Rostrup - Wer schon einmal mit einem Anhänger gefahren ist und beim Ankuppeln nicht richtig aufgepasst hat, kennt die Situation vielleicht: Ein Beleuchtungskabel ist schnell abgerissen. Gut, wenn man das selbst reparieren kann. Für angehende Landwirte ist ein solches Szenario nicht unwahrscheinlich – schließlich ist man hier häufig mit Anhänger unterwegs.
Praktische Aufgaben
Und so war die Reparatur eines solchen Kabels denn auch eine Aufgabe beim Berufswettbewerb der Landjugend, der am Donnerstag in den Räumen der BBS Ammerland stattfand. 80 Azubis aus landwirtschaftlichen Berufen und aus allen Lehrjahren stellten sich den Aufgaben – begleitet von zahlreichen Prüfern. „Landwirte können alles und was sie nicht können, lernen sie“, fasst Prüfer Ole Langerenken zusammen, warum auch Arbeiten zum Wettbewerb gehören, die auf den ersten Blick nicht unbedingt mit der Landwirtschaft zu tun haben.
Beim zweiten praktischen Teil, der Bestimmung, waren die Herausforderungen dann schon eher fachlicher Natur. Unterschiedliches Saatgut, Dünge- und Futtermittel, aber auch Werkzeuge waren auf den Tischen ausgelegt und sollten richtig bestimmt werden. Wo das bloße Hinsehen nicht ausreichte, kamen auch Geruchs- und Geschmackssinn zum Einsatz, natürlich nicht unbedingt beim Dünger.
Prüfungs-Vorbereitung
Üblicherweise findet der Berufswettbewerb alle zwei Jahre statt. So hat jeder Azubi mindestens einmal die Gelegenheit zur Teilnahme. Durch die Corona-Pandemie ist ein Azubi-Jahrgang allerdings leer ausgegangen. Besonders im dritten Lehrjahr sei der Wettbewerb eine hervorragende Gelegenheit zur Vorbereitung auf die Prüfung, sagt Studienrätin Elke Schröder-Hayen. Schriftliche Aufgaben gehören schließlich ebenfalls dazu – mit Allgemeinwissen aus Rechtschreibung, Politik, Kultur und Geschichte aber auch Mathe, Chemie und Sport. Berufstheorie ist ein weiterer Aspekt: Fragen zur Düngung, zur Anatomie von Nutztieren, landwirtschaftlicher Technik und Recht mussten ebenfalls beantwortet werden. Und schließlich gab es noch eine fünfminütige schriftliche Präsentation des eigenen Ausbildungsbetriebs. „Vor zwei Prüfern frei zu sprechen, ist auch eine Herausforderung, die in der späteren Prüfung wichtig wird“, sagt Schröder-Hayen.
Gebietsentscheid im April
Nach dem Gebietsentscheid am Donnerstag findet am 14. und 15. April der Landesentscheid bei der Deula Westerstede statt. Der Bundesentscheid des Berufswettbewerbes ist dann ebenfalls in Niedersachsen: Vom 19. bis 23. Juni im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum in Echem. Die besten Teilnehmer von der BBS Ammerland wurden am Donnerstag vom Ammerländer Landvolk-Vorsitzenden Felix Müller ausgezeichnet. Das Landvolk richtet den Berufswettbewerb gemeinsam mit den Schulen und der Landwirtschaftskammer aus.
