Edewecht - Die gute Nachricht für alle Edewechter vorweg: Ab dem kommenden Montag, 14. März, nimmt der Edewechter BürgerBus seinen Betrieb wieder auf. Die steigenden Corona-Zahlen hatten Mitte Januar zur vorübergehenden Stilllegung der Fahrten geführt. Auf der Suche ist der Verein nicht nur nach weiteren Fahrern, sondern auch nach einem neuen Fahrzeug.
Bus fährt wieder
Nur sechs der Fahrerinnen und Fahrer standen seinerzeit noch zur Verfügung. Im Vorstand musste man überlegen, ob und wie der Fahrbetrieb aufrechterhalten werden könne. Letztlich wurde der Fahrbetrieb vorübergehend komplett eingestellt. „Das erschien uns seinerzeit angesichts der Situation die sinnvollste Lösung“, sagt Rolf Meyrowitz, im Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Wer als Fahrerin oder Fahrer beim BürgerBus aktiv sein möchte, braucht einen Pkw-Führerschein im Scheckkarten-Format sowie einen Personenbeförderungsschein. Die Kosten für letzteren übernimmt der Verein für seine Fahrer.
Eine Mitgliedschaft im Verein BürgerBus Edewecht ist ebenfalls Voraussetzung, um als Fahrer dabei sein zu können. Der Jahresbeitrag liegt bei 18 Euro. Mitglied kann man allerdings auch werden, ohne Fahrer sein zu wollen.
Neuen Fahrern stehen erfahrene Kollegen zur Seite, bis die „Neuen“ sich in der Lage fühlen, die Tour durch die Gemeinde alleine bestreiten zu können.
Alle weiteren Informationen für die Tätigkeit als ehrenamtlicher Fahrer gibt es direkt bei Fahrdienstleiter Rainer Schwarz, telefonisch unter 04486/94431 oder per E-Mail an schrai55@gmx.de.
Nun werden die Fahrten wieder aufgenommen. Ab Montag verkehrt der BürgerBus wieder zwischen Edewecht und Bad Zwischenahn. Angefahren werden unterwegs Haltestellen in Jeddeloh I, Klein Scharrel, Jeddeloh II, Husbäke, Edewecht, Portsloge, Ekern und Specken.
Corona bremst
Vor fünf Jahren, am 1. Februar 2017 wurde der Betrieb aufgenommen. Das Angebot wurde, bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie und die vorübergehende Einstellung der Fahrten, gut angenommen und verzeichnete stetig wachsende Fahrgastzahlen. „2018 hatten wir 5900 Fahrgäste, 2019 waren es schon 6500“, sagt Rainer Schwarz, Fahrdienstleiter und Schriftführer im Vorstand. Auch das Jahr 2020 begann recht positiv, mit 625 Fahrgästen im Januar und 715 im Februar. Nach der ersten Corona-Pause ging es im Juli 2020 weiter, mit nur 361 Fahrgästen. „2020 haben wir im Monat etwa 500 Personen transportiert. Die Menschen müssen sich erst wieder daran gewöhnen, mit dem Bus zu fahren“, so Schwarz.
Dabei gibt es Corona-Schutzmaßnahmen an Bord. Desinfektionsmittel steht bereit, ein Luftfilter ist ebenfalls vorhanden. Zudem gilt die 3G-Regel: Fahrgäste müssen geimpft, genesen oder tagesaktuell negativ getestet sein.
Fahrer und Bus gesucht
Als Fahrdienstleiter plant er die Einsätze der aktuell 16 ehrenamtlichen Fahrer - und würde das gerne noch für weitere tun. „Wir suchen weitere Fahrerinnen und Fahrer, gerne auch jüngere“, sagt er. Grundsätzlich würden die Fahrer zweimal im Monat für einen halben Tag fahren, mehr sei natürlich immer möglich. Überlegungen gehen auch dahin, die Schichten zu teilen.
Die Suche nach weiteren Fahrern ist eine Aufgabe des Vorstandes, die nach einem neuen Fahrzeug eine weitere. „Unser Bus ist in die Jahre gekommen“, sagt Rainer Schwarz. Gut 319.000 Kilometer hat er mittlerweile zurückgelegt, immer wieder werden Reparaturen fällig. Auch ein Vorfall vor einigen Jahren, als eine Flasche auf den Bus geworfen wurde, hat seine Spuren hinterlassen. „Bei starkem Regen ist das Dach nicht mehr ganz dicht“, erklärt Rolf Meyrowitz.
Rund 100.000 Euro kostet ein neuer Bus. Verschiedene Fördertöpfe sollen dafür in Anspruch genommen, Sponsoren für Werbeflächen auf dem Fahrzeug gesucht werden. Auch vom Zentralverband Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen (ZVBN) gibt es Geld. Allerdings gibt es nur wenige Anbieter, die passende Busse herstellen. Der Vorstand schaut sich derzeit verschiedene Modelle an, unter anderem das neue BürgerBus-Fahrzeug in Bad Zwischenahn. „Wir hoffen, bis spätestens Anfang 2023 einen neuen Bus zu haben“, sagt Rainer Schwarz.
