Ocholt - Darauf hatten die Ehrenamtlichen der Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland schon lange gewartet: Der historische Schienenbus (VT 98) darf den Lokschuppen wieder verlassen und Gäste transportieren. Nach eineinhalb Jahren Corona-Pause bereitet der Verein nun eine Ausfahrt für den 3. Oktober vor. Und dabei sollen die Teilnehmer nicht nur eine gemütliche Tour durch die Landschaft unternehmen, sondern auch noch eine Mini-Kreuzfahrt. Denn unter dem Motto „Schiff und Schiene“ fährt der Zug bis zum Hafen in Leer. Auch das sei eine Besonderheit, denn hier würden sonst keine Personenzüge halten, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Helmut Boekhoff. Der Verein habe eine Ausnahmegenehmigung erhalten.
Vor Ort steigen die Gäste nach einem kurzen Fußmarsch von rund 600 Metern in den „Warsteiner Admiral“ ein und legen zu einer Frühstückskreuzfahrt auf Leda und Ems ab. Nachdem die Schleuse passiert ist, können die Fahrgäste beim gemütlichen und reichhaltigen Frühstück die ostfriesische Flusslandschaft genießen.
Drei ZUsteigemöglichkeiten
Für diese ungewöhnliche Tour hält der Schienenbus an drei Bahnhöfen: Oldenburg (08.20 Uhr), Bad Zwischenahn (8.30 Uhr) und Ocholt (9 Uhr). Gegen 10.45 Uhr legt dann das Schiff ab und wird um 14 Uhr wieder zurück in Leer sein, wo die Teilnehmer noch etwas bummeln können. Gegen 15.15 Uhr geht es dann mit der Museumsbahn zurück.
Und welche Auflagen gibt es? Die Teilnehmer müssen einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen oder eine Impfbestätigung mitbringen. Im Zug, der wegen des Hygienekonzeptes nicht voll besetzt fährt, gibt es fest reservierte Plätze, und es besteht Maskenpflicht. Auf dem Schiff können die Fahrgäste ihre Masken am Platz ablegen.
Für Erwachsene kostet der Ausflug, egal wo zugestiegen wird, 59 Euro, Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren zahlen 44 Euro. Information und Buchung unter Tel. 04403 / 6026142 (ab 19 Uhr) oder per Mail an info@mabs-online.de
In den zurückliegenden Monaten lag das Vereinsleben weitgehend brach. Trotzdem mussten die laufenden Kosten beglichen werden. Um wenigstens einen Teil der weggebrochenen Einnahmen zu kompensieren, hatte der Verein eine „unmögliche Sonderfahrt“ angeboten. Etliche Fans hatten den Verein unterstützt und bei dieser Spendenaktion mitgemacht. Und viele warten nun darauf, dass der reguläre Fahrplan wieder aufgenommen wird.
Arbeitseinsätze
Inzwischen sind die Arbeitseinsätze wieder angelaufen. Nicht nur ums Außengelände kümmern sich die Ehrenamtlichen, sondern auch liebevoll um den dreiteiligen Schienenbus von 1959. Handwerkliche Arbeiten stehen immer mal wieder an, denn Motorwagen, Steuerwagen und Beiwagen sind schließlich nicht mehr die Jüngsten. Aber gerade das macht ihren Charme aus, finden die Mitglieder. Sie würden sich auch über weitere Mitstreiter freuen. Beispielsweise fehle jemand, der sich um einen Facebook-Auftritt kümmert, wie Boekhoff betont.
Die Museumseisenbahn, die nur mit bis zu 90 km/h durch die Landschaft zuckelt, wird gerne für Ausflüge gebucht, darunter von Gruppen und Vereinen oder auch für Familienfeiern. Thementouren werden ebenfalls angeboten, von Kohlfahrten bis hin zu Moorexkursionen.
