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Oberliga: Delmenhorst dominiert das Derby

27.02.2017

Sandkrug Eine desolate Leistung ihrer Handballer sahen etwa 300 Zuschauer am Freitagabend in Sandkrug beim Kellerderby in der Oberliga zwischen der heimischen TSG und der HSG Delmenhorst. Hatten-Sandkrug fand überhaupt nicht ins Spiel, unterlag mit 23:32 deutlich und rutschte damit auf den letzten Tabellenplatz ab. Die Gäste hingegen konnten sich ein Stück ein wenig näher an die vor ihnen liegenden Mannschaften heranrobben.

Die TSG enttäuschte fast auf der ganzen Linie, denn ein Robert Langner allein – mit sechs Toren bester Schütze der Hausherren – konnte in dieser hart geführten Begegnung kaum etwas ausrichten. Als sich dann auch noch Till Schinnerer in der Anfangsphase in der Abwehr böse verletzte und mit einem Handbruch ausschied, gingen bei einigen TSG-Akteuren schon etwas die Köpfe herunter.

Das sagen die Trainer zum Spiel

Hauke Rickels, TSG Hatten-Sandkrug: Wir haben gut trainiert, sind Trainingsweltmeister, können das aber im Spiel nicht umsetzen. Den Spielern fehlte die richtige Einstellung, scheinbar war der Druck des Gewinnenmüssens wohl doch zu hoch. Nach der Verletzung von Till Schinnerer bekam die Mannschaft wohl einen Knacks, von dem sie sich nicht mehr erholt hat. Zudem hätte man gegen diese Mannschaft einfach cleverer agieren müssen.

Andre Haake, HSG Delmenhorst: Wir wollten das Spiel über die Abwehr gewinnen und das ist uns trotz einiger Hinausstellungen mit einer geschlossenen Leistung sehr gut gelungen. Wir haben nur 23 Gegentore bekommen, das sagt alles über die Qualität unserer Abwehr aus. Hätten wir unsere dicken Chancen im Angriff noch konsequenter genutzt, wäre das Spiel noch deutlicher ausgegangen – doch darüber können wir hinwegsehen.

Es war für das Team von Coach Hauke Rickels gerade im Angriff extrem schwer, sich gegen die bissige und aggressive Delmenhorster Defensive durchzusetzen. Zudem fehlten zündende Ideen, um sich gegen die kompakt stehende 6:0-Deckung der HSG durchzusetzen. Kamen doch einmal Bälle auf das HSG-Tor, zeigte sich Keeper Sönke Schröder auf dem Posten. Er sorgte mit etlichen Paraden dafür, dass die Hausherren nicht ein einziges Mal in Führung gingen.

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Zwar versuchte das Rickels-Team zu Beginn mit schnellen Kombinationen die gegnerische Deckung aufzureißen. Doch das gelang nur bis zum 9:10 (22.) – bis dahin zeigte sich Keno Fokken am Kreis sehr durchsetzungsstark und Simon Carstens setzte dort einige Akzente.

Doch auch die Delmestädter bauten ihre Angriffe schnell und sicher auf und verbuchten kaum Ballverluste. Besonders den überragenden zehnfachen Torschützen Jörn Janßen bekam die TSG-Abwehr überhaupt nicht in den Griff. Rickels stellte die Deckung mehrfach um, doch ohne Wirkung. Auch Torben Sudau bekamen die Sandkruger nicht zu fassen: Der Mittelspieler zog geschickt die Fäden, nutzte selbst die Lücken in der TSG-Deckung und setzte seine Nebenspieler gekonnt in Szene.

Im TSG-Spiel war über weite Strecken vieles nur Stückwerk, selbst Ballgewinne konnten die Gastgeber nicht in einfache Tore umsetzen. Häufig war eine HSG-Hand bei weiten Abwürfen dazwischen. In der Schlussphase der ersten Hälfte spielten die Gastgeber häufig zu überhastet, zwingende Kombinationen waren kaum noch zu sehen. Die Delmenhorster nutzten ihre Chancen und setzten sich bis zur Pause mit vier Toren ab.

Zu Beginn der zweiten Hälfte war den Hausherren die Verunsicherung noch deutlicher anzumerken, bezeichnend dafür waren drei vergebene Strafwürfe, von denen HSG-Keeper Olaf Sawicki nur einen parieren musste – die beiden anderen gingen am Kasten vorbei. In der Defensive brachte selbst eine doppelte Deckung gegen Janßen und Sudau die Gäste überhaupt nicht aus dem Konzept, die sich in wenigen Minuten auf 20:13 absetzten. Der schönste Treffer gelang Philipp Freese von der rechten Außenbahn, der ein Zuspiel von Andre Haake mit einem tollen Kempa-Tor abschloss.

In der Schlussphase gelang der Rickels-Truppe dann gar nichts mehr. Sie vergab selbst klare Konterchancen und ließ Bälle im Spielaufbau fahrlässig liegen. So konnten Haake (2) und Freese mit den letzten Kontertoren den Sack endgültig zumachten.

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