Ammerland/Ocholt - Finanzielle Sorgen haben den Verein Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland in den vergangenen Jahren sehr belastet. Neben hohen laufenden Kosten – darunter Versicherung, Hauptuntersuchung, Gleisgebühren, Treibstoff und anstehende Reparaturen – hatte die Corona-Pandemie und der damit verbundene Ausfall der Fahrten ein Loch in die Kasse gerissen. In dieser Saison können die Ehrenamtlichen wieder positiv in die Zukunft sehen.
Neben der ohnehin bei jeder Fahrt fälligen Nutzungsgebühr für die Bahntrasse musste der Verein alljährlich rund 10.000 Euro für eine Weiche zahlen, damit die Museumseisenbahn auf das Schienennetz gelangt. Die restliche Summe der insgesamt dafür fälligen 25.000 Euro hatten der Landkreis Ammerland und die Anliegergemeinden sowie die Stadt Westerstede bezuschusst. Durch ein Gerichtsurteil sei das nun hinfällig, erklärten Vorsitzende Sabine Trumpf und dritter Vorsitzender Helmut Boekhoff. Ab dem Sommer müsse der Verein die Gebühren für die Weiche nicht mehr zahlen.
Neuer Unterstand
Rechtzeitig vor dem Winter fertiggestellt wurde ein Unterstand für die Anhänger des dreiteiligen Schienenbusses. Während der Triebwagen geschützt im kleinen Lokschuppen steht, waren diese immer Wind und Wetter ausgesetzt. Das hatte in der Vergangenheit zu aufwendigen Instandsetzungsarbeiten geführt. So war der Bau eines Unterstandes in Angriff genommen worden. Wegen der Abmessungen der Waggons war auch dieses Vorhaben sehr teuer.
Einen Antrag auf Bezuschussung hatte der Sport- und Kulturausschuss des Kreistags im vorigen Jahr abgelehnt, unter anderem, weil der Bau schon begonnen worden war. „Wir sind aber von anderen Institutionen unterstützt worden, das hat uns sehr geholfen. Und es wurde enorm viel in Eigenleistung geschafft. Ohne das Engagement unserer Mitglieder hätten wir das nicht hinbekommen“, lobt die Vorsitzende das Miteinander im Verein. Der Vorstand freut sich auch über weitere Helferinnen und Helfer, zum Beispiel als Begleitung im Zug.
Antrag im Ausschuss
Bei der Ausschusssitzung am Donnerstag, 23. Februar, ab 16 Uhr im Kreishaus wird erneut im Ausschuss ein Antrag der Museumseisenbahn behandelt. „Wir benötigen für den Unterstand Seitenverkleidungen, um die Wagen vor Witterungseinflüssen und eventuellem Vandalismus zu schützen“, erklärt Sabine Trumpf. „Auch dabei werden wir sehr viel Eigenleistung investieren.“ Wie aus den Unterlagen ersichtlich ist, geht es um eine Förderung von zehn Prozent der Gesamtinvestition, also eine Summe von 1500 Euro. Baumaßnahmen, die für das Kulturleben von besonderer Bedeutung sind, könnten mit zehn Prozent gefördert werden, heißt es in der Erläuterung. Dem Verein wird zudem ein Alleinstellungsmerkmal zugutegehalten. Und so hoffen die Vereinsmitglieder auf einen positiven Beschluss.
