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NWZonline.de Region Ammerland Lokalsport

Radsport: Flachländer will hoch hinaus

17.08.2017

Edewecht /Sölden Die Älteren werden sich erinnern: Früher fuhren die Deutschen in Massen mit ihren VW-Käfern im Sommer zum Urlaub nach Italien. Besonders vor der alten Brennerstraße hatten viele Reisende Manschetten, denn da kam so ein vollgepackter Käfer nur mit Ach und Krach drüber. Für Knut Trepper ist eben dieser Brenner noch der harmloseste Teil seiner Alpentour. Und der Edewechter sitzt nicht im Käfer, sondern auf dem Rad. Genauer gesagt einem Rennrad – ohne Motor.

Zum vierten Mal dabei

Zum vierten Mal hat der 49-Jährige einen Startplatz beim Ötztaler Radmarathon ergattert. Am letzten August-Sonntag findet der „Ötzi“ bereits zum 37. Mal statt. Für Hobby-Radsportler ist er so etwas wie Wimbledon oder der Grand Prix von Monaco für Tennis- bzw. Motorsportfans.

Während die allerdings nur zuschauen dürfen, kommen die 4500 Hobby-Radler aus aller Welt beim Ötztaler mächtig ins Schwitzen – auch wenn auf den Bergpässen kaum mehr als null Grad gemessen werden. 20 000 Anmeldungen gehen jedes Jahr ein, Startplätze werden auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Trepper hatte bei den Verlosungen stets Glück. Auch die Radsportfreunde Edewecht sind beim Rennen vertreten – durch den Wardenburger Klaus Fehn.

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Start und Ziel ist in Sölden. Von dort geht es 238 Kilometer (kein Schreibfehler) einmal quer durch die Alpen. Insgesamt 5500 Höhenmeter gilt es zu erklimmen – und wieder herunter zu fahren. Vier Pässe liegen auf der Strecke.

Los geht es mit dem knapp 20 Kilometer langen Anstieg zum Kühtai. In gut 2000 Metern Höhe befindet sich Österreichs höchster Wintersportort. 18 Prozent beträgt die Steigung im Maximum, bevor man sich auf der Abfahrt nach Innsbruck wieder etwas erholen kann. Mangelndes Training wird sofort bestraft. Wer an den Kontrollpunkten eine zuvor festgelegte Zeit unterschreitet, darf im Besenwagen die Heimfahrt antreten.

Nach Innsbruck folgt die 37 Kilometer lange Brennerstraße (das ist die mit den Käfern). Radsportler vom Schlage Treppers sehen auch diesen Abschnitt eher als Erholung an. Schließlich gilt es nur 800 Meter Höhenunterschied zu erklimmen und die richtigen Hammer kommen ja noch. Zunächst der Jaufenpass. Da rächt sich dann zu forsches Tempo am Brenner. Und zum Schluss entscheiden die 28,7 Kilometer und 1742 Höhenmeter hinauf zum Timmelsjoch, ob man das wohl begehrteste Finisher-Trikot für Hobby-Radler bekommt.

Für Knut Trepper ist das wohl eher nicht die Frage. Der Edewechter hat sich bei all seinen Starts bisher steigern können. 9,43 Stunden hat er im vergangenen Jahr gebraucht und damit die magische Zehn-Stunden-Marke geknackt. Die Besten schaffen das in sieben Stunden. Die letzten Finisher fahren zum Sonnenuntergang nach 13,20 Stunden durchs Ziel. Und manche müssen vorher schon der Strecke Tribut zollen.

Warum macht man sowas? „Das erste Mal war es eine Herausforderung“, sagt Knut Trepper. Noch im Rennen denkt er das, was die meisten Menschen wohl denken. „Sowas mache ich nie wieder.“ Doch kaum ist der Gang am zweiten Tag nach dem Ötzi wieder normal, da hat er den nächsten Start im Blick. In diesem Jahr will er die 9,30 Stunden knacken. „Das wird aber nur etwas, wenn das Wetter mitspielt“, sagt er. Denn beim Ötzi kann es auch stundenlang heftig regnen, Graupel oder gar Schnee gab es auch schon.

Früher Handballer

Altgediente Fans des Rennens haben das erlebt, Trepper ist aber fast noch ein Radsport-Frischling. Der ehemalige Regionalliga-Handballer des VfL Edewecht suchte nach seiner aktiven zeit eine neue Sportart. „Das Knie war ziemlich kaputt, deshalb habe ich einen Ausflug zum Fußball schnell beendet.“ Seine Frau schlug dann das Rennrad vor. 2010 fing er an, startete bei kleineren Touren im flachen Norddeutschland und leckte Blut. Es folgten Bergmarathons und schließlich der erste Ötztaler. „Die Natur und die Berge, das hat schon was“, meint Trepper. Weshalb die Familienurlaube auch so ausgesucht werden, dass er aufs Rad steigen und trainieren kann. Denn nur mit der Handvoll Autobahnrampen im Ammerland könnte er kaum die Fitness für 5500 Höhenmeter aufbauen.

Und was sagen die Bekannten? „Die schütteln mit dem Kopf“. Aber vielleicht denken die auch an ihre Kindheit hinten im Käfer auf dem Weg über den Brenner...


     www.oetztaler-radmarathon.com 
Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede
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