Conneforde - Der Neubau der Hochspannungsleitung vom Conneforder Umspannwerk nach Merzen werde für den Landvolkverband Ammerland einige Arbeit auf den Tisch befördern, wie Landvolk-Geschäftsführer Thorsten Jan-Dirk Cordes sagt. Grund: Die Landeigentümer beziehungsweise die Bewirtschafter müssen entschädigt werden.
In solchen Fällen werden üblicherweise zwischen dem Netzbetreiber und und den Landvolkverbänden sogenannte Rahmenverträge abgeschlossen. Nur: In diesem Fall sind die Verhandlungen zwischen dem Netzbetreiber Tennet und den Landvölkern Ammerland, Oldenburg und Cloppenburg gescheitert, wie Cordes mitteilt. Die vom Netzbetreiber angebotenen Entschädigungen seien viel zu gering gewesen, so das Landvolk Ammerland. Nun werde Tennet mit jedem Eigentümer einzeln verhandeln müssen.
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Verträge sollen geprüft werden
Die Marktsituation in der Fläche ist nicht ausreichend berücksichtigt und spiegelt sich in den Angeboten überhaupt nicht wider. Dies gilt zum einen für die Leitungstrasse und zum anderen auch für die Entschädigungen für Maststandorte.
„Wir werden anschließend die Verträge auf Wunsch der Landwirte prüfen, ob die Konditionen stimmen“, so Thorsten Jan-Dirk Cordes. Und das werden nicht wenige sein, wie Cordes sagt. Falls die Tennet Einzelverhandlungen mit den betroffenen Eigentümern aufnehme, stünden die Landvolkverbände zur Beratung zur Verfügung und würden die Mitglieder in den Gesprächen begleiten. Dies gelte auch wegen einer steuerlichen Beratung im Hinblick auf die Entschädigungszahlungen, wie die Landvolkverbände in einer Pressemitteilung schreiben.
Vorarbeiten im letzten Jahr begonnen
Wie berichtet haben die Vorarbeiten für den Bau einer neuen 380-kV-Leitung von Conneforde nach Merzen Anfang des Jahres begonnen. Sie soll die bestehende Leitung mit 220 kV ersetzen. Der erste Abschnitt von Conneforde Richtung Süden hat eine Länge von 21 Kilometern. 46 Strommasten werden frühestens ab 2023 errichtet. Der Neubau der neuen Höchstspannungsleitung ist erforderlich, weil vermehrt Windenergie im Norden des Landes produziert wird. Deshalb müsse Tennet im Auftrag der Bundesnetzagentur eine neue Stromtrasse vom Umspannwerk in Conneforde bis Cloppenburg bauen.
Kritisiert wird von den Landvolkverbänden, dass derzeit vorbereitende Maßnahmen an den Maststandorten stattfinden, ohne ausreichende Mitteilung an die Grundstückseigentümer zu geben. „Wir sind nach wie vor bereit, mit der Tennet weiter zu verhandeln“, signalisieren die Geschäftsführer der drei Landvolkverbände. Wie viele Landwirte betroffen sind, konnte Cordes nicht sagen.
Wie Tennet mitteilt, habe man sich mit den Verbänden nicht auf die Höhe eines pauschalierten Verkehrs- und Rohertragswerts einigen, obwohl Tennet den gesetzlichen Rahmen, den das novellierte Netzausbaubeschleunigungsgesetz dafür bietet, zur Gänze ausgeschöpft habe.
