Augustfehn Ii - Mehr Verkehrssicherheit an der Gnieser-Kreuzung: Dort, wo sich nahe des Unternehmens Auto-Gnieser in Augustfehn II die beiden Kreisstraßen 114 (Stahlwerkstraße) und 119 (Uplengener Straße) kreuzen, regelt nun eine Ampelanlage den Verkehr. Rund sechs Wochen haben die Arbeiten gedauert, heißt es von Seiten der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg, die das Projekt im Auftrag des Landkreises Ammerland koordinierte und umsetzte.
Dass an dem unübersichtlichen und gefährlichen Kreuzungsbereich in die Verkehrssicherheit investiert wurde, hat einen tragischen Hintergrund: Im Dezember 2021 starb dort eine 25-Jährige, die auf der Stahlwerkstraße fahrend Richtung Ihausen wollte und einen aus Richtung Autobahn kommenden Lkw übersehen hatte. Der Tod der jungen Frau, ein weiteres Todesopfer aus dem Juli 2019 und viele andere Unfälle veranlassten das Unternehmerehepaar Bernd und Helene Gnieser im Winter 2021/2022 zu einer Unterschriftenaktion mit dem Ziel, dass die Kreuzung in Augustfehn II zu einem Kreisel umgebaut wird. Rund 2500 Menschen unterschrieben.
Ampel und Kreisel
Der Ammerländer Kreistag hatte – weil der Ruf nach mehr Verkehrssicherheit immer lauter geworden war – im Frühjahr dieses Jahres gleich einen Doppelbeschluss gefasst: Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg sollte für die Gnieser-Kreuzung als kurzfristige Lösung eine Ampelanlage (ohne neue Abbiegespuren) planen und darüber hinaus einen Kreisel. Unmittelbar nach dem Beschluss hatte der Landkreis Ammerland die Landesbehörde mit den beiden Planungen beauftragt. Wie Johann de Buhr, Leiter des Geschäftsbereiches Oldenburg der Landesbehörde, sagte, sei die Planung der Ampelanlage umgehend umgesetzt worden, die Planung des Kreisels habe man dieses Jahr aufgrund fehlender Kapazitäten nicht angehen können.
Moderne Technik
Die neue Ampelanlage, die rund 150 000 Euro koste, zeichne sich durch moderne Detektoren aus. Mit diesen könne die Ampel verkehrsabhängig betrieben werden, das heißt, dass über die Detektoren Grünphasen verlängert werden könnten, wenn viel Verkehr die Gnieser-Kreuzung passieren wolle. Um die Verkehrsflüsse weiter zu optimieren, sollen noch Wärmebildkameras eingebaut werden. Die Kameras seien jedoch aufgrund von Produktionsschwierigkeiten derzeit nicht lieferbar.
Neu angelegt bzw. verbreitert wurden die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer. So sind die Fußgängerübergänge an der Kreuzung – Furten – nun vier Meter breit. Ausgestattet wurden die Übergänge ebenso wie die nahe der Kreuzung befindliche Fußgängerampel an der Uplengener Straße in Höhe der Straße Am Kanal auch mit Rillenplatten. An der Rillenstruktur (Längs- oder Querrillen) können sehbehinderte oder blinde Menschen erkennen, in welche Richtung sie laufen müssen. Außerdem wurden alle drei Querungsmöglichkeiten jetzt mit Blindensignalen (Taster und Akustik) ausgestattet.
Wann Kreiselplanung?
Was die Planung des Kreisels beträfe, so werde man sich wegen dieses und anderer Projekte mit dem Landkreis Ammerland abstimmen, so de Buhr weiter. Im Sommer hatte er in Aussicht gestellt, dass mit den Kreiselplanungen 2023 begonnen werde. Ob es dabei bliebe, ließ de Buhr jetzt offen.
Man habe bei beschränkten Kapazitäten nicht nur für den Landkreis Ammerland so einiges abzuarbeiten, sondern auch für die anderen Kommunen des eigenen Zuständigkeitsbereichs. Dazu gehören neben dem Ammerland die Kreise Wesermarsch und Oldenburg sowie die Städte Oldenburg und Delmenhorst.
