Kayhausen/Bad Zwischenahn - Eine Riesenmenge an Hilfsgütern, so viel, dass man einen 40-Tonnen-Lkw damit füllen kann, stapelt sich seit über einem Jahr in einem Lager in Bad Zwischenahn. Eigentlich wollte der Kayhauser Tischlermeister Gerhard Langner, der die Region im weißrussischen Mogilev seit über 25 Jahren regelmäßig mit Hilfstransporten unterstützt, bereits im vergangenen Herbst wieder in das osteuropäische Land reisen.
Doch war es zunächst die Corona-Pandemie, die seine Pläne zunichte machte, so folgte dann der Ukraine-Krieg, weshalb an einen erneuten Transport nicht zu denken war. Und nun kommen als neue Hürde drastisch gestiegene Transportpreise hinzu: Die Kosten haben sich in gut einem Jahr um das Vierfache erhöht.
Kontakte genutzt
So sehr die Situation auch an seinem Nervenkostüm zehrt, entmutigen lässt sich der 80-jährige Langner davon jedoch nicht. Er hat seine vielfältigen Belarus-Kontakte genutzt, die er in all den Jahren aufgebaut hat, um einen Ausweg aus der verfahrenen Lage zu finden. Die Voraussetzungen, dass der Transport jetzt realisiert werden kann, sieht Langner inzwischen gesichert. „Der Gouverneur von Mogilev hat mir zugesagt, dass er sich persönlich um einen reibungslosen Transport kümmern wird“, so Langner. Außerdem hat er den weißrussischen Botschafter um Unterstützung gebeten.
Zunächst muss jedoch das Problem der dramatisch erhöhten Frachtkosten gelöst werden. „Letztes Jahr hätte der 40-Tonner-Lkw rund 1600 Euro gekostet. Bei meiner erneuten Anfrage zu Beginn des Ukraine-Kriegs sollten es schon 3000 Euro sein. Und als ich jetzt noch einmal angefragt habe, war die Rede von 6000 bis 7000 Euro. Geld, das ich aber nicht in der Spendenkasse habe“, so Langner, der nun auf die Unterstützung durch seine langjährig verbundene große Sponsorengemeinde baut.
Sponsoren gesucht
„Alleine bist Du nichts. Nur durch meine treuen Sponsoren und tatkräftigen Helfer waren all die Hilfsmaßnahmen überhaupt zu realisieren“, so Langner. „Die Menschen in Mogilev, insbesondere in der Kinderklinik und in der Dorfschule, warten sehnsüchtig auf die dringend benötigten Hilfsgüter, die wir hier nach den Wunschlisten der Einrichtungen gesammelt haben“, beschreibt der sozial engagierte Kayhauser die Notlage. In einem eindringlichen Appell wendet sich Gerhard Langner jetzt noch einmal an seine Unterstützer und andere potenzielle Sponsoren, um sie zu bitten mitzuhelfen, dass die fehlenden 5000 Euro für den Transport erreicht werden können. 2000 Euro hatte er ohnehin schon sicherheitshalber für die Spedition zurückgelegt.
Eines steht für ihn fest: Dies wird sein letzter Materialtransport nach Mogilev sein. Er könne sich zwar weiterhin eine finanzielle Projekthilfe vorstellen, da die Not in verschiedenen sozialen Einrichtungen noch lange nicht überwunden sei, aber Sachspendentransporte will der 80-Jährige künftig nicht mehr organisieren.
Schulfenster erneuern
Sobald sich dieser Hilfsgütertransport auf die rund 1800 Kilometer lange Strecke nach Mogilev begeben hat, will Langner wieder selbst hinterherfahren, um bei der Entladung des Lkws sicherzustellen, dass alle Güter auch an die richtigen Adressaten gelangen. Und dann möchte er noch die Erneuerung der Fenster der Dorfschule zum Abschluss bringen: „Die Fenster der 1. Etage habe ich mit Spendengeldern komplett erneuern lassen. Jetzt ist das Untergeschoss dran, damit die Kinder im Winter nicht mit Schal und Mütze im Unterricht sitzen müssen“. 5000 Euro hat er für die Fenstererneuerung beisammen. Langner hofft, dass das Geld trotz der allgemeinen Preissteigerung reicht.
Wer Langners gemeinnützige „Hilfe für Weißrussland“ unterstützen möchte, sollte sich unter der Telefonnummer 04403/3856 an ihn wenden.
