Ocholt - Seit Anfang des Jahres trifft sich regelmäßig eine Gruppe der Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland, um ein Riesenprojekt zu stemmen. Denn für die beiden Anhänger soll ein Unterstand gebaut werden. In Zusammenarbeit mit Firmen, aber auch in zahllosen Stunden Eigenarbeit soll der Bau möglichst bis zum Herbst fertig sein.
Während der Triebwagen geschützt im kleinen Lokschuppen steht, waren die Anhänger des dreiteiligen Schienenbusses bisher Wind und Wetter ausgesetzt. Das hat in der Vergangenheit zu aufwendigen Instandsetzungsarbeiten geführt.
Große Dimensionen
Beim Erstellen des Bauwerks denken die Ehrenamtlichen in großen Dimensionen: Rund 4,80 Meter hoch und 32 Meter lang ist die Remise, die von einem ebenso langen Dach überspannt wird, das gerade in Arbeit ist. Allein die Verankerung im Boden war eine Mammutaufgabe. Rund 55 Kubikmeter Beton, das waren acht Wagenladungen, wurden zur Befestigung der Pfeiler verbaut. „Allein das Genehmigungsverfahren war sehr aufwendig. Hier war sogar die Landeseisenbahnaufsicht involviert“, erklärt Helmut Boekhoff vom Vorstand des Vereins. Auch die Finanzierung sei schwierig gewesen. „Rund 70.000 Euro sind veranschlagt worden. Durch Eigenarbeit hoffen wir, das Ganze für 35.000 Euro fertigzustellen.“ Unterstützung habe die Oldenburger Landschaft, die Ammerländer Versicherung, einige Firmen und Anliegergemeinden signalisiert. Dennoch habe der Verein bei der Ausführung Abstriche machen müssen. „Denn eigentlich sollte der Unterstand noch ein wenig länger ausfallen, so dass notfalls auch der Triebwagen noch untergestellt werden könnte“, so Boekhoff. Auch die Seitenwände habe man erst einmal zurückgestellt.
Motiviert sind die Ehrenamtlichen in jedem Fall, denn nach der Corona-Pause sind seit einigen Monaten nun auch wieder Fahrten möglich. „Vor allem die Grünkohl- und Spargelfahrten wurden sehr gut angenommen“, freut sich Boekhoff. Neben dem besonderen Ausflugsziel schätzen die Teilnehmer auch die Fahrt im dreiteiligen Schienenbus im Stil der 60er Jahre, der mit 90 km/h Höchstgeschwindigkeit durch die Landschaft zuckelt.
Besonderes Hobby
Die Museumseisenbahn ist ein besonderes Hobby und verlangt jede Menge technisches Geschick. Auch die laufenden Kosten sind immens. „Wir zahlen Streckennutzungsgebühr wie im Güterverkehr, Bahnsteignutzung, TÜV, Versicherung und vieles mehr“, zählt Boekhoff auf. Auch der Dieselpreis schlage zu Buche. Der Schienenbus benötige 60 bis 80 Liter pro 100 Kilometer. Mit allen Zusatzkosten inklusive könne man mit neun Euro pro gefahrenem Kilometer rechnen.
Von den 140 Mitgliedern des Vereins sind 30 sehr aktiv und kümmern sich um die Fahrzeuge und die Grundstückspflege. Allein vier Lokführer gehören zum Team.
Normalerweise ist der Zug auf der Hausstrecke zwischen Ocholt und Sedelsberg unterwegs. Manchmal aber geht es auch auf große Fahrt in die Region oder darüber hinaus, wie beispielsweise am 2. Juli in Richtung Leer mit einer Flussfahrt.
