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Oldenburgerin übernimmt Fraktionsvorsitz der Linken
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Aktualisiert vor 14 Minuten.

Amira Mohamed Ali
Oldenburgerin übernimmt Fraktionsvorsitz der Linken

NWZonline.de Region Ammerland Lokalsport

„Sie liegen mir sehr am Herzen“

22.10.2019

Apen Das Treppensteigen fällt schwer. Das Herz rast. Schweißperlen bilden sich auf der Stirn. Patienten mit Herzproblemen kennen diese Symptome. 22 Teilnehmer zwischen 55 und 87 Jahren finden in der Herzsportgruppe Apen wieder zurück in den Alltag.

Entstehung

Zustande gekommen ist der Kursus durch den 68-jährigen Jakob Dusseljee aus Barßel. „2007 war ich selbst Teilnehmer eines orthopädischen Rehakurses. Dort gab es einige Personen mit Herzerkrankungen. Dann kam mir die Idee, eine Herzsportgruppe aufzumachen“, sagt der Übungsleiter der Aper Herzsportgruppe.

Zuerst fand das Training im ehemaligen Fitnessstudio Fitline statt. Dann gab es einen Kurs in Detern (Ostfriesland) und ab 2017 dann auch einen in Apen.

Mitglieder

Die aktuelle Herzsportgruppe ist derzeit gemischt mit Patienten, die unter neurologischen Erkrankungen leiden. Die Teilnehmeranzahl für eine Herzsportgruppe ist auf 20 Personen begrenzt – plus eben jene neurologischen Fälle. „Bei mehr als 20 Kursteilnehmern mit verschiedenen Herzerkrankungen wird es unübersichtlich. Deshalb gibt es diese Grenze“, berichtet die 34-jährige Anästhesistin Wiebke Kempen aus Apen, die für die medizinische Betreuung der Gruppe zuständig ist.

Die Teilnehmer haben unterschiedliche Herzerkrankungen. Die Beschwerden reichen von Herzinfarkten über Rhythmusstörungen bis hin zu Herzmuskelschwächen und Folgen eines Herzklappen-Eingriffs.

Voraussetzung

Die Voraussetzung für die Kurs-Teilnahme ist eine ärztliche Verordnung für Rehabilitationssport/Funktionstraining. In diesem Formular wird die Dauer nach Einheiten (Sportstunden) sowie eine empfohlene Rehasportart festgehalten. Des Weiteren füllen Erstteilnehmer eine Stammdaten-Kartei aus, damit der Übungsleiter einen groben Überblick über die Person hat.

Training

„Blutdruck messen, Notizen machen und trainieren“, skizziert Jakob Dusseljee den groben Trainingsablauf. Ein Trainingskontrollzettel dient ihm als Orientierung. Hier sind die jährlichen Ergebnisse der Blutdruck- und Herzfrequenzmessungen aufgelistet.

Das einstündige Training ist in Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit unterteilt. Bei der Beweglichkeit ist Koordination gefragt. „Die Teilnehmer müssen auf einem Bein stehen oder auf einem Seil entlang laufen“, so der Herzsport-Trainer. „Hierbei geht es für die Teilnehmer in erster Linie darum, ihr eigenes Körpergefühl zurückzubekommen“, ergänzt Wiebke Kempen.

Methoden

Bei den Kraftübungen sind Gewichte mit zwei Kilogramm die oberste Grenze. „Wir geben allen meistens jeweils Ein-Kilogramm-Hanteln“, berichtet der Trainer. Das dritte Trainingselement ist das Ausdauertraining. Hierbei geht es vor allem um zweiminütige Laufeinheiten. Die Teilnehmer laufen in vier unterschiedlichen Stufen – von gehen bis rennen. Diese Übung sei der Kern des Herzsports, da die Tempowechsel gutes Training für das Herz seien, so Jakob Dusseljee,

Individuelle Belastung

„Die eigene Belastungsgrenze spielt beim Training eine wichtige Rolle“, erläutert Jakob Dusseljee weiter. Im Vorfeld der Sportstunden werde der eigene Maximalpuls festgelegt. Dieser sei ein grober Richtwert für das individuelle Training. „Das eigene Limit erkennt man schon. Gesichtsfarbe, Atmung und übermäßiges Schwitzen sind Anzeichen einer Überforderung“, sagt Wiebke Kempen.

Schwierigkeiten

Eine große Schwierigkeit sind zusätzliche Erkrankungen, die teilsweise altersbedingt die Beweglichkeit weiter einschränken. Einige Teilnehmer litten neben ihren Herzerkrankungen auch an Diabetes oder Osteoporose. „Darauf müssen wir zusätzlich achten“, sagt Wiebke Kemper.

Herzsportgruppe

Jeden Donnerstag von 19.30 bis 20.30 Uhr trainiert die Herzsportgruppe in der Turnhalle der Grundschule Apen. Ein ärztliches Formular ist Voraussetzung.

Der TV Apen plant eine Gebäudeerweiterung für mehr Trainingsmöglichkeiten, unter anderem auch für die Herzsportgruppe.

Eine Mitgliedschaft im Verein ist keine Voraussetzung für eine Teilnahme.

Außerdem ist die Motivation ein bedeutender Aspekt des Trainings. Beispielsweise gibt es Gruppenmitglieder, die nach einem schweren Herzinfarkt wieder zurück in den Alltag finden müssen.

„Die Herzsportgruppe ist dann ein erster Schritt zurück ins Leben“, berichtet Medizinerin Wiebke Kemper. Die Motivation zu finden, könne hierbei einige Monate dauern. „Wir sehen die Fortschritte der Teilnehmer, das freut einen und motiviert einen selbst“, erzählt der Übungsleiter.

Gruppendynamik

„Alle Teilnehmer liegen mir schon sehr stark am Herzen“, scherzt Wiebke Kemper. Die Gruppenmitglieder seien oft zusammen. Gemeinschaftliche Übungen gehörten ebenso zum Training.

„Es ist bestimmt motivierend für einige Teilnehmer, die Fortschritte von anderen mitzubekommen, die ein größeres Handicap haben. Das kann nur positiv sein“, sagt Jakob Dusseljee. Die Gruppendynamik sei ein nicht zu unterschätzender Aspekt des Sports.

Michael Diederich Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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