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NWZonline.de Region Ammerland Lokalsport

400 Kilometer mit Opa auf Tour

04.09.2018

Edewecht /Amsterdam Edewecht und München, das ist schon eine Entfernung. In Edewecht wohnt Heiko Müller, an der Isar sein Enkel Julius Lindemann. Der Elfjährige besucht seine Großeltern jeden Sommer im Ammerland. Dieses Mal hatte er mit seinem Opa etwas Besonderes vor. 411 Kilometer sind Opa und Enkel mit dem Fahrrad von Amsterdam nach Edewecht gefahren. Am Sonntag, 26. August, starteten die beiden. Mit dem Zug ging es nach Amsterdam.

In den Niederlanden war Julius schon mehrfach, Amsterdam kannte er jedoch noch nicht. „Wir haben uns dort den königlichen Palast angeschaut und die vielen Grachten“, berichtet der Elfjährige. Die erste Nacht verbrachten sie im Hotel. Ausgeschlafen ging es dann am nächsten Tag auf Radtour – zurück Richtung Ammerland.

Die Idee zu der Reise hatte Julius: Nachdem sein Opa einmal mit dem Fahrrad nach München gefahren war und in voller Montur vor der Tür stand, hatte Julius den Einfall, er könne doch das nächste Mal mitfahren. Über den Vorschlag freute sich Opa Heiko Müller, aber die Strecke von über 1000 Kilometern sei zu weit gewesen. So dachten beide über eine Alternative nach. Berlin vielleicht? Die Wahl fiel schließlich auf Amsterdam. „Wir wussten, dass in Amsterdam und in Holland viele gute Fahrradwege gibt“, erklärt Julius.

Fünf Stationen

60 bis 80 Kilometer hätten sie pro Reisetag zurückgelegt. Fünf Zwischenstopps gab es. Von Amsterdam aus ging es nach Wieringerwerf, weiter nach Wijnaldum und Anjum bis nach Spijk und schließlich nach Leer, bevor sie vergangenen Samstag wieder in Edewecht ankamen. „Die Landschaft war immer flach, und wir sind viel am Deich entlang gefahren.“

Übernachtet haben der Elfjährige und sein Opa in privaten Unterkünften, die sie über das Onlineangebot „Vriendenopdefiets“ gefunden hatten. „Das ist ein Verein“, erklärt der Elfjährige. „Man kann bei den Vereinsmitglieder übernachten, vorausgesetzt man kommt mit eigener Muskelkraft an.“ Heißt, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Dazu hätte es ein Frühstück gegeben, manchmal auch ein Abendessen.

„Die waren alle sehr nett“, erzählt Julius. Besonders schön sei es gewesen, dass sein Opa und er sich mit den Gastgebern auf Deutsch unterhalten konnten. So habe man den einen oder anderen Abend zusammengesessen und vieles Interessante erfahren. Highlight war für den Münchener eine Übernachtung auf dem Bauernhof. „Da gab es auch Pferde“, erzählt er begeistert.

War das nicht anstrengend, jeden Tag so viel Fahrrad zu fahren? Überhaupt nicht, sind sich Opa und Enkel einig. Der Tacho am Fahrrad, auf dem die Kilometer angezeigt wurden, sei motivierend gewesen, sagt Julius. Außerdem hat er – um seine Kräfte zu testen – vorher schon einmal die 70 Kilometer lange Strecke von Augsburg nach München zurückgelegt. Als Probetour. Sowieso fahre er viel Fahrrad in seiner Heimatstadt München. „Julius ist sogar fast ein bisschen stärker als ich“, sagt sein Opa nicht ohne Stolz mit einem Lachen.

Das Schönste auf der Fahrradtour sei die Zeit auf dem Bauernhof gewesen und die letzte Station in Leer, bei Verwandten vom Opa. „Der Mann hat sich ein Boot aus Holz gebaut, ein Katamaran. Der ist 9,20 Meter lang. Das konnten wir uns anschauen“, berichtet der Junge.

Außerdem seien die Fahrradwege sehr schön gewesen: „Wir sind auf wenigen Straßen gefahren, wo auch Autos unterwegs waren.“

Kleine Missgeschicke

Bis auf einen abgebrochenen Ständer an Julius Fahrrad und eine kaputte Gangschaltung lief alles glatt. Und ganz ohne Turbulenzen wäre so ein Männertrip ja auch langweilig. „Opa musste 13 Kilometer im ersten Gang fahren, als seine Schaltung kaputt ging“, erzählt der Elfjährige. Außerdem hätten sie eines Mittags in drei Dörfern hintereinander kein offenes Lokal gefunden. „Alle Restaurants hatten geschlossen.“

Solche Vorkommnisse haben beide aber nicht beeindruckt. „Auf den letzten Kilometern vor Edewecht fing Julius an zu überlegen, was wir als nächstes unternehmen werden“, sagt sein Großvater.

Nina Janssen
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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