Ammerland - Aktuell ist die Unterrichtsversorgung an den Schulen bei null Prozent – Kinder und Lehrer freuen sich über ihre Ferien. Doch auch außerhalb der Urlaubszeit ist eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung eher die Ausnahme.
Als im Februar die (dann doch nicht eingeführte) Vier-Tage-Woche an der Grundschule Wiefelstede wegen Lehrermangels bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, stellte der Landtagsabgeordnete Jens Nacke (CDU) eine „Kleine Anfrage“ im Landtag. Wie steht es um die Unterrichtsversorgung bei uns im Landkreis? Nachdem die Daten für die allgemeinbildenden Schulen relativ zeitnah vom Land vorgelegt wurden, dauerte es mit den Zahlen für die Berufsschulen. Die liegen nun vor – und sie sind deutlich schlechter als für Grund-, Oberschulen oder Gymnasien.
Landesweit per Stichtag 15. November 2022 wurden die Zahlen der Soll- und Ist-Stunden, der Schüler und die prozentuale Unterrichtsversorgung an BBSen erhoben. Es handelt sich also um eine Momentaufnahme. Dass 100 Prozent einen lückenlosen Unterricht gewährleisten, ist allerdings keineswegs gesagt. Denn einen Puffer für Krankheitsausfälle gibt es in den Kollegien nicht.
Die Grundschule Wiefelstede war dafür im Februar das beste Beispiel. Sie stand mit offiziell 102,3 Prozent Unterrichtsversorgung in der Landesliste. Doch durch den langen Ausfall von drei Lehrkräften (u.a. Schwangerschaft) war ein normaler Unterricht dort nicht mehr leistbar.
Berufsschulen
Die BBS Ammerland, so teilte das Land nun zwischenzeitlich mit, kommt insgesamt gerade mal auf eine Unterrichtsversorgung von 89 Prozent. Am schlechtesten sieht es bei der klassischen Berufsschule mit 87 Prozent aus. Das Berufliche Gymnasium steht mit 95,1 Prozent noch am besten da. Die Fachoberschule kommt auf 91,2 Prozent, die Fachschule auf 90,8 Prozent, die Berufseinstiegsschule auf 88,4 Prozent und die Berufsfachschule auf 89,5 Prozent.
KGS, IGS, Gymnasien
Zum Vergleich: Die KGS in Rastede mit 2182 Schülern hatte – wie bereits berichtet – laut Ministeriumsliste mit 91,5 Prozent die geringste Unterrichtsversorgung der allgemeinbildenden Schulen (Stichtag im September 2022). Deutlich besser stand das Gymnasium Westerstede (1071 Schüler) da. Hier betrug die Unterrichtsversorgung 104,2 Prozent. Ein Unterschied von 12,7 Prozentpunkten. Das Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht (1424 Schüler) kam auf 98,4 Prozent und die noch recht junge IGS Augustfehn (622 Schüler) lag bei 94,8 Prozent. Für Gymnasien betrug der Landesschnitt 98,2 Prozent, für Gesamtschulen nur 95 Prozent.
Oberschulen
Hier betrug die Unterrichtsversorgung im Landesschnitt gerade mal 93,1 Prozent. Die OBS Edewecht kam laut Liste auf 92,9 Prozent, die OBS Bad Zwischenahn auf 94,8 Prozent, die OBS Westerstede auf 94,9 Prozent und die OBS Wiefelstede auf 96,1 Prozent. Die Grund- und Oberschule Friedrichsfehn wurde mit 95,2 Prozent ausgewiesen.
Apen
In der Gemeinde Apen sah es so aus: Janosch-Grundschule Augustfehn 97,6 Prozent Unterrichtsversorgung, GS Nordloh 99,6 Prozent, GS Apen 99,5 Prozent.
Westerstede
Westerstede stand etwas besser da: GS Westerloy 100,9 Prozent. GS Ocholt 99,6 Prozent. Brakenhoffschule 99,2 Prozent. GS Halsbek 100,2 Prozent. GS Gießelhorst 99,6 Prozent.
Bad Zwischenahn
In Bad Zwischenahn hatte die GS Ofen mit 102,6 den höchsten Wert, GS Petersfehn 100 Prozent, GS am Wiesengrund 99,4 Prozent, Schule am Meer Rostrup 100 Prozent, Erwin Roeske GS 101,6 Prozent.
Edewecht
GS Osterscheps 94,4 Prozent, GS Edewecht 98,7 Prozent, GS Jeddeloh 100,2 Prozent.
Wiefelstede
Die GS Wiefelstede lag bei 102,3 Prozent. Im Februar wollte man dort die Vier-Tage-Woche wegen Lehrermangels einführen. GS Metjendorf 97,6 Prozent.
Rastede
GS Hahn-Lehmden 99,1 Prozent. GS Kleibrok 100,9 Prozent. GS Feldbreite 100,3 Prozent. GS Leuchtenburg 101,3 Prozent. GS Loy 100,5 Prozent. GS Wahnbek 99,8 Prozent.
