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Verkehr in der Gemeinde Apen Keine Kleinlok auf dem Augustfehner Kreisel

Lange stand sie auf dem Barre-Platz im Eckbereich Stahlwerkstraße/Schulstraße: Nun wird ein neuer Platz für die historische Kleinlok gesucht, auf der Kreiselinnenfläche darf sie nicht stehen.

Lange stand sie auf dem Barre-Platz im Eckbereich Stahlwerkstraße/Schulstraße: Nun wird ein neuer Platz für die historische Kleinlok gesucht, auf der Kreiselinnenfläche darf sie nicht stehen.

Doris Grove-Mittwede

Augustfehn - Sie hätte auf einem markanten Punkt in Augustfehn für die Heimatgeschichte des Fehnorts stehen sollen: die historische Kleinlok mit ihren beiden Wagons, die dem Ortsverein Augustfehn gehört. „Aus der Bevölkerung wurde der Vorschlag an uns herangetragen, dass die Kleinlok künftig den neuen Kreisverkehr zieren sollte, der derzeit im Bereich Schulstraße/Stahlwerkstraße entsteht“, sagt Hans-Dieter Warnke vom Ortsverein Augustfehn. Mittig auf der 17 Meter breiten Anhöhe des Kreisels sollte die Bahn mit ihren beiden Kleinanhängern als Symbol für Augustfehner Industriegeschichte stehen. Damit habe man einen Standort, der sich zum einen auf der ehemaligen Trasse der Lorenbahn Richtung Stahlwerk und zum anderen ganz in der Nähe des alten Standortes der Lok befände. Lange Zeit stand sie nämlich mit ihren beiden Anhängern an der Stahlwerkstraße auf dem Barre-Platz, der jedoch dem Kreiselneubau weichen musste.

Der Ortsverein wendete sich mit dem Vorschlag an die Gemeinde Apen, die jedoch nicht darüber entscheiden konnte, sondern das Ganze an den zuständigen Landkreis Ammerland weiterreichte.

Antrag abgelehnt

Auf eine entsprechende Anfrage der Redaktion ans Kreishaus hieß es nun, dass die Kleinlok nicht auf die Anhöhe des neuen Kreisels gesetzt werden dürfe. „Die Gestaltung der Innenfläche eines Kreisverkehrs mit starren Hindernissen ist nach den technischen Vorschriften nicht zulässig, daher ist auch die Gestaltung des neuen Kreisverkehrsplatzes an der Schulstraße mit einer Lok nicht umsetzbar“, heißt es wörtlich von Seiten des Ammerländer Straßenverkehrsamtes und weiter: „Die hier maßgeblichen technischen Vorschriften sind unter anderem die Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt06) sowie das Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren. Die Gemeinde Apen ist in die Entscheidung umfassend eingebunden gewesen und wurde entsprechend unterrichtet.“

Die Kleinlok

Bei der Kleinlok und ihren beiden Waggons handelt es sich zwar um eine historische Lorenbahn, aber nicht um jene, die auch in Augustfehn im Einsatz war. Bis in die 1930er Jahre hat ein Vergleichsmodell, so heißt von Seiten des Ortsbürgervereins Augustfehn, Moor zur Eisenhüte transportiert. Später wurde das urige, aber nützliche Gefährt vom Stahlwerk in Augustfehn II übernommen und noch etliche Jahre für den Transport von Rohmaterial, Stahl und Baggerteilen eingesetzt.

Die Bahnstrecke der historischen Kleinlok führte vom Schiffsanleger am Augustfehner Dock (das sich früher in der Nähe des heutigen Bahnhofs befand und nach dem auch das Dockgelände benannt ist) entlang der Stahlwerkstraße bis nach Augustfehn II zum Stahlwerk.

Viele Jahre stand die historische Kleinlok, die an die ehemalige Augustfehner Industriegeschichte erinnern soll, auf dem Barre-Parkplatz, der nun dem geplanten Kreisverkehr weichen musste. Der Ortsverein ließ sie im Sommer zu seinem Vereinsheim, dem Letas-Haus, bringen. Hier soll sie nun restauriert werden.

„Ich kann die Entscheidung nachvollziehen, obwohl bei dem Thema zwei Herzen in meiner Brust schlagen“, so Apens Bauamtsleiter Peter Rosendahl. Einerseits sprächen Verkehrssicherheitsgründe gegen die Kleinlok. Denn sie und ihre Anhänger bestünden aus massiven Eisen. Wenn jemand mit seinem Fahrzeug auf der Anhöhe des neuen Kreisels gegen die Lok pralle, könne es Verletzte geben. Andererseits teile er den Vorschlag des Ortsvereins, die Kleinlok an einem markanten Punkt in Augustfehn wieder aufzustellen. Als Alternative sei ein Areal nahe der Gleise auf dem neuen Dockgelände im Gespräch.

Auch wenn der im Bau befindliche Augustfehner Kreisel keine Kleinlok erhalten soll, so gibt in Niedersachsen und bundesweit diverse Kreisel innerorts und außerorts, die gar mit Kunstwerken bestückt sind. So stehen in Kreiseln in Bremen vier Meter hohe Stahlskulpturen (August-Bebel-Allee), in Tönning (Schleswig-Holstein) ein zwei Tonnen schwerer Nachbau des Tönninger Schlosses oder in Lingen 1,60 Meter hohe stählerne Buchstaben.

Viele Faktoren

Im ostfriesischen Wittmund gibt es gleich mehrere Kunstwerke in Kreiseln, unter anderem eine Konstruktion aus Rundrohren an einem der meist befahrenen Kreisel am nordwestlichen Stadteingang, wo unter anderem der gesamte Touristenverkehr Richtung Esens-Bensersiel und zum Fähranleger nach Langeoog langläuft.

Wie Yasin Kilic von der (auch für die Wittmunder Kreisel zuständigen) Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich sagte, seien Sicherheit, Leichtigkeit und Ordnung bei der Gestaltung der Innenflächen von Kreiseln zu berücksichtigen. Die Größe der Fläche, die Höhe der Aufschüttung, die Lage des Kreisels innerorts oder außerorts und die vorgeschriebene Geschwindigkeit auf den Straßen seien Kriterien, ob ein Kreisel mit einem Kunstwerk bestückt werden könne oder nicht.

Obendrein müsse mit der jeweiligen Gemeinde oder einem Verein ein Nutzungsvertrag geschlossen werden.

Mit einem Radlader wurde sie im Sommer vom Barre-Platz geholt und zum Letas-Haus gebracht: die historische Kleinlok, die auf die Anhöhe im neuen Kreisel sollte.

VERKEHR IM AMMERLAND Eine Lok als Kunstwerk im Kreisel?

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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