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Nach Sturm Mühle in Westerscheps beschädigt

Die Mühle Oltmanns in Westerscheps: Der Sturm hat auch hier für einen Schaden gesorgt.

Die Mühle Oltmanns in Westerscheps: Der Sturm hat auch hier für einen Schaden gesorgt.

Lars Ruhsam

Westerscheps - Sturmschäden gab es nach den beiden Orkantiefs vom vergangenen Wochenende reichlich, zumeist umgestürzte Bäume. Aber auch an der Mühle Oltmanns in Westerscheps wurde in Mitleidenschaft gezogen. Betroffen ist einer der beiden sogenannten Schoren.

Kappe steht still

„Diese stabilisieren bei starkem Wind den Steert und werden zudem benötigt, um die Mühle in den Wind zu drehen“, erklärt Rolf Kaptein. Ihm gehört die Mühle, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Besitz seiner Familie ist. Heute wird zwar nicht mehr gemahlen, geöffnet ist die Mühle aber dennoch regelmäßig, vor allem am Mühlentag am Pfingstmontag. „Auch Gruppen kommen oft zu uns und viele Fahrradtouristen“, berichtet er.

Durch den Sturmschaden lässt sich die Kappe der Mühle nun nicht mehr drehen. „Der Schoren muss ersetzt werden“, sagt er. Wie das vonstattengehen soll und wie hoch die Kosten für den etwa 10 mal 12 Zentimeter starken Balken aus Eiche sein werden, kann er noch nicht sagen. Denn eigentlich standen andere notwendige Sanierungsmaßnahmen auf dem Plan.

Flügel erneuern

„Die Flügel müssen erneuert werden, sie sind abgängig“, sagt Kaptein. Ein Großprojekt, das für dieses Jahr geplant war. „Wenn man die Segel, die eigentlich auf die Flügel gehören, aufziehen will, muss man auf die Holzstreben steigen“, erklärt er. Das sei aber derzeit gar nicht möglich, weil das Holz morsch sei.

Die Renovierungen soll ein Mühlenbauer vornehmen. Aber die sind immer schwerer zu finden. Kaptein hat über Verbindungen jedoch einen Mühlenbauer aus Ostfriesland aufgetan. Allerdings kann dieser erst im Spätsommer oder Herbst mit den Arbeiten beginnen. Eigentlich sollte der er in dem Zusammenhang auch einen Blick auf den kaputten Schoren werfen. Doch das muss nun ein wenig warten. Eine Gefahr für die Mühle stellt das nicht unbedingt dar. „Ich kann die Kappe halt nicht drehen. Wenn der Wind dann sehr stark, in Orkanstärke, aus Osten käme, könnte es Probleme geben“ erklärt Rolf Kaptein. Aber davon gehe er nicht aus.

Viele Arbeiten an der Mühle hat Rolf Kaptein in der Vergangenheit selbst erledigt, auch Tochter und Schwiegersohn kümmern sich um die Mühle. Da er jedoch gesundheitlich angeschlagen ist, kann er nicht so wie gewohnt agieren. „Die Mühle braucht einen neuen Anstrich. Auch der Wall müsste in Ordnung gebracht werden“, erklärt er.

Öffnung am Mühlentag?

Etwa 23.000 Euro wird die Erneuerung der Flügel kosten. Dafür ist bereits ein Zuschuss vom Amt für regionale Landesentwicklung und aus dem LEADER-Programm in Höhe von 11.000 Euro zugesagt worden. „Den Rest muss ich selber aufbringen“, sagt er, genauso für die Kosten für die Erneuerung des Schorens. Dabei helfen ihm Rücklagen aus den Öffnungen bei vergangenen Mühlentagen. In den vergangenen beiden Jahren konnten an Pfingsten keine Besucher empfangen werden. Umso mehr hoffe er darauf, in diesem Jahr am Mühlentag wieder eine größere Veranstaltung durchführen zu können. „Aber wir haben es immer geschafft und es wird uns auch wieder gelingen“, ist Rolf Kaptein zuversichtlich. Immerhin gehe es um ein Stück Familientradition.

Lars Ruhsam
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