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LNG im Ammerland Wo die Pipeline für Flüssiggas künftig entlanglaufen soll

Der Bau einer neuen Leitung für Flüssiggas: Eine solche Leitung soll bald auch das Ammerland queren.

Der Bau einer neuen Leitung für Flüssiggas: Eine solche Leitung soll bald auch das Ammerland queren.

dpa

Ammerland - Flüssiggas, importiert und per Schiff nach Wilhelmshaven gebracht, soll künftig auch über das Ammerland zu EWE-Speichern in Nüttermoor und Jemgum im Landkreis Leer transportiert werden. Flüssig ist es dann nicht mehr, das importierte Gas wird bereits in Wilhelmshaven wieder in seinen gasförmigen Zustand gebracht und muss dann in das regionale Netz gespeist werden.

Dafür will EWE-Netz eine weitere Pipeline bauen, die das LNG-Terminal in Wilhelmshaven über die Landkreise Friesland, Ammerland und Leer an die Speicher und von dort an das Netz der EWE anschließt – die „Mittelbare LNG-Anbindungsleitung Wilhelmshaven-Leer“. Obwohl ein Planfeststellungsverfahren noch aussteht, hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) der EWE-Netz jetzt einen vorzeitigen Baubeginn genehmigt.

Leitung führt durch Westerstede

Damit darf das Unternehmen unter anderem damit beginnen, Flächen und Fundamente für eine Gasdruckregelmessanlage in Westerstede vorzubereiten. Nach den bisher vorliegenden Plänen wird die Leitung das Ammerland zwischen Tarbag und Halsbek erreichen, östlich von Neuengland und Moorburg weitergeführt und ungefähr in Höhe der Anschlussstelle Westerstede-West auf die A 28 treffen. Dieser Verlauf war grundsätzlich bereits im Mai 2022 bekannt gegeben worden. Laut Volker Diebels, Pressesprecher bei EWE-Netz, ist seitdem nur noch die Linienführung optimiert worden.

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Gespräche mit Landwirten

Die Leitung wird im Ammerland laut Diebels überwiegend auf landwirtschaftlichen Flächen entstehen. „Im Herbst gab es diverse Infoveranstaltungen für alle Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer, bzw. Pächter entlang der Trasse“, so der Sprecher von EWE-Netz. Bereits im August habe EWE-Netz eine Rahmenvereinbarung mit den betroffenen Landvolkverbänden getroffen.

Die neue Pipeline wird unterirdisch verlegt. Laut Diebels hat sie einen Durchmesser von 60 Zentimetern. „In der Bauphase wird der Arbeitsstreifen etwa 35 bis 50 Meter Breite benötigen, je nach Bodenverhältnissen. Im Betrieb ist der Schutzstreifen jeweils fünf Meter links und rechts der Leitung breit. Das heißt, hierüber darf nicht gebaut werden. Die landwirtschaftliche Nutzung ist selbstverständlich möglich.“

Gasdruck regeln

Im Bereich der Anschlussstelle Westerstede-West wird auch die Gasdruckregelmessanlage entstehen. Wie Diebels auf Nachfrage erklärt, sei diese Anlage vergleichbar mit kleineren Hallen, wie sie oft in Gewerbegebieten stehen. Die Größe betrage etwa 25 mal 15 Meter. „Die Anlage verändert den Leitungsdruck, damit von dieser Stelle aus ein Weitertransport des Gases über eine bestehende Leitung Richtung Speicher Huntorf in der Wesermarsch möglich ist.“ Von hier ab wird die Pipeline dem Verlauf der A28 in Richtung des Landkreises Leer folgen.

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Bereit für Wasserstoff

Flüssiges importiertes Erdgas soll die Leitung übrigens nicht für immer befördern: „Steht kurzfristig die Versorgungssicherheit mit Erdgas im Fokus, liegt die mittelfristige Perspektive der bereits H2-ready gebauten Leitung auf dem Transport von grünem und damit klimaneutralem Wasserstoff“, so Diebels. EWE-Netz will noch in diesem Monat mit dem Bau beginnen und die Leitung im Oktober 2023 in Betrieb nehmen.

Christian Quapp
Christian Quapp Team Nord (Leitung)
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