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NWZonline.de Region Ammerland Lokalsport

Sportanlage In Westerstede: Kein Geld für Hössenprojekt

02.03.2019

Von der Weide zum Sportzentrum

Die Hössenweide wurde 1926 für 16 660,84 Reichsmark gekauft, um auf dem rund 12,6 Hektar großen Gelände einen Park und einen Sportplatz anzulegen. Das war die Geburtsstunde der Hössenanlage.

Eingeweiht wurde der Sportplatz am 24. Juni 1928. Hergerichtet wurden zunächst ein Sportplatz, ein Fußballfeld sowie Felder für Sprung und Kugelstoßen. Die Anlage wurde stetig erweitert, so dass unterschiedliche Sportarten ausgeübt werden konnten. Selbst Pferde-, Auto- und Motorradrennen fanden statt. Die Wettkämpfe zogen zahlreiche Zuschauer an und waren von überregionaler Bedeutung. Auch viele Westersteder nutzten das Angebot und einige waren erfolgreich – z.B. im Turnen, Handball, Tischtennis und in der Leichtathletik.

Das Freibad entstand 1950. Einen Namen machte sich die Hössensportanlage auch als Bezirkssportschule (ab 1955).

Es ist ein ehrgeiziges Unterfangen, das sich ein Arbeitskreis geschichtlich interessierter Westersteder gestellt hat: die bewegte Geschichte der Hössensportanlage aufzuarbeiten. Das 90-jährige Bestehen war für die engagierten Heimatforscher ein Anlass, sich mit der Geschichte im Detail auseinanderzusetzen. Im Jahr 2026 wird die Anlage 100 Jahre alt, und so wäre es schön, wenn bis dahin Ergebnisse auf dem Tisch liegen könnten. Es sollen nicht einfach nur Daten und Fotos zusammengestellt werden, sondern Ziel ist eine systematische Aufarbeitung nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten.

Arbeit schwieriger als gedacht

Allerdings gestaltet sich die Arbeit schwieriger als gedacht. Denn Zeitzeugen befragen, in Archiven suchen und die politischen Rahmenbedingungen beleuchten, das kostet Zeit und vor allem Geld: „Mit ehrenamtlicher Arbeit ist das nicht zu schaffen“, betont Klaus Beckmann, Vorsitzender für das heimatkundliche Archiv. Ein Schreiben an die Stadt, in dem um ein Zuschuss von 5000 Euro für das Projekt gebeten wurde, war abgelehnt worden. Der Grund: In den Richtlinien zur Förderung der Kultur sei geregelt, dass die Herausgabe von  Schriften, Dorfchroniken und ähnlichem nicht gefördert werde. Eine Ausnahme sei daher auch nicht möglich. Allerdings werde die fertige Publikation mit einem Aufkauf von einigen Exemplaren bis zu 500 Euro unterstützt.

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Chance vertan

Mit Enttäuschung haben auch Hartmut Kröncke und Prof. Dr. Lorenz Peiffer vom Arbeitskreis auf die Haltung der Stadt reagiert und werten die Absage als Desinteresse. „Die Hössensportanlage ist ein Stück Stadtgeschichte und hatte schon früher für den Bereich Sport eine überregionale und sogar internationale Bedeutung“, sagt Peiffer. Die Geschichte der Sportstätte von ihrer Entstehung über die NS-Zeit bis heute angemessen zu beleuchten, sei weitaus aufwendiger, als eine Dorfchronik mit Daten und Fotos zusammenzustellen. „Jetzt haben wir die Chance, noch einige Zeitzeugen zu befragen. Die leben aber teilweise weiter entfernt, und es entstehen Reisekosten“, nennt der Sportwissenschaftler ein Beispiel. Auch für die Auswertung des Materials unter wissenschaftlichen Aspekten sei es notwendig, jemanden dafür bezahlen zu können. Zudem sei eine finanzielle Unterstützung der Stadt auch ein Signal und eine wichtige Einstiegshilfe, um weitere Sponsoren zu gewinnen.

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Westerstede war seiner Zeit weit voraus

Für den Arbeitskreis ist zum jetzigen Zeitpunkt schon klar: Mit dem Konzept einer Sportanlage wie diese war die Kleinstadt ihrer Zeit weit voraus. Hier gab es Pferde-, Auto- und Motorradrennen und viele weitere sportliche Wettkämpfe, die von zahlreichen Besuchern verfolgt wurden. Auch die Westersteder konnten hier Sport treiben, weshalb so manches Talent entdeckt wurde. Später kam noch die Bezirkssportschule hinzu, was den Bekanntheitsgrad der Anlage weiter ausbaute. Bis heute verbinden viele Auswärtige Westerstede mit der Hössensportanlage.

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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