• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Deutsche Bahn stellt bundesweit Fernverkehr  ein
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 9 Minuten.

Streik Der Eisenbahngewerkschaft Evg
Deutsche Bahn stellt bundesweit Fernverkehr ein

NWZonline.de Region Ammerland Lokalsport

Kampf der Könige im Ammerland

27.11.2018

Im Ammerland Konzentriert sitzen sich die beiden Jungen gegenüber. Ihre Blicke sind auf den kleinen Tisch, der sich zwischen ihnen befindet, gerichtet. Dort stehen noch 24 Figuren auf einem braun/weiß karierten Spielbrett – es waren einmal 32. Am Ende des Spieles werden wohl nur noch ein paar von ihnen übrig sein, denn Hannes und Lennard spielen Schach.

Bei dem Denksport, in dem momentan die Weltmeisterschaft in London ausgetragen wird, geht es darum, den König des Gegners „matt“ zu setzen. Das bedeutet, dass dieser sich einem Angriff weder durch Flucht noch durch einen Gegenangriff entziehen kann.

Von der WM in London haben Hannes und Lennard noch nicht viel mitbekommen. Sie kommen jeden Montag zur Schach AG des Gymnasiums Westerstede, um ein paar Partien zu spielen.

Letzte reguläre WM-Runde

Während die beiden in der Bibliothek ihrer Schule gegeneinander antreten, bereiten sich in London Herausforderer Fabiano Caruana (USA) und Titelverteidiger Magnus Carlsen (Norwegen) auf die letzte reguläre Partie dieser WM vor. Denn nach elf von zwölf gespielten Runden haben beide Spieler fünfeinhalb Punkte auf ihrem Konto – jede Partie endete unentschieden oder Remis, wie es der Schachspieler nennt. Kommt es in diesem Spiel zu keiner Entscheidung, wird in Tiebreak-Modus weitergespielt.

Zumeist per Video-Stream über das Internet verfolgen Schachfans auf der ganzen Welt die Partien. Und auch im Ammerland findet der Schachsport nicht nur am Westersteder Gymnasium Anklang.

Die meisten Ammerländer Spieler sind Mitglied im einzigen verbliebenen Schachverein des Landkreises, dem „Schwarzen Springer“ aus Bad Zwischenahn. Andere Gruppen waren der „Weiße Turm“ aus Rastede, der „Freibauer“ aus Westerstede oder die Schachgruppe Apen.

75 aktive Mitglieder

„Diese Gruppen haben sich mittlerweile aufgelöst oder den Spielbetrieb weitgehend eingestellt“, berichtet Thomas Künzler, Pressewart vom Schwarzen Springer. Sein Verein zähle aktuell 75 aktive Mitglieder, 21 davon aus dem Jugendbereich.

Dass das Duell um den Weltmeisterschaftstitel auch im Ammerland mit großem Interesse verfolgt wird, kann Künzler bestätigen: „Beim Jugendtraining am Freitag spielt die WM in London natürlich eine große Rolle.“ Die Jugendlichen würden sich sehr für die Partien interessieren und diese auch brandaktuell diskutieren. Trotzdem könne man die Fan-Szene nicht mit Fußball- oder Formel-Eins-Fans vergleichen.

„Das liegt vor allem daran, dass die Spieler bis zu fünf Stunden Bedenkzeit für ihre Züge haben“, erklärt Künzler. Für Zuschauer könne das sehr ermüdend werden. Deshalb analysiere man die Matches im Nachhinein.

Viele Schach AG’s an Schulen

Auch wenn die Schach-Vereine im Ammerland nach und nach verschwunden sind, sind es doch gerade die jungen Spieler, die oft im Ganztagsangebot ihrer Schulen immer noch gegeneinander antreten. „Wir haben unser eigenes Jugendtraining im Verein, besuchen aber auch die AG’s in den Schulen und bieten selbst welche an. Zum Beispiel in Rostrup, Bad Zwischenahn und Apen“, berichtet Künzler.

An den Ammerländer Schulen versuchen die Vereinsmitglieder und Lehrer wie Christoph Heidmeier, dem Nachwuchs das Spiel der Könige näher zu bringen. „Beim Schach trainiert man seine Konzentration und auch das vorausschauende Denken“, berichtet der Leiter des AG am Westersteder Gymnasium.

Heidmeier hat für seine Schüler ein vielfältiges Angebot: „Manche wollen einfach nur gegeneinander spielen. Andere lösen Aufgaben und erwerben Schachdiplome“, sagt er. Für Schüler, die es etwas abstrakter mögen hat er sogar ein Schachbrett für drei Spieler da. Und mit diesem Angebot kann Heidmeier punkten – den Schülern ist es freigestellt, ob sie die AG besuchen oder nicht. Die meisten von ihnen kommen regelmäßig vorbei.

Schon jung an der Weltspitze

Wie Fabiano Caruana und Titelinhaber Magnus Carlsen ihre Partie beendet haben, stand zum Redaktionsschluss dieses Textes noch nicht fest. Eines haben sie mit dem Ammerländer Nachwuchs gemeinsam: Sie haben beide jung angefangen zu Spielen. Und das hat sich ausgezahlt, denn mit nicht einmal 30 Jahren haben sie es bis in die Weltspitze des Schachsports geschafft.

Wolfgang Alexander Meyer
Redakteur
Redaktion Oldenburg/Westerstede
Tel:
0441 9988 2611

Weitere Nachrichten:

Axel Springer | Bibliothek | Weltmeisterschaft

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.