Neusüdende/Rastede - Der Weg für neue Bauplätze in Neusüdende ist frei: Einstimmig sprach sich der Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Straßen dafür aus, eine so genannte Außenbereichssatzung für den Ortsteil aufzustellen.
Die Satzung umfasst ein rund drei Hektar großes Areal im Bereich der Metjendorfer Straße/Hakenstraße. Innerhalb dieses Bereiches werden sechs Baufenster ausgewiesen. Dort könnten künftig Gebäude mit maximal einem Vollgeschoss entstehen. Erlaubt seien maximal zwei Wohnungen je Gebäude, wie Janina Lasar vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach und Partner berichtete.
Der Gemeinderat muss die Satzung noch abschließend verabschieden. Das Gremium tagt wieder am 29. Juni.
Maßvolle Ergänzung
Janina Lasar berichtete, dass die Satzung eine „Eigenentwicklung der Ortschaft“ ermöglichen soll und eine „maßvolle Ergänzung der bestehenden Bebauung“ zulasse. In den bestehenden Siedlungen gebe es keine solchen Möglichkeiten zu einer Nachverdichtung.
Ein weiteres Heranrücken an die aktiven landwirtschaftlichen Hofstellen sei nicht vorgesehen, führte Janina Lasar aus. Allerdings würde für die künftig erlaubte Wohnbebauung eine „geringfügige Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen“ ermöglicht. Dies sei aber vertretbar, so die Planerin.
In den von Bürgern vorgebrachten Stellungnahmen war indes eine Beeinträchtigung landwirtschaftlicher Nutzungsmöglichkeiten befürchtet worden. Im Gespräch mit unserer Redaktion hatte Landwirt Rolf Klockgether zudem auf das grundsätzliche Problem durch immer knapper werdende Flächen für die Landwirtschaft hingewiesen.
Sabine Eyting (Grüne) sagte in der Sitzung denn auch, dass sie durchaus Konflikte mit der Landwirtschaft aufkommen sehe. Manch Bauwilliger habe ein idealisiertes Bild vom Bauen im Außenbereich. In der Realität gebe es dann allerdings mehr Lärm oder Gerüche als vorher gedacht. Gleichwohl würde sie die vorgestellte Planung für verträglich halten.
Schwieriger Spagat
Horst Segebade (SPD) wies auf den schwierigen Spagat zwischen dem Schaffen von Wohnraum und dem Schonen landwirtschaftlicher Flächen hin. Die Satzung sei aber lediglich ein Angebot und keine Verpflichtung auch tatsächlich zu bauen. Trotz der vorgetragenen Bedenken sehe er keine Probleme, sagte der Sozialdemokrat.
Hendrik Lehners (CDU) sagte, es sei wichtig, die Außenbereiche nicht zu vergessen. In Neusüdende habe es keine Möglichkeit zum Bauen gegeben, er sei dankbar, dass sich der Ortsteil nun entwickeln könne.
Auch Evelyn Fisbeck sah das Problem, dass Neusüdende nur wenige Chancen habe, sich weiterzuentwickeln. Dirk Bakenhus (UWG) begrüßte die „vorsichtige Lückenschließung“ ebenfalls. Genau dafür würde die Wählergemeinschaft stehen.
