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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Ältestes Foto der Gemeinde zeigt ein Baby

05.01.2019

Wiefelstede In einem Winkel der Ausstellung, die gerade im Heimatmuseum in Wiefelstede zu sehen ist, kann der Besucher das älteste Foto aus der Gemeinde Wiefelstede bestaunen, das noch erhalten ist. Es zeigt Johann Hinrich Geerken, geboren am 12. März 1855 in Wiefelstede, gestorben am 14. April 1925 in einem Oldenburger Krankenhaus – das Porträt eines Babys, um 1855 entstanden, festgehalten auf einer beschichteten Glasplatte. Der Fotograf ist unbekannt.

Wer war dieses Kind? Das erzählt dessen Enkel Horst Geerken in seinem 2018 erschienen Buch über die Familiengeschichte auch der Geerkens. Das Baby-Porträt und andere Dinge aus dem Nachlass des Künstlers Johann Hinrich Geerkens hat der Enkel dem Heimatmuseum Wiefelstede überlassen.

Auch 2019 jede Menge Leben im Heimatmuseum: Ausstellungen, Kunstsprechstunden und „Advent im Museum“

Noch bis 3. Februar sind die „Schätze des Heimatmuseums“ aus dem Fundus des Hauses zu sehen (siehe auch Bericht oben auf der Seite).

20. Januar: Marga Claußen, Botschafterin für die plattdeutsche Sprache, wird ab 16 Uhr über ihr Leben erzählen.

9. und 10. Februar: Es ist wieder Kunstsprechstunde: Interessierte können ihre privaten Schätzchen schätzen lassen.

17. Februar: Mitglieder der Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Ammerland stellen bis 17. März ihre Werke aus und informieren über ihre Arbeit.

14. April: „Farbe und Feuer“: Malerei, Collage und Keramik präsentieren Anke Ibe (Oldenburg) und Anke Otto (Ofen) bis zum 12. Mai.

Sommerferien: Eckart Klages, Frank Holthusen und Horst Braje bieten im Rahmen der Ferienpassaktionen einen Foto-Kursus an.

27. und 28. Juli: Wilfried Harms lädt zur Bücherbörse mit regionaler und plattdeutscher Literatur.

5. August: Museums-Praktikantin Pia Mandewirth aus Wiefelstede zeigt bis 25. August eigene Fotos, Malerei und Zeichnungen.

7. und 8. September: Und wieder ist Kunstsprechstunde: private Schätzchen werden geschätzt.

15. September: Der Rasteder Ulrich Kropp sowie Eckard Klages gestalten die Ausstellung zu 30 Jahre DDR-Mauerfall, die bis 3. November zu sehen sein wird.

10. November: Der Huder Diedrich Mörking und Jutta Klages (Bokel) bieten bis 8. Dezember eine „Begegnung zweier Maler“.

11. Dezember: Anke und Ingo Hellbusch aus Wiefelstede laden wieder einmal zum „Advent im Museum“ bei Glühwein und Gesprächen ein.

„Er wurde auf dem Geerken-Hof In Wiefelstede geboren – in etwa dort, wo heute der „Hau-ruck-Markt“ an der Hauptstraße steht“, weiß Eckard Klages, der die Ausstellungen des Heimatmuseums vorbereitet. Geerken wollte entgegen der FamilienTradition Maler werden, was seinen Vater, den Landwirt Friedrich Geerken, offenbar so erzürnte, dass er sogar die Staffelei seines Sohnes „regelmäßig umstieß und zerstörte“, wie Horst Geerken in seinem Buch berichtet.

Der Junge ließ sich zunächst zum „Anstreicher und Stubenmaler“ ausbilden. Mit 25 ging er weg von zu Hause – nach Heilbronn am Neckar. Dort blieb er bis 1912 und war anfangs als Porträtmaler sehr gefragt. Dabei lernte er 1881 in Schwäbisch Gmünd auch seine spätere Frau Marie Christiane Thiel kennen, weiß der Enkel. Mit ihr hatte er sechs Kinder, das letzte war der Vater Horst Geerkens, Heinrich August Geerken. Die Ehe hielt nur bis 1897.

Geerken stellte seine Bilder in Kunsthandlungen in Heilbronn, Stuttgart und Frankfurt am Main aus. 1913 zog er nach München um. Dort wurde er von seinem Neffen Johannes Heinrich Geerken unterstützt, einem Privatbankier aus Bremen. Dieser ermöglichte ihm auch ein Studium an der Kunstakademie in München. Im Alter hatte es Geerken immer wieder in seine alte Heimat gezogen. Dabei malte er auch: 1916 etwa eine Ansicht Wiefelstedes, mehrmals auch den Geerken-Hof, auf den er offenbar niemals zurückkehrte. Geerken starb – wie gesagt – am 14. April 1925 in einem Oldenburger Krankenhaus. Etliche Bilder Geerkens wurden dem Heimatmuseum 2001 als Dauerleihgabe überlassen.

Unter diesen Bildern ist auch ein Aktgemälde zu finden, das ebenfalls in der aktuellen Ausstellung zu sehen ist. Ob es sich bei der Frau darauf wirklich um Geerkens Ehefrau Marie Christiane handelt, wie es die Familie überliefert hat, ist auch für Horst Geerken nicht klar. Das Bild wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit anderen Werken Geerkens nach Kuchen bei Göppingen in Baden-Württemberg gebracht, um es vor der Luftangriffen der Alliierten auf Stuttgart zu schützen. Entdeckt wurde es von den US-Soldaten aber doch. „Die haben es dann für Zielübungen mit der Pistole auf den Nabel der Frau genutzt“, weiß Eckard Klages zu berichten. Es wurde nie restauriert und hing bei den Eltern Horst Geerkens samt Einschusslöchern bis zu ihrem Tode im Schlafzimmer. Erst für eine Ausstellung im Wiefelsteder Heimatmuseum im Jahr 2001 wurde es vom Wiefelsteder Maler Heinz Feldhus restauriert. Heute ist von den schießwütigen Eskapaden der US-Soldaten nichts mehr zu erkennen.

Viele weitere erhaltene Werke hat die Familie dem Heimatmuseum überlassen. 2001 wurden zudem auf einem Dachboden in Bokel mehr als 60 Glasbilder Geerkens entdeckt, die dem Heimatmuseum ebenfalls als Dauerleihgabe überlassen wurden. Die übergroßen Dias ähnelnden Glasbilder zeigen handgemalte Szenen Geerkens aus exotischen Ländern, mit denen er mit einer „Laterna Magica“ noch im 19. Jahrhundert Vorträge in Wirtshäusern, Schulen und an anderen Orten gehalten hat – ohne allerdings jemals in diesen fernen Ländern gewesen zu sein. Auch einige dieser Bilder sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen.

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