Nethen - Sam lässt sich die Gelegenheit nicht nehmen und tobt sich richtig aus. Der Sibirian Husky rennt hinter anderen Hunden her, tollt herum und lässt auch mal ein Bellen oder Knurren hören, wenn es zu wild wird. „In den letzten Monaten war das nicht möglich, obwohl er den Auslauf braucht“, erzählt seine Besitzerin Sarah Czerwinski. Sie wohnt in Hahn-Lehmden und freut sich darüber, dass jetzt wieder der Hundeplatz im Beach-Club Nethen geöffnet ist.
Auch Hunde spüren Krise
Die durch die Corona-Krise hervorgerufenen Einschränkungen sind auch an vielen Hunden nicht spurlos vorbeigegangen, ist sich Susann Heller aus Jaderberg sicher. „Die Tiere sind heute etwas aufgedrehter und wilder als sonst“, so die Stammbesucherin der Anlage. Sie ist über Facebook auf den Hundestrand aufmerksam geworden und freut sich, dass es in der Nähe ihres Wohnortes ein entsprechendes Angebot gibt.
Der Hundestrand in Nethen ist eigentlich das ganze Jahr hindurch geöffnet. Doch auch hier machte sich die Corona-Pandemie bemerkbar. „Wir mussten die gesamte Anlage schließen, sind aber jetzt froh darüber, den Platz wieder entsprechend nutzen zu können“, erzählt Florian Zängler, der zusammen mit Ole Weber die Connect-Event-Manufaktur gegründet hat, die wiederum den Beach-Club Nethen betreibt. Der Wassersportbereich konnte bereits eine Woche früher seinen Betrieb wieder aufnehmen.
Neuer Parcours
Die Zeit der Schließung nutzten die Betreiber dafür, direkt neben dem Strand einen neuen Parcours einzurichten, der es den Hundebesitzern erlaubt, ihre Tiere entsprechend zu trainieren. „Wir sind hier den Wünschen der Kunden nachgekommen und haben ihn auf einer Rasenfläche platziert, nicht wie bisher im Sand.“ Der Strand mit seinem direkten Zugang zum See ist mit 5000 Quadratmetern gleich groß gelassen worden. In der Hauptsaison wird allerdings ein größerer Teil davon für Badegäste abgetrennt.
Keine Leinen
Vor drei Jahren wurde der Hundestrand in Nethen eingerichtet. Seit 2018 ist das Areal das ganze Jahr über geöffnet. „Die Hunde können hier frei herumtoben. Regeln sorgen dafür, dass mögliche Übergriffe einzelner Hunde verhindert werden“, beschreibt Florian Zängler das Konzept. „So dürfen sie unter anderem auf dem Hundeplatz nicht angeleint sein. Dazu darf kein Spielzeug mitgebracht werden. Die Tiere sollen sich ganz auf sich konzentrieren können.“
Das Angebot kommt bei den Hunden und den Hundebesitzern gut an. „Wo gibt es das sonst noch, dass mein Hund die Möglichkeit hat, frei herumzulaufen mit einem Wasserzugang“, fragt Susann Heller, die fast jeden zweiten Tag diesen Platz anfährt. Gerade in der Brut- und Setzzeit haben Hundehalter wenig Gelegenheit, ihren Vierbeinern das Toben ohne Leine zu ermöglichen.
Weite Anreise
An guten Tagen sind es verteilt bis zu 300 Besucher, die mit ihren Vierbeinern das Angebot nutzen. „Ich bin meistens so eine Stunde hier, dann sind die Tiere ausgepowert und haben dann nicht mehr die richtige Lust zum Toben“, erzählt Frau Heller.
Hier hat sie auch die Möglichkeit, mit anderen Hundebesitzern ins Gespräch zu kommen. Diese kommen zum großen Teil aus der Region, aber vereinzelt auch aus Hamburg oder Hannover, wie Florian Zängler nicht ganz ohne Stolz erzählt.
Eine Saisonkarte (normalerweise vom 1. Mai bis zum 30. September eines Jahres) kostet pro Hund 39,- Euro, eine Jahreskarte 49,- Euro. Dazu müssen die Hundebesitzer für eine Strandsaisonkarte pro Person ebenfalls 39,- Euro zahlen, können aber damit (ohne Hund) auch den Badestrand nutzen. Für die Nebensaison muss kein Eintritt bezahlt werden. Der Eintritt bis drei Jahren ist frei, bis 14 Jahre kostet eine Saisonkarte 29,- Euro.
