Leuchtenburg - Der Schützenverein Leuchtenburg hat die Corona-Zwangspause genutzt, um seinen Schießstand zu modernisieren. Vier elektronische Kleinkaliberstände sind entstanden. Fast 800 Stunden ehrenamtliche Arbeit flossen in den Umbau.
Jetzt ist die Modernisierung abgeschlossen und die von den Behörden geforderte Abnahme durch einen Sachverständigen erfolgt. „Der Sachverständige hat auch ausdrücklich die Ausstattung und den Zustand des Vereinsheims gelobt“, freut sich Vorsitzender Jürgen Dierks.
Zwischen den Schießständen wurden Abtrennungen errichtet, um den Schießsport in Corona-Zeiten weiter ausüben zu können. Doch im Zuge des Lockdowns wurde das Vereinsheim am Sommerweg erneut geschlossen. „Nur für einige Tests konnten unsere Vereinsmitglieder die neuen Kleinkaliberstände bisher nutzen, mehr war wegen Corona noch nicht möglich“, so Dierks. Und wann es weitergehen kann, sei zurzeit noch ungewiss.
Planungen seit 2018
Seit 2018 befasste sich der Bauausschuss des Schützenvereins mit dem Umbau der Anlage. „Die Idee hatten wir schon lange, wir benötigten aber auch die finanziellen Mittel“, sagt Dierks. Immerhin: 23 000 Euro kostete die Modernisierung, Zuschüsse gab es vom Landkreis und von der Gemeinde.
Der Schützenverein Leuchtenburg wurde im Jahr 1951 gegründet. Er ist über die Landesverbände Mitglied im Deutschen Schützenbund und Deutschen Sportbund. Zum Verein gehören mehr als 300 Mitglieder aller Altersgruppen. Für Jung bis Alt bietet der Schützenverein auf seiner elektronischen Sportanlage Schießsport in unterschiedlichen Disziplinen an, heißt es auf der Homepage.
Neben zahlreichen sportlichen Höhepunkten veranstaltet der Schützenverein Leuchtenburg auch viele weitere Aktivitäten: Ausflüge zu Sportveranstaltungen, Seniorennachmittage, Grillabende, Freizeitparkbesuche, Städtereisen, Fahrrad- und Motorradtouren. Zusätzlich stellt das Leuchtenburger Schützenfest jedes Jahr einen Höhepunkt dar. Durch Corona pausieren derzeit allerdings alle Angebote.
Vor dem Umbau funktionierte die Anlage folgendermaßen: Der Schütze setzte die Zielscheibe ein, über eine Zuganlage in der Decke des Schießstandes wurde die Scheibe auf die erforderliche Distanz von 50 Metern gebracht. Dann zielte der Schütze, drückte ab – und musste warten, bis die Scheibe wieder zurückgefahren war und er einen Blick auf seine Treffer werfen konnte.
„Das war im Zeitalter der Digitalisierung nicht mehr zeitgemäß“, sagt Dierks. Die neue Anlage zeigt die Treffer nun sofort auf einem Bildschirm neben dem Schützen an – so wie auch nebenan im Luftgewehrstand, der vor einigen Jahren modernisiert worden war. Für den Umbau der Kleinkaliberanlage wurde der Schießstand von Mai bis September zur Baustelle. Vor eine besondere Herausforderung stellte der integrierte Pistolenstand die Mitglieder. Hier befinden sich die Zielscheiben in 25 Meter Entfernung. „Wir benötigten einen Kugelfang für die Pistolenanlage, zum Schutz der dahinter befindlichen Kleinkaliberanlage“, schildert Dierks. Um den Kugelfang kümmerten sich die Vereinsmitglieder Gerd Bruns und Hans-Dieter Röben.
Prototyp gebaut
„Ich habe eine Zeichnung gemacht, doch als ich sie Gerd zeigte, da hatte er schon längst ein Modell gebaut“, erinnert sich Röben. Anhand des Prototyps wurde der Kugelfang schließlich in Auftrag gegeben. Im Oktober war alles fertig, doch dann kam am 2. November der erneute Lockdown. Seitdem ruht der Vereinsbetrieb. „Wir hoffen, dass wir die Anlage im neuen Jahr endlich mit Leben füllen können“, sagt Vorsitzender Dierks.
