• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland

Nuttel wird 800 – und feiert nicht

19.04.2018

Nuttel /Wiefelstede Die Bauerschaft Nuttel könnte in diesem Jahr ihr 800-jähriges Bestehen feiern. Sogar ein genaues Datum gibt es: den 24. April 2018. Das sagt der Wiefelsteder Heimatforscher Wilfried Harms. Das Jahr war Harms schon länger bekannt: Er hatte es bereits 2001 in seinem Buch „Wiefelstede – Unsere Gemeinde gestern und heute“ erwähnt. Das Datum hatte er damals noch nicht: Das hat er erst jetzt in einem sogenannten „Urkundenbuch“ gefunden.

Sieben dieser Bücher sind im vergangenen Jahr in seinen Besitz gelangt, erzählt der 77-Jährige. Band IV aus dem Jahr 1928, geschrieben von Professor Dr. Gustav Rüthning, enthält auch Abschriften aller Urkunden aus dem ehemaligen Kloster Rastede. „Die Originale befinden sich noch heute im Niedersächsischen Landesarchiv in Oldenburg“, weiß Harms. In einer dieser Urkunden findet sich nach Angaben des Wiefelsteders erstmals der Name „Nutlo“. „Am 24. April 1218 hat Erzbischof Gerhard I. von Bremen dem Kloster Rastede die ,Zehnten’ in den Dörfern Nutlo, Hane, Bekehusen und Lemede übergeben“, zitiert Harms aus dem Dokument. Während Hahn, Bekhausen und Lehmden nach seinen Angaben bereits früher urkundlich erwähnt wurden, erscheint Nutlo – also Nuttel – in diesem Dokument erstmals urkundlich. „Es ist üblich, ein Jubiläum nach der ersten urkundlichen Erwähnung auszurichten“, weiß der Heimatforscher.

Einen Scan der Originalurkunde hat sich Harms vom Landesarchiv zusenden lassen. Das Archiv teilte dazu mit, es handele sich bei der Urkunde um die älteste überlieferte des Klosters Rastede. Harms: „Leider ist sie in keinem guten Zustand. Auch der Textteil mit dem Namen Nutlo ist nicht mehr vorhanden.“ Aber dafür hat Harms eben die Abschrift aus dem Urkundenbuch. Anlässlich des Jubiläums hat Harms damit begonnen, die Geschichte Nuttels aufzuschreiben. Die einstigen Hofstellen der heutigen, benachbarten Bauerschaft Wemkendorf, die nach Angaben Harms’ 1949 ihr 300-jähriges Bestehen feierte, gehörten davor ebenfalls zu Nuttel.

Wird das Jubiläum gefeiert? Wiefelstedes Bürgermeister Jörg Pieper sagt: „Initiiert werden solche Feierlichkeiten aus der Bauerschaft oder Ortschaft heraus. Wir würden uns freuen, wenn dies so wäre. Bislang ist uns aber nichts bekannt.“ Das Problem in Nuttel: Es gibt keine Vereine, auch keinen Ortsbürgerverein, der das in die Hand nehmen könnte. Wilfried Harms hatte auch Jan-Gerd Claußen von Claußens Gaststätte angesprochen, die die Familie Claußen bereits seit 1888 führt und die bis heute Zentrum der Ortschaft an der Rasteder Straße ist. Auch Claußen hatte daraufhin mit Einwohnern gesprochen, war aber aufgrund der fehlenden Vereinsstruktur auf wenig Resonanz gestoßen, erzählte er am Mittwoch. Und: „Allein kann ich so etwas nicht auf die Beine stellen.“

So wird sich das Jubiläum der Bauerschaft auf Dauer wohl nur in der Chronik von Wilfried Harms erhalten. Für ihn ist jedenfalls noch nicht ganz klar, was mit seiner Arbeit an der Geschichte Nuttels geschehen soll. „Vielleicht stelle ich sie später ins Internet“, nennt der Wiefelsteder eine Möglichkeit. Zunächst aber will er sich bei seinen Recherchen noch mit den alten Hofstellen Nuttels näher befassen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.