverse Umwege schließlich beim Großkhan in der Mongolei. „Dort lebte er 20 Jahre“, berichtet Schepker von einer unglaublichen Geschichte, geschrieben von einem englischen Wissenschaftler. „Damit war Robert Jahrzehnte vor Marco Polo bei den Mongolen“, sagt der Wiefelsteder.

Solche Geschichten und Bücher hat Schepker über Jahre in Bibliotheken und Antiquariaten aufgestöbert, hat recherchiert und vor vier Jahren begonnen, das Buch zu planen. Darin gibt er stets die Quellen an, die er benutzt hat. Er berichtet von Auswanderern und von Flüchtlingen, deren Weg nicht immer dort endete, wo sich die Protagonisten der 12 Geschichten dies erhofft hatten. Robert etwa wurde schließlich in Österreich im Alter von 52 Jahren hingerichtet: Er landete beim Henker.

Seine Geschichten sammelt der 66-Jährige nicht zuletzt auch auf jenen Reisen, die er selbst organisiert und begleitet: Kulturerlebnisreisen aller Art, wie 2018 unter anderem nach Dresden und in die Sächsische Schweiz. Als Dozent für Politik, Umwelt und Kultur ist Schepker an der Bildungsstätte der Wirtschafts- und Sozialakademie in Bad Zwischenahn tätig.

„Migration war früher viel schwieriger, ohne soziales Netz wie etwa heute in Deutschland“, sagt der Wiefelsteder: Auswanderer und Flüchtlinge mussten sich vor Schleppern, Entführern und Verfolgung in Acht nehmen. Schepker berichtet auch von Menschen wie Mary Jemison (1743-1833), die im US-Bundesstaat Pennsylvania noch heute sehr berühmt ist, die aber bei uns kaum jemand kennt. Sie wurde auf einem Auswandererschiff von Irland nach Amerika geboren, in Pennsylvania von Shawnee-Indianern und französischen Soldaten mit ihrer Familie entführt und überlebte als einzige. 75 Jahre lebte sie bei den Seneca-Indianern und blieb auch dort, als sie hätte zurückkehren können.

„12 Kurzgeschichten für historisch Interessierte“, wirbt Schepker für sein mittlerweile zweites Buch: 2003 hatte er bereits „Irland – Geschichte(n) von Kelten, Mönchen, starken Frauen und Freiheitskämpfern“ veröffentlicht.

„Hoffnungsvoll ins Ungewisse“ ist im Oldenburger Isensee-Verlag erschienen (ISBN 978-7308-1412-3) und kostet 12,90 Euro. Erhältlich ist es auch bei Lotto-Toto Brumund in Wiefelstede, Hauptstraße 24.


  www.schepker-kulturerlebnis.de 

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