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NWZonline.de Region Ammerland Lokalsport

Wie der Turnierplatz noch zu retten ist

03.08.2017

Rastede Gute Nachrichten für die Freunde des Grasbahnrennens in Rastede: „Die Bahn ist in einem super Zustand, so dass ich unter den derzeitigen Bedingungen keinen Grund sehe, dass hier kein Rennen gefahren werden kann.“

Dieses Fazit zog Kay Kudinow, 1. Vorsitzender des Rasteder Automobilclubs, am Dienstagabend. Zuvor hatte er sich mit weiteren Mitgliedern des Clubs sowie Vertretern der Residenzort Rastede GmbH und des Bauhofs der Gemeinde Rastede einen Überblick über den Zustand des Turnierplatzes verschafft.

kommentar von Frank Jacob

Intelligente Lösungen

Immer heftigere Unwetter mit Starkregen und immer mehr Großveranstaltungen auf dem Turnierplatz in Rastede: Das ist eine Kombination, die für das Areal deutlich sichtbare Folgen hat. Was tun?

Gegen den Starkregen hilft irgendwann selbst die beste Drainage nichts mehr, auch wenn hier sicher an der einen oder anderen Stelle auf dem Platz noch nachzubessern wäre.

Also die Zahl der Veranstaltungen reduzieren, die für viele Rasteder einfach dazugehören und letztlich auch den Bekanntheitsgrad des Ortes steigern? Könnte man machen. Dazu muss man aber wissen, dass die Schäden auf dem Gelände weniger von der Beanspruchung durch die Nutzer des Platzes herrühren, sondern eher beim Auf- oder Abbau durch schwere Fahrzeuge oder wie beim Landesturnier durch die Pferdetransporte entstehen.

Sicher, der Auf- und Abbau hängt mit der Zahl der Veranstaltungen zusammen. Aber vielleicht ließe sich hier schlicht eine bessere Lösung finden, als gleich den Terminkalender leer zu fegen. Ein Konzept könnte helfen, das klar regelt, welche Bereiche für schwere Fahrzeuge tabu sind. Nämlich jene Abschnitte, in denen die Schäden in Kombination mit Starkregen besonders schlimm sind.

Alternativ könnten solche Bereiche für den Auf- und Abbau mit Panzerplatten abgedeckt werden. Darauf können auch schwere Fahrzeuge fahren, ohne dass der Platz gleich umgepflügt wird.

In jedem Fall müssen sich die Verantwortlichen neue Lösungen einfallen lassen. Schließlich ist der Turnierplatz eines der Aushängeschilder Rastedes und sollte nicht wochenlang aussehen wie ein Truppenübungsplatz.

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Nach den schweren Unwettern mit Starkregen und der Beanspruchung des Platzes durch das Oldenburger Landesturnier, das vor zehn Tagen zu Ende gegangen war, hatte das Areal zuletzt eher einem Truppenübungsplatz geglichen. Der Automobilclub hatte daher große Sorge, dass das Grasbahnrennen erneut hätte abgesagt werden müssen. Dies war zuletzt vor zwei Jahren der Fall gewesen, als der Platz ähnlich schlimm aussah.

Im Juli 2015 waren knapp 160 Liter Regen pro Quadratmeter in Rastede gefallen. Allein in der Landesturnier-Woche fielen in diesem Jahr in Rastede rund 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Das waren gerade mal fünf Liter weniger als im Jahresschnitt 2016 herunterkamen und es war fast dreimal so viel wie im gesamten Juli 2013.

Endgültige Sicherheit gibt es für die Organisatoren des Grasbahnrennens freilich auch nach der Begehung vom Dienstagabend nicht. „Sollte die Wetterlage umschlagen, müssen wir neu überlegen“, weiß auch Kudinow. Heftiger Regen in der Woche unmittelbar vor dem Rennen, das am 12. und 13. August stattfinden soll, könnte die Hoffnungen schnell wieder zerstören. „Aber das Risiko haben wir immer“, sagt Kudinow.

2011 war es zuletzt vorgekommen, dass das Rennen kurzfristig wegen schwerer Regenfälle hatte abgesagt werden müssen. Insgesamt musste das Grasbahnrennen, das es seit 1967 gibt, schon achtmal abgesagt werden.

Um die Platzverhältnisse bis zum Rennen weiter zu verbessern, ist nun der Bauhof im Einsatz. „Wenn das Wetter so bleibt, brauchen wir einen bis eineinhalb Tage, um die Bahn gerade zu ziehen“, sagt Gernot von Seggern vom Bauhof und verspricht: „Wir werden unser Bestes geben.“

Am Mittwochmorgen begann der Bauhof umgehend mit den Arbeiten auf dem Turnierplatz. Mit Hilfe eines Planierrahmens wird jetzt die Bahn glatt beziehungsweise gerade gezogen. Zusätzlich kann noch Mutterboden aufgeschüttet werden, um den Boden zu verbessern.

Die Arbeiten hätten wegen der Platzverhältnisse im Übrigen nicht früher beginnen können. Wäre der Bauhof mit schweren Fahrzeugen auf dem nassen Untergrund gefahren, hätten noch weitere Schäden entstehen können. Dies war vor zwei Jahren der Fall gewesen, als beim Abbau des Landesturniers der Platz kaputt gefahren wurde.

Der von den gegenwärtigen Platzverhältnissen her betrachtet kritischste Bereich liegt auf der Seite, auf der sich der Ellernteich befindet. „Das ist wie Pudding“, hieß es am Dienstagabend. Da sich dort der am tiefsten gelegene Bereich des Platzes befindet, sammelt sich immer wieder Wasser an und braucht vergleichsweise lange, um abzufließen. Die Organisatoren waren zuversichtlich, dass es hier bis zum Rennen keine Probleme mehr geben wird.

Derweil fand am Mittwoch gleich die nächste Begehung des Turnierplatzes statt. Neben den Vertretern des Bauhofs und der Residenzort Rastede GmbH war dieses Mal auch Rastedes Erster Gemeinderat Günther Henkel dabei. Pressesprecher Ralf Kobbe sagte auf Anfrage, dass es um eine perspektivische Planung gegangen sei. „In Begleitung eines externen Gutachters speziell für solche Plätze soll geschaut werden, was man hier zukünftig machen kann“, sagte Kobbe.

Frank Jacob
Rastede/Wiefelstede
Redaktion Rastede
Tel:
04402 9988 2620

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