• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Konzert: Zu den neuen Tönen spitzen alle die Ohren

29.04.2013

Rastede Die Giganten im Programm sind Felix Mendelssohn-Bartholdy und Franz Schubert, natürlich. Doch das Gesprächsthema des Abends in der ausverkauften Neuen Aula der KGS beim 18. Rasteder Frühlingskonzert des Lion Clubs liefert Johannes Fischer: Schlagzeuger, Professor an der Musikhochschule Lübeck – und Komponist eines Klaviertrios mit dem geheimnisvollen Titel „...und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit“.

Fischer (32) hat die 17 packenden Minuten voll stiller Konzentration und zum Ende hin sogartigen Kreis- und Spiralbewegungen nach dem Rilke-Gedicht „Herbst“ dem Leibniz-Trio aus Hannover maßgeschneidert. Nicholas Rimmer (Klavier), Hwa-Won Rimmer (Violine) und Lena Wignjosaputro (Violoncello) haben es vor gut einem Jahr uraufgeführt. Immer noch lauschen sie sich einander unter Hochspannung zu. Zarte Töne sind im Entstehen und Verklingen genau zu orten, Linien zu verfolgen, die sich im Nichts zu verlieren scheinen. Alles zwingt die Hörer zu Reflexionen: Beim Dichter und beim Komponisten fallen nicht nur die Blätter. Nein, „wir alle fallen“.

In die Spieltechnik mischt Fischer kaum Ungewöhnliches. Flageolettspiel verlangt er, lässt auch mal dicht am Steg streichen oder den Pianisten Hand direkt an die Saiten anlegen. Aber es macht die Größe des Werkes aus, dass es mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Ausdrucksdichte und Gefühlstiefe erreicht.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Mendelssohn (Trio Nr. 1 d-Moll op. 49) und Schubert (Trio B-Dur D 898) zeigen das Leibniz-Trio als Ensemble, das bei aller technischen Brillanz, Präzision des Zusammenspiels, dynamischer Balance und zupackendem Elan kaum extrovertiert auftrumpft. Keiner baut für sein Instrument eine Vormachtstellung auf, nichts wird durch dicken Nachdruck vergröbert. Bei aller idealen Verteilung der Gewichte: Man könnte sich Momente mit noch mehr persönlicher Dringlichkeit vorstellen.

Stilsicher lassen die Drei bei Mendelssohn mitreißenden Schwung über einfache Leichtgewichtigkeit triumphieren. Trügerischer Süße bei den Gefühlswallungen gehen sie nicht auf den Leim. Bei Schubert belegt das Seitenthema im Einleitungssatz, zuerst vom Cello vorgetragen, wundervoll ihre Musizierhaltung. Sie walzen diese unfassliche Melodie nicht gefühlig aus, sie lassen sie nur sacht am Herzen zupfen – aber gerade dadurch regt sie alle Stimmungen von Glück, Sehnsucht oder Trauer auf engstem Raum an.

Das Leibniz-Trio eine Formation hohen Ranges, bei der die kontrollierte Seriosität nicht ins Wanken gerät? Von wegen! Man muss nur die Zugabe hören, „Herbst in Buenos Aires“ von Astor Piazzolla!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.