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NWZonline.de Region Ammerland Lokalsport

Wenn Heu zum Luxusgut wird

06.02.2019

Portsloge Bereits im vergangenen Sommer, der so heiß und trocken war wie nie zuvor, musste Frank Jürgens, Besitzer des Reiterhofs Lübben, den auf der Weide stehenden Pferden Heu zufüttern. Heu, das eigentlich für den Winter vorgesehen war. „Nun haben wir das Glück, dass wir ausreichend große Ländereien haben und mit unseren selbst produzierten Heu über die Runden kommen“, sagt der 50-Jährige, doch er schränkt ein: „Früher konnten wir von unserem Heu mindestens 200 Rundballen verkaufen, doch das sieht dieses Mal anders aus.“

Rund 300 der Ballen, die immerhin einen Durchmesser von 1,70 Meter haben, benötigt der Reiterhof in Portsloge selbst – 35 Pferde haben eine Heimat in den Boxen des Hofes gefunden und leben von den Reserven. Der Eigenbedarf ist gedeckt, doch: „Die finanziellen Einbußen durch den wegfallenden Ballenverkauf sind schon immens.“ Das Problem ist aber nicht nur die Dürre des vergangenen Sommers. „Im Jahr davor ist es sehr sehr nass gewesen“, gibt Frank Jürgens zu bedenken und fügt nachdenklich an: „Also allzu viel darf dieses Jahr nicht passieren.“

Wucher bei Ebay

Was das für Folgen auf dem Markt hat, weiß der Portsloger nur allzu gut. Denn einerseits ist er stets gut informiert durch Internet-Recherchen, andererseits steht er in Kontakt mit anderen Pferdehof-Betreibern. „Die kleineren Rundballen mit einem Durchmesser von 1,20 Meter kosten normalerweise um die 30 Euro“, nennt er ein Beispiel, „doch auf verschiedenen Internet-Plattformen gehen die für bis zu 100 Euro weg.“ Es wird versucht, aus der Not der anderen Kapital zu schlagen – bei Ebay etwa.

In vielen Fällen führt dies letzten Endes zu einer Preissteigerung bei den Pferdeboxen, die viele Reiterhöfe vermieten und bei denen die Versorgung mit Futter wie Heu inklusive ist. „Wir selbst haben die Stallpreise mit dem Heu nicht erhöht“, so Jürgens weiter, „denn das ist gegen meine Natur.“ Schließlich senke er in fetten Jahren ja die Preise auch nicht. Vielmehr sei es doch so, dass man sich auch später noch gegenseitig in die Augen gucken können müsse.

Von einem Bekannten, der einen Reiterhof im Ammerland betreibt, weiß Frank Jürgens, dass dieser eine große Anzahl der kleineren Ballen habe zukaufen müssen. „Wenn einer so um die 250 Ballen braucht, und statt der üblichen 30 Euro nun 65 Euro bezahlen muss, dann sind das 8000 Euro mehr als üblich.“ Die Ballen, so Jürgens weiter, habe der Bekannte in Frankreich und Polen erworben – verbunden mit immensen Transportkosten. „Einige andere Reiterhöfe“, weiß Jürgens, „haben ihre Stallpreise schon erhöht, um 30 bis 50 Euro pro Pferd, um die zusätzlichen Kosten zu kompensieren.“

Für die kommenden Monate sieht der Reiterhof-Betreiber allerdings Schwarz. „Auf den letzten Metern könnte es noch mal ganz ekelig werden“, prognostiziert er. Denn: Bis spätestens Ende März dürfte vielen, die auf Heu als Streu oder Futter angewiesen sind, wohl die letzte Reserve ausgegangen sein. „Dann wird es schlimm werden“, meint Jürgens.

Stichtag 1. Mai

Denn die Zeit, bis die Pferde auf der Weide wieder ausreichend Futter finden, wird dann sehr lang. „Normalerweise finden die Tiere ab dem 1. Mai draußen wieder ausreichend Futter“, weiß Frank Jürgens, „doch dieser Zeitpunkt kann sich schon mal um drei bis vier Wochen verschieben“. Das Wetter spielt eben nicht immer mit.

Und Schäden gebe es ohnehin schon genug. Denn wenn die Weiden nicht mehr ausreichend Grün bieten, wie im vergangenen Sommer, beginnen die Pferde, die Wurzeln des Grases heraus zu kauen. Das wiederum hat nachhaltige Folgen für die folgende Wachstumsperiode.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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