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Neue Kita in Rastede Zusätzlicher Verkehr für Anwohner ein Problem

Hier soll gebaut werden: Auf dem ungenutzten Teil des ehemaligen Sportplatzes Kleibrok soll eine neue Kita entstehen. Anwohner sorgen sich wegen des zusätzlichen Verkehrs auf der Wagnerstraße und der Straße Am Winkel (rechts im Bild).

Hier soll gebaut werden: Auf dem ungenutzten Teil des ehemaligen Sportplatzes Kleibrok soll eine neue Kita entstehen. Anwohner sorgen sich wegen des zusätzlichen Verkehrs auf der Wagnerstraße und der Straße Am Winkel (rechts im Bild).

Archiv/Torsten von Reeken

Rastede - Eine neue Kita auf dem ehemaligen Sportplatz in unmittelbarer Nachbarschaft der Grundschule Kleibrok bedeutet zusätzlichen Verkehr auf den Straßen Am Winkel und Wagnerstraße. Das ist eine der größten Sorgen, die Anlieger haben. Bei einem Vor-Ort-Termin Anfang des Jahres machten sie schon einmal darauf aufmerksam. Im Zuge des Bauleitplanverfahrens gingen nun erneut Hinweise zu diesem Thema bei der Gemeindeverwaltung ein.

„Die Verkehrssituation rund um die Grundschule Kleibrok gestaltet sich derzeit schon als grenzwertig, besonders zu den Stoßzeiten des Bringens und Abholens der Kinder“, schreibt ein Bürger. Weiterer Autoverkehr und wenige neue Parkplätze führten sicherlich zu einer extremen und angespannten Verkehrslage. Für die jungen Fahrradfahrer steige damit auch die Gefahr.

Gefährliche Situationen

„Welche baulichen Maßnahmen werden getroffen, um die Grundschulkinder auf ihrem Weg zur Grundschule zu schützen?“, fragt eine andere Bürgerin. Sie weist darauf hin, dass es in der Straße Am Winkel bisher keinen befestigten Fuß- und Radweg gibt. Allerdings würden an beiden Seiten Autos parken, was es für Kinder mit einer Körpergröße bis 1,50 Meter sehr unübersichtlich und gefährlich mache.

Schon jetzt enger Weg

Ergebnis der Verkehrszählung

Die Straße „Am Winkel“ ist eine typische Wohnstraße, die nach der Richtlinie für die Anlegung von Stadtstraßen (RASt) für eine Verkehrsbelastung von bis zu 400 Kraftfahrzeugen je Stunde, also für mehrere tausend Kraftfahrzeuge pro Tag, ausgelegt ist, erläutert die Gemeindeverwaltung. Selbst wenn man sie als Wohnweg einstufen würde, also einen Weg, der in erster Linie dazu gedacht ist, rückwärtige Grundstücke in größerer Anzahl zu erschließen, wären immer noch 150 Kraftfahrzeuge je Stunde in der Spitzenstunde zulässig.

Die Gemeinde hat vom 6. bis 8. März eine Verkehrszählung im Bereich „Am Winkel“ vorgenommen, bei der sich gezeigt hat, dass der durchschnittliche tägliche Verkehr (DTV-Wert) bei 420 Fahrzeugen liegt. In der stärksten Spitzenstunde, die – wie erwartet – zwischen 7 und 8 Uhr liegt, seien rund 50 Fahrzeuge gezählt worden, wobei ein Fahrradanteil von ca. 25 Prozent festgestellt wurde. Für die Wagnerstraße wurde vom 20. bis 23. März eine Verkehrszählung durchgeführt, bei der ein DTV-Wert von 461 Fahrzeugen ermittelt wurde. In den täglichen Spitzenstunden seien rund 60 Fahrzeuge festgestellt worden, wobei der Fahrradanteil hier sogar bis zu 50 Prozent betrug.

Dies bedeutet nach Einschätzung der Verwaltung, dass der zu erwartende Verkehr durch den Bau der Kindertagesstätte mit 75 Plätzen zuzüglich Personals keine nennenswerten Auswirkungen haben werde und sich der Verkehrswert im Ergebnis immer noch im zulässigen Rahmen der RASt bewegen werde.

An der Wagnerstraße existiere hingegen ein sehr schmaler Gehsteig, den sich Fußgänger, Rollerfahrer und Radfahrer teilen müssen. Durch haltende beziehungsweise parkende Fahrzeuge an der Zuwegung zur Grundschule entstünden hier schon heute häufig Gefahrensituationen. „Hierzu hatten der Schulelternrat und der Freundeskreis auch in der Vergangenheit regelmäßig Kontakt zur Gemeinde, um diese Problematik zu besprechen“, so die Bürgerin. Der Wunsch nach einem absoluten Halteverbot oder ähnlichen Maßnahmen sei jedoch bis heute nicht umgesetzt worden.

„Besonders gefährlich sind die Kurve zur Wagnerstraße und die Kreuzung Uhlhornstraße“, merkt eine weitere Anwohnerin an und fragt: „Wie ist hier die Planung, die Gefahren zu reduzieren, wenn noch 75 Kindergartenkinder zur gleichen Zeit wie die Schulkinder gebracht und abgeholt werden?“

Keine Bedenken

Die Gemeindeverwaltung hat sich mit den Hinweisen der Bürger auseinandergesetzt. „Zur Verkehrssituation ist festzustellen, dass die Gemeindestraßen Am Winkel und Wagnerstraße ausreichend dimensioniert sind, um den vom neuen Kindergarten zusätzlich hervorgerufenen Verkehr aufzunehmen“, erläutert Fachbereichsleiterin Tabea Kahne. Auch die Verkehrsbehörde des Landkreises Ammerland habe in ihrer Stellungnahme keine Bedenken geäußert.

Parkplätze vorgesehen

Unabhängig davon sei sich die Gemeinde der Steigerung des Verkehrs durch die Errichtung der Kita bewusst und sehe daher vor, auf dem Baugrundstück mindestens zehn Stellplätze herzustellen, um den öffentlichen Verkehrsraum von Park-Such-Verkehren zu entlasten. „Zusätzlich werden bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation für die schwächeren Verkehrsteilnehmer geprüft“, so Tabea Kahne.

Aus den Reihen der Politik wurde der Wunsch nach Verbesserungen bei der Verkehrssituation im jüngsten Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Bauen noch einmal bekräftigt. Sowohl Dierk von Essen (CDU) als auch Horst Segebade (SPD) sprachen sich dafür aus, dass an dieser Stelle Lösungen gefunden werden müssten. Das Bauleitplanverfahren soll mit dem Ratsbeschluss am 4. Juli abgeschlossen werden.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede
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